Kamera
Schokolade

Der ultimative Schokoladentest (4)

Veröffentlicht in Genuss | 07. November 2007 | 16:40:29 | Roland Müller

zotter_blaetterkrokant.jpg

So, nach zwei Telefoninterviews widme ich nun wieder kurz aber intensiv den süßeren, sprich: analogen Seiten des Lebens. Auch wenn sie so süß gar nicht ist, die High-End-Tafelschokolade der aktuellen Verkostungsrunde im Café Digital. Wer wie wir hier mit den zuckersüßen Milkas und Alpias dieser Welt nichts anzufangen weiß, dem steht heute ein alpenländisches Produkt ins Haus: die mit Hippen-Krokant gefüllte Edelbitterschokolade Blätterkrokant Christine Ferber des so kreativen wie marketingerfahrenen österreichischen Herstellers Zotter. Wieso Christine Ferber? Nun, ich sagte ja schon, der Herr Zotter ist ausgesprochen fit im Marketing und bedient sich deswegen des Namens von Frankreichs berühmtester Konditorin. Dieser endorphinhaltige Stoff muss also etwas ganz Besonderes sein. Zudem ist die handgeschöpfte Schokolade nach einer Preiserhöhung, die für einigen Aufruhr gesorgt hatte, mit nunmehr 2,90 EUR für die 70-gr-Tafel mit ihren immerhin knapp 70% Kakaoanteil Fairtrade-zertifiziert. Respekt! Auch da ebenfalls das Marketing so seine Hintergedanken gehabt haben mag…

Die Café Digital Bewertung:

Duft: ausgeprägte Kakaonase mit einem Hauch Lavendel 17 Punkte
Optik: quasi naturbelassen, matte, unregelmäßige, handgeschöpfte Couvertüre 16 Punkte
Konsistenz: fest, ohne hart zu sein, mit gutem, glatten Biss ins knusprige, sehr feinstrukturierte Krokant 18 Punkte
Geschmack: exzellent, angenehm verhaltene Süße, perfekter Gleichklang aus intensivem Kakaoton und kräftigem Mandel-Nusskrokant mit wiederum einem Hauch Lavendel 18 Punkte
Abgang: lang und ausgewogen, gewissermaßen die (wirklich!) längste Krokantpraline der Welt 18 Punkte

Ich gebe einen halben Extrapunkt für die Fairtrade-Zertifizierung, deshalb:

Gesamtwertung: 87,5/100

[Bezugsquelle in D: Berliner Kaffeerösterei; in A: Manni’s Laden]

2 Kommentare »

Google goes Software – SketchUp 6 im Test [2]

Veröffentlicht in Apple & Co | 01. November 2007 | 18:02:20 | Gila Müller

Na, haben sich alle vom ersten Teil dieses Test erholt? Und vielleicht sogar zwischenzeitlich die SketchUp Demoversion heruntergeladen und selbst angetestet? Gut, dann kann es ja jetzt weiter gehen… mehr… »

Kommentare deaktiviert für Google goes Software – SketchUp 6 im Test [2]

The Day after – nach Jobs die Sintflut?

Veröffentlicht in Apple & Co | 26. Oktober 2007 | 21:14:55 | Roland Müller

Neulich, in Berlin, als Steve Jobs neben den Telekom-Oberen in ihren geschniegelten und gebügelten Nadelstreifen mit (würg!) magentafarbenen Krawatten seinen gewohnt lässigen Rolli-und-Jeans-Auftritt hatte, stellte sich mir einmal mehr die Frage: Was kommt nach ihm?

steve0.jpg

Wie wird eine Apple Company ohne Steve Jobs aussehen? Zugegeben, Apple ist längst in den Mainstream eingebogen und steht aller Voraussicht nach vor den vier, fünf größten und profitabelsten Jahren seiner Unternehmensgeschichte. Trotzdem oder gerade deswegen ist es an der Zeit, dass sich Apple ebenso wie wir Gedanken machen sollte über den „Day After“. Denn der kann schneller kommen als wir alle denken… mehr… »

2 Kommentare »

Red Sox rock Rox!

Veröffentlicht in Sport | 25. Oktober 2007 | 22:29:06 | Dirk Kirchberg

Eigentlich bin ich ein Yankees-Fan, und als solcher darf man um keinen Preis in der Welt etwas Gutes über die Boston Red Sox sagen und/oder schreiben. Aber im aktuellen Fall ist es wahrscheinlich etwas weniger schlimm als sonst, denn schließlich sind die Yankees aus der Meisterschaft längst raus. Und außerdem haben die Red Sox gestern Abend im ersten Spiel der World Series einen phänomenalen Start hingelegt.

redsox.jpg
Foto: Mary Schwalm/MLB.com

Josh Beckett warf die ersten drei seiner insgesamt neun Strikeouts, und Dustin Pedroia, erster Schlagmann für die Red Sox, verwandelten gleich den zweiten Pitch in einen Homerun. Im ersten Inning folgten zwei weitere Runs, und es wurden insgesamt 13. Boston demontierte Colorado, und das obwohl die Rockies als heißestes Team der Saison gelten. Sie sind die Underdogs, ganz im Gegensatz zum finanziell und personell mehr als erstklassig aufgestellten Team aus Massachusetts.

