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LBM 2026 (3): Small is beautiful

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Politik, Unterhaltung | 24. März 2026 | 11:37:50 | Roland Müller

Ein letztes Mal anstehen. Ein letztes Mal den diesmal gut organisierten Zugang zur Leipziger Buchmesse genießen. Diesmal wollen wir uns auf die Suche machen nach den kleinen Highlights im großen Rummel. Und ja, auch diesmal lassen wir uns wieder treiben. Schauen wir mal, wohin uns das führt.

Schon jetzt bemerken wir: Am Wochenende ist der Andrang deutlich größer als am Donnerstag oder Freitag. Erwartbar. Alles sieht nach einem neuen Besucherrekord aus. Erstmals über der magischen Schwelle von 300.000 lesebegeisterten Menschen? Sehr wahrscheinlich.

Unser erster Anlaufpunkt ist der Hybrid-Verlag. Der uns da mit breitestmöglichem Lächeln begrüßt, ist Michael Knabe, der Autor der „Flüchtlingschroniken“, einer Fantasyreihe, die komplett ohne Magie, Drachen, Elfen, Zwerge oder sonstige mystische Wesen auskommt. Das geht? Und ob das geht! Wir haben selten eine so fesselnde und menschlich berührende Geschichte gelesen; mit Figuren, die in all ihrer Unvollkommenheit exzellent ausgearbeitet sind und uns wie jeden anderen, den wir kennen, in die dramatische Geschichte hineinziehen. Großes Fantasy-Kino weitab der üblichen und zu Tode gerittenen Klischees. Großer Lesetipp! Aktuell ist mit „Yelco“ der fünfte Band der Reihe erschienen.

Müssen wir noch erwähnen, dass wir uns direkt am Hybrid-Stand „Yelco“ gesichert haben, natürlich mit Signatur von Michael?

Nicht weit vom Stand des Hybrid-Verlags finden wir eine uns wohlbekannte Selfpublisherin: Carolin Lüdemann. Seit ihrem Roman-Debüt „Eine Zeit in Orangen“hier sehr gut rezensiert – hat sie fleißig nachgelegt. Nämlich mit „Eine Zeit in Thymian“, dem zweiten Band der ungewöhnlichen Fantasy-Trilogie, wie das Debüt ein fesselnder, erfrischend schräger und dabei romantischer Zeitreise-Roman. Und das mit einer sehr gehobenen Ausstattung inklusive ästhetisch sehr gelungenem Farbschnitt; was bei weitem nicht allen Selfpublishern gelingt. Wir warten gespannt auf den Abschluss der Trilogie.

Small is beautiful. Wir nehmen das wörtlich und greifen spontan nach „Das Leben der Ameisen“ von Maurice Maeterlinck. Erschienen im Czernin Verlag. Schon nach kurzem Hineinlesen sind wir fasziniert von dieser gelungenen Neuübersetzung des 1949 verstorbenen belgischen Schriftstellers, Dramatikers und Naturkundlers, der 1911 den Literaturnobelpreis erhalten hatte. Selten haben wir eine so poetische und trotzdem präzise Sprache erlebt. Und das bei einem Thema, an dem wir sonst achtlos vorübergegangen wären. Ameisen. Ausgerechnet Ameisen. Große Leseempfehlung!

Nächster Halt: Der mare Verlag, unlängst zur Genossenschaft „umgebaut“ und seit jeher einer der sympathischsten und literarisch entdeckungsfreudigsten unabhängigen Verlage. Gleich daneben ein ebenfalls alter Freund von uns: der Verlag Klaus Wagenbach. Wir gehen gar nicht im Einzelnen auf die reichhaltigen Verlagsprogramm ein. Lediglich der kleine Hinweis sei gestattet: Bei Wagenbach erwerben wir aus der Reihe der legendären roten SALTO-Bändchen Egon Erwin Kischs bereits 2013 erschienenen Berliner Reportagen „Aus dem Café Größenwahn“. Ein Klassiker, der auch heute noch merkwürdig aktuell klingt. Nicht nur vom Titel her. Lesetipp!

