
Wie erwartet war es megavoll an den letzten Messetagen. Wie immer auf der Frankfurter Buchmesse. Aber immerhin war gewährleistet, dass wir als Fachbesucher bzw. Presse am Hauptstrom vorbewi navigieren durften. Ein echter Fortschritt gegenüber vergangenen Messen, an denen dieses Preivileg nur Ausstellern zustand.

Da wir uns diesmal intensiv auf dem Stand des Ehrengast Tschechien umschauen wollen, steueren wir direkt Richtung Halle 4. Auf halbem Weg und an gewohnter Stelle befand sich der tschechische Pavillon.

Da es noch früh am Messetag war, lungerten noch nicht viele Besucher am Counter und Bokkstore.

Nach einem Blick hinunter ins Restaurant und noch weiter hinab zur ARD und ZDF Bühne wagten wir uns durch den Eingang.

Es geht los!

Um uns zu orientieren, werfen wir einen Blick in die Runde, von links anch rechts.

Luftpilze, wohin das Auge blickt.

In unterschiedlichen Größen und Formen, aber leider untauglich, um darauf zu sitzen!

Ganz rechts die sogenannte Shore Stage, eine von zwei Veranstaltungsbühnen.

Davor die Bühnen- und Tontechmik.

Wir stolpern mitten ins laufende Programm.

Grund genug, uns ein wenig ins Tagesprogramm zu vertiefen.

Wir ziehen weiter. Schon kommen die ersten minialistischen Bücherregale in Sicht, dahinter die zweite Bühne mit dem sehr maritimen Namen Harbour Stage.

Viele, viele Bücher, aber noch wenig Menschen. Das macht uns die Arbeit leichter.

Was fällt uns zu Tschechien ein? Natürlich das legendäre böhmische Bier. Und natürlich gibt es dazu ein Standardwerk: PIVO Mythos tschechisches Bier.

Ein paar Regalplätze weiter stoßen wir auf einen Roman, nein, den Roman, der in Tschechien diskutiert wie kaum ein anderer: Schokoladenblut von Radka Denemarkova.

Ins Deutsche übersetzt von Eva Profousova.

Erschreckend heutig und faszinierend aktuell, obwohl es um die Entwicklungen des 19. Jahrhunderts geht.

Wir ziehen weiter.

Eine schöne Idee: Nicht nur Lesungen werden auf den beiden Bühnen gehalten, es wird auch musiziert.

Wir nehmen Platz und lauschen einem Duo, dass klassische tschechische Musik interpretiert. Zum Teil transkripiert von Orchester auf Violine und Klarinette. Überraschend: Das funktioniert sogar bei Smetanas Die Moldau. Tolle Performance.

Na endlich! Die klassischen Klänge noch im Ohr stoßen wir auf eines meiner Lieblingsbücher: Milan Kunderas Die Kunst des Romans.

Dankenswerterweise neu übersetzt und schon jetzt in der neuen Fassung ganz oben auf meiner Leseliste als Autor. Und Achtung: Das ist kein Roman, sondern ein siebenteiliges Essay!

Spannendes Angebot: Mit dieser Box kann man durch eine Unmenge großartiger Illustrationen tschechischer Künstler zu navigieren.

Die werden dann vergrößert auf dem Auswahl-Screen.

Und anschließend projiziert auf einen der überdimensionalen Luftpilze.

Daneben gibt’s ein weiteres großflächiges Projekt, bei dem ein Textbox-Roboter mit einer physischen Illustratorin zusammenarbeit. An jedem Tag eine andere Künstlerin, aber immer der gleiche Roboter.

Mit diesen letzten Eindrücken im Kopf räumen wir das Feld und machen uns auf den Nachhauseweg. Nächstes Jahr werden wir wieder zugegen sein. Dann hoffentlich in gesundheitlich besserem Zustand. CU 2027!






