Vom Naturell her wäre ich ein recht überzeugender Amerikaner: Ich stehe auf Pathos, auf das tränenreiche Happy Ending, ich finde es toll, wenn die Luftwaffe bei Sportereignissen mit Jets übers Stadion donnert, wenn schmalzig/ergreifend gemuckt und gesungen wird. Ashanti zeigte gestern, warum sie eine multiplatine Künstlerin ist und intonierte auf grandiose Art und Weise God Bless America, dass ich zumindest eine Gänsehaut hatte.

Allerdings hat es auch etwas Gutes, nicht Amerikaner zu sein. Denn die Amis können die World Series im Gegensatz zur regulären Saison nämlich nicht per Videostream live im Internet verfolgen, sondern müssen den National Blackout hinnehmen und sich mit einem Audiofeed begnügen – wenn sie es nicht eh im Fernsehen sehen, wobei ich nicht weiß, ob die World Series pay per view sind.

Ich als internationaler Abonnent dagegen kann via MLB.TV Mosaic auch die World Series live über einen 700K-Stream verfolgen. Genial – für rund 50 US-Dollar kann ich also alle Spiele der regular und post season schauen, mit dem Mosaic-Programm, das es auch für Mac OS X gibt, sogar sechs Spiele parallel! Jede Mannschaft spielt übrigens pro Saison mindestens 162 Spiele… Nur die Startzeiten der Spiele – der erste Pitch wurde gegen 2.40 Uhr MESZ geworfen – machen mich jedes Mal wieder fertig. Deswegen kommt diese kleine Nachlese auch so spät… 😉

Kommentare deaktiviert für Red Sox rock Rox!

Google goes Software – SketchUp 6 im Test [1]

Veröffentlicht in Apple & Co | 19. Oktober 2007 | 17:57:59 | Gila Müller

Wer wie ich seinen Lebensunterhalt mit der Erstellung von Illustrationen bestreitet, steht früher oder später vor einer Aufgabe, bei der man sich wünscht, eine 3D-Software dafür einsetzen zu können. Mir ist es in den letzten zwei Jahren leider sehr oft so ergangen. Der Frust, der sich dabei breit machte, resultierte weniger aus dem finanziellen Aufwand, den eine solche Software erfordert. Das wesentlich größere Problem war eher die fehlende Zeit zur Einarbeitung. Und die braucht man leider, bis man so weit fit ist, dass man damit im Tagesgeschäft intuitiv umgehen kann. Nachdem ich interessehalber versucht hatte, in Maya (das ich nach wie vor für ein geniales Programm halte) erste Schritte zu wagen und mit Hilfe eines Tutorials eigentlich ganz gut voran kam, wurde mir sehr schnell eines klar: Bis ich mit diesem 3D-Schwergewicht so intuitiv arbeiten kann wie mit den mir vertrauten 2D-Grafikprogrammen, habe ich die Deadline meines Kunden mehrfach überschritten. Ein überaus unangenehmes Gefühl, wenn man die Grenzen der eigenen Fähigkeiten so deutlich aufgezeigt bekommt. Ganz ehrlich gesagt, ich hatte auch einen riesigen Horror davor, mich mit Unmengen von kryptischen Paletten, komplexen Dialogfenstern und einer 3-Tasten-Maus herum zu schlagen.

Licht am 3D-Horizont

Gerade hatte ich wieder einmal einen solchen 3D-lastigen Illustrationsjob auf den Tisch bekommen: Für eine Promotion sollte ein Messestand mit verschiedenen Aktionsinseln visualisiert werden. Da erhielt ich via Newsletter den Hinweis auf ein neues Programm, das angeblich sehr leicht erlernbar und beherrschbar sein sollte. So versprach es zumindest der erläuternde Text. Da zudem ein Preis von 470 EUR ausgelobt wurde, war meine Neugier schnell geweckt. Eine Demo-Version inklusive kleiner Tutorial-Videos im Quicktime-Format stand zum Download bereit. Ich glaube, dass es genau dieser Moment war, der mich zum „Addict“ gemacht hat. Meine Begeisterung steigerte sich, je mehr ich mich mit dem Programm beschäftigte. Und richtig, es handelte sich dabei um SketchUp – die Entwicklung eines kleinen, mir weitgehend unbekannten Software Start-up-Unternehmens in Colorado namens @Last Software, dessen Mitarbeiter sich nach dem im März vergangenen Jahres erfolgten Aufkaufs durch Google wohl verwundert die Augen rieben, wie man hier lesen kann. Naja, SketchUp und Google Earth, das ist natürlich ein echtes Dream-Team 😉

Nur genial einfach oder einfach genial?