Wenn Lesen zur Mutprobe wird, landet man unweigerlich am Stand des Festa Verlags. Vielleicht nicht gerade unser literarischer Geschmack, aber wow! Was für eine Positionierung Im Buchmarkt. Noch deutlich jenseits von Fitzek und Co.

Wenn das Essen zur Mutprobe wird … Eingedenk des kulinarischen Angebots auf der Messe verschieben wir die mittägliche Nahrungsaufnahme und suchen uns abends lieber eine nette Adresse in der Stadt. Beispielsweise eines der zahlreichen und in der Regel sehr guten und zudem preiswerten vietnamesischen Restaurants. Tipp: Nicht weit von der Messe gibt’s das Wied-Nam. Aber pssst!

Spannend, aber nicht unerwartet ist die zunehmende Diskussion in Verlagen, wie sich welche Fach-KI sinnvoll einsetzen lässt, um verlagsinterne Prozesse effizienter zu machen. Ein Thema, dem man sich im Fachforum+ intensiv widmete. Wobei offensichtlich wird: KI hält Einzug in den Verlagen. Aber man ist sorgfältig bemüht, sie vollständig aus dem Lektorats-Tagesgeschäft herauszuhalten. Wie lange noch?

Während das Aufreger-Thema KI im Buch- und Verlagsgeschäft weiter durch unsere Gedanken wirbelt, mäandrieren wir weiter durch die Hallen. Vorüber an Plüschratten und …

… immer wieder zwischen aufwändig kostümierten VeretreterInnen der CosPlayer-Szene hindurch. Wir haben kein festes Ziel. Außer, so langsam wieder Richtung Ausgang zu streben.

Auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat sortiert Denis Scheck ein letztes Mal seine Bücherstapel mit Leseempfehlungen von der Buchmesse.

Für uns jedoch endet die Messe hier und heute. Erschöpft und mit müden Beinen reiten wir hinaus in den Sonnenuntergang. Nächstes Jahr kommen wir wieder ins schöne Leipzig, um den Bücherfrühliung zu feiern. Versprochen.

Wir hoffen, dass Euch unser kleiner Rundritt durch die Messehallen gefallen hat. Wir gestehen, dass wir diesmal ein wenig unkonzentriert waren, verglichen mit früheren Messe-Reportagen. Das war der Tatsache geschuldet, dass und zu Hause eine zwar gut versorgte, aber todkranke Katze erwartete. Etwas, was wir in all den Tagen nicht abzuschütteln vermochten. Wir hoffen, Ihr entschuldigt das und bleibt uns treu. Im Oktober melden wir uns von der Frankfurter Buchmesse. CU there!

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LBM 2026 (2): It’s all about stories

Veröffentlicht in Apple & Co, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Unterhaltung | 22. März 2026 | 16:11:18 | Roland Müller

Vielleicht mehr noch als bei jener anderen, noch größeren und deutlich kommerzielleren Buchmesse stehen auf der Leipziger Buchmesse die Geschichten im Zentrum. Gute Geschichten. Geschichten, die Leserinnen und Leser berühren, begeistern und fesseln.

Wie immer beginnt unser Rundgang vor der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat. Das üppige Programm im 45-Minuten-Takt zieht mit jedem einzelnen Auftritt Massen von Publikum an. Das Gerangel um freie Sitzplätze auf den Kubushockern nervt durchaus. Fast so sehr wie die Tatsache, dass mitunter auch der freie Raum vor den Sitzgelegenheiten bis an den Rand der Bühne von „Wildsitzern“ beleght, nein besetzt wird. Aber egal! Hauptsache die Menschen interessieren sich für die präsentierten Bücher.

Wir stolpern mitten hinein in die 3sat Buchzeit. Das mehr oder weniger literarische Rezensenten-Quartett bespricht „Meine Liebe stirbt nicht“, den neuen und allerersten Roman des berühmten Mafia-Investigativjournalisten Roberto Saviano. Ein profunder Sachbuchautor und Journalist traut sich an seinen