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Frankfurter Buchmesse – ab 2020 ganz neu

Veröffentlicht in Kultur, Kunst, Literatur, Medien | 24. September 2019 | 15:30:48 | Roland Müller

2019 wird für die Frankfurter Buchmesse das letzte Jahr im alten Gewand sein. Bereits im kommenden Jahr heißt es: schöner, höher, weiter! Mit den bereits in diesem Jahr abgeschlossenen Revitalisierungsarbeiten an der Halle 6 und dem Abtragen der Halle 5 ab Ende des Jahres mit anschließendem Neubau bis 2023 kommt es eh schon zu großen Veränderungen auf dem Frankfurter Messegelände. Noch gravierender aber wird das neue Entrée der Buchmesse sein. Ab 2020 empfängt die Halle 1 mit einem neuen, großen „Fenster zur Stadt“ die Hunderttausende von Besuchern. Die dank der riesigen Glasfront an der Ostseite lichtdurchflutete Halle liegt in unmittelbarer Nähe des vielfrequentierten City-Eingangs und der Halle 3 und soll für ein ganz neues Buchmesse-Gefühl sorgen. Stadtzugewandter als je zuvor präsentiert die weltgrößte Buchmesse damit ihr Angebot und macht im übertragenen Sinne die Transparenz und Weltoffenheit, für die die Messe seit jeher steht, ganz unmittelbar erlebbar. Die Hallen 1 und 3 werden durch zwei ineinander übergehende Freiflächen verbunden. Der Weltempfang – Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung – zieht von Halle 4.1 in Halle 1.1., ebenso werden die unabhängigen Verlage in dieser Hallenebene platziert. Der Bereich Papeterie & Geschenke zieht in Halle 3.0, während das Blaue Sofa seinen Standort in Halle 3.1 behält. Wir sind gespannt!

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Apple und der Verlust des Mutes

Veröffentlicht in Apple & Co, Technologie | 13. März 2019 | 10:27:14 | Roland Müller

Müde, satt und risikoscheu. So könnte man Apple anno 2019 beschreiben. Trotz fast einer Viertelbillion US$ liquider Mittel in der Kriegskasse und 60 Mrd. US$ Jahresgewinn beschränkt sich der einstige Technologieführer darauf, eigene Aktien zurückzukaufen. Immerhin für fast 240 Mrd. US$ über die vergangenen sechs Jahre. Hat CEO Tim Cook der Mut verlassen? Er ist in vielerlei Beziehung kein Tim Apple. Aber seine Politik der kleinen Schritte erinnert fatal an eine hierzulande mit ebenfalls allzuwenig Ambitionen agierende Kanzlerin. Ein „Next Big Thing“ scheint weit und breit nicht in Sicht. zu sein. Oder?

Siri und der spät vorgestellte Apple HomePod haben den Anschluss verloren und liegen längst hinter Amazons Echo-Linie und Googles Home zurück. Trotz vorhandener iCloud hat es Apple versäumt, ein profitables Enterprise Cloud Geschäft aufzubauen. Das Smart-TV-Geschäft schwächelt, lässt sich gar als Fehlstart beschreiben. Und das Projekt Titan, mit dem man in die Entwicklung autonomer Automobile einsteigen wollte, verzeichnet eine deutliche Zahl von Entlassungen. All dies kann man als Indizien für den Verlust des Mutes und der technologischen Risikobereitschaft deuten. Selbst im Kernsegment iPhone fehlen wirkliche Innovationen. Schlimmer noch: Unmittelbare Wettbewerber wie Huawei und Samsung präsentieren als Erste faltbare Smartphone-Bildschirme. Selbst wenn Apple sich aufraffen sollte, diese neue Technologie im nächsten iPad Pro zu integrieren, liegt das Momentum doch längst bei anderen Marktteilnehmern.