Mit SketchUp, das nunmehr in Version 6 vorliegt scheint es zum ersten Mal gelungen, zu sein, die Kluft zwischen 2D-Zeichnung/Entwurf und 3D-Modellerstellung elegant zu überbrücken. Im Grunde genommen ist SketchUp ein genial einfaches Transformationssystem. Die Linien, die ich auf dem Display in 2D zeichne, werden permanent mit der 3D-Geometrie verglichen, auf der die gesamte Szene basiert. So lassen sich mit wenigen Strichen und buchstäblich in Sekunden 3D-Objekte erstellen. Eigentlich zeichnet man nur den Grundriss oder die Grundfläche des zu erstellenden Objekts, alles Übrige wird durch entsprechende Tools vervollständigt. Und das auch noch in Echtzeit, wunderbar! Der Arbeitsbereich ist im Vergleich zu traditionellen 3D-Applikationen mit ihren oft überladenen Benutzeroberflächen sehr übersichtlich und kommt schon fast spartanisch daher. Die Icons in den Werkzeugleisten mit ihren Zeichen- und Manipulations-Tools sind zum Teil selbsterklärend. Zudem sind Werkzeugleiste und alle übrigen Icons zur Bearbeitung sehr platzsparend am linken, bzw. oberen Rand der Arbeitsfläche positioniert, so dass entsprechend viel Raum für die gesamte Szene zur Verfügung steht.

 

workspace_totale.jpg

Was ich sehr benutzerfreundlich finde, ist das Angebot, eine Demoversion herunter laden zu können, um sich erst einmal mit dem Programm anzufreunden. Diese ist zwar auf eine Verwendungszeit von acht Arbeitsstunden limitiert, bietet aber die Möglichkeit, den Zeitraum ganz individuell in separate Sessions aufzuteilen. Für Benutzer mit engem Terminplan und ungeduldigen Kunden ideal. Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Benutzeroberfläche sehr aufgeräumt und schnörkellos, so dass auch 3D-Newbies sich auf Anhieb zurecht finden und mit der Arbeit gleich beginnen können. Sollte man dennoch an irgendeinem Punkt mal festhängen, zieht man einfach den Quick Reference Guide zu Rate. Sogar gänzlich unerfahrene User können sich so auf schnelle Erfolgserlebnisse freuen.

Gleich loslegen oder erst Filme anschauen?

Auch wenn ich normalerweise erst einmal Tutorials durchforste, bevor ich mich an ein neues Programm wage, habe ich mich bei SketchUp quasi kopfüber in die neue Software gestürzt. Die von SketchUp online gestellten Tutorial-Videos (wie auch die in der Demoversion integrierten Flash-Animationen zu den einzelnen Tools) sind absolut top und sehr anschaulich. Nach deren Ansicht hatte ich irgendwie das Gefühl, dass alles überaus logisch und in sich schlüssig aufgebaut ist. Und tatsächlich: Ich hatte mich keineswegs getäuscht. Die Benutzeroberfläche ist so leicht verständlich, dass ich sofort in der Lage war, ein erstes Modell zu erstellen. Ein Einfaches zwar, aber mit jedem weiteren Schritt steigert man ja seine Fähigkeiten. Von allen Tools, die hier zur Modellerstellung eingesetzt werden können, ist das sogenannte Push/Pull (Drücken/Ziehen) das eigentlich Geniale. Dieses Werkzeug ermöglicht es einem, blitzschnell den Entwurf aus der zweiten in die dritte Dimension zu überführen. Und das praktisch mit einem einzigen Mausklick!

cu_pptool.jpg

Die Funktionsweise des Werkzeugs ist erstaunlich simpel: Hat man den Grundriss/Grundfläche des Modells mit den üblichen grafischen Werkzeugen erstellt, wählt man die entstandene 2D-Fläche mit dem PPTool aus und zieht oder drückt sie dann in die dritte Dimension. (1. Grundfläche, 2. nach Y gezogen, 3. nach Z eingedrückt).

pptool_sequence.jpg

Anschließend lässt sich das Modell von allen Seiten betrachten, indem man per Orbit-Tool das Modell drehen und wenden kann, natürlich um volle 360°. Es ist tatsächlich ein Gefühl, als hielte man das Modell vor sich in der Hand und drehte es in jede beliebige Richtung. Dass dies auch noch in Echtzeit vonstatten geht, ist umso erfreulicher. Auch das ist einer der Gründe, warum die Lernkurve bei SketchUp ungewöhnlich steil verläuft. Voilá!

corbusier1.jpg

An dieser Stelle, die einen ersten Eindruck meiner Erfahrungen mit Google SketchUp 6 vermittelt, lege ich eine kleine Pause ein. Gerade lange genug, dass Interessierte sich die besagte Demoversion herunterladen und selbst ein wenig experimentieren können. Die Fortsetzung – Teil 2 des dreiteiligen Praxisberichts, der etwas tiefer in das Programm einsteigt – folgt dann in Kürze. Natürlich auch hier, im Café Digital. CU! (Gila Müller, Illustratorin, Redaktion Café Digital)

Kommentare deaktiviert für Google goes Software – SketchUp 6 im Test [1]