Hätte Apple vielleicht gut daran getan Tesla zu kaufen, wie viele Marktbeobachter gehofft und erwartet hatten? Allein die Summe, die Apple in 2018 für den Rückkauf eigener Aktien ausgegeben hat, hätte dafür ausgereicht. Und ja, das wäre durchaus ein Gang ins Risiko gewesen. Zugleich aber auch eine große Chance. Das eine ohne das andere ist nun mal nicht zu haben. Es wäre schade, wenn sich die Prognose bewahrheiten würde, wonach mit dem Tod Steve Jobs auch der kreative Spirit des Unternehmens zu Grabe getragen worden ist. Sollte dies der Fall sein, dann mag der geneigte Leser diesen Text gerne als Nachruf lesen. Als Nachruf auf einen einstmaligen Dealbreaker, der – wie es vielleicht ja auch der natürliche Lauf der Dinge ist – vom eigenen Gewicht und der eigenen, immensen Größe erdrückt worden ist. Schade wär’s schon.

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Heute vor fast 50 Jahren…

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik, Technologie | 23. Dezember 2018 | 16:02:21 | Roland Müller

…zeigte die Menschheit noch den Mut, neue, große Schritte zu wagen. Wo ist er hingegangen, der Mut, warum hat er uns verlassen? Zumindest im Umgang mit dem Klimawandel ist nichts, aber auch gar nichts davon zu erkennen. Auch Frank Bormans Aussage anlässlich der Mondumrundung mit Apollo 8, genau heute vor 50 Jahren, hat ihre Aktualität nicht verloren: „When you’re finally up at the moon looking back on earth, all those differences and nationalistic traits are pretty well going to blend, and you’re going to get a concept that maybe this really is one world and why the hell can’t we learn to live together like decent people.“ Auch ob die weiteren Schritte tiefer hinein in unser Sonnensystem wirklich realisiert werden, bleibt noch abzuwarten. Selbst wenn ein Mann wie Alexander Gerst uns ein ums andere Mal darlegt, warum dies unumgänglich ist.

(Copyright Foto: NASA Apollo 11 Image Gallery)

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Moulüe – Die Entschlüsselung Chinas auf 426 Seiten

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Politik | 01. Dezember 2018 | 11:21:49 | Roland Müller

Mit der zunehmenden Eskalation des politischen und ökonomischen Verhältnisses zwischen den USA und der VR China – getrieben durch einen von Mr. Trump angezettelten Handelskrieg – wird es um so wichtiger zu verstehen, welche Strategien, Planungsziele und Denkhorizonte die chinesische Führungsebene bewegen, so zu handeln wie sie handeln. Mit der nun vorliegenden, umfangreich überarbeiteten und aktualisierten zweiten Auflage  von „Moulüe – Supraplanung“ legt Prof. Harro von Senger im Hanser Verlag erneut und nachdrücklich jenes Buch vor, das wie kein anderes ermöglicht, China in die Karten zu schauen. Wir haben es gelesen…

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Selfie vom Mars

Veröffentlicht in Fotografie, Technologie | 27. November 2018 | 14:58:21 | Roland Müller

Die achte erfolgreiche Marslandung der NASA ist vollbracht. Vergangene Nacht konnte der InSight Lander wohlbehalten zur Marsoberfläche hinab gesteuert werden. Dem Team der InSight Mission dürften vermutlich eine ganze Weile die Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Dass nach erfolgter Landung zuallererst ein Selfie geschossen und zur Erde gesendet werden musste, zeigt nur, dass auch InSight das mittlerweile übliche Touristengebahren an den Marstag legt. Es wird spannend sein zu beobachten, welche neuen Erkenntnisse der sensorisch und technisch hochgerüstete Marsroboter aus seinem Landegebiet Elysium Planitia nördlich des Marsäquators zutage fördern wird – einer Landschaft, in der vor Jahrmillionen Wasser geflossen sein mag. Willkommener Nebeneffekt: Zumindest für eine Weile wird diese neue, auf zwei Jahre Dauer angesetzte Marsmission uns von dem Ungemach hernieden ablenken können, von Trump’schen Handelskriegen, vermutlich chaotischen Brexit-Abstimmungen im britischen Parlament, italienischem Kapitalmarktsuizit und russisch-ukrainischen Militäreskalationen…

(Copyright Foto: NASA/JPL-CalTech)

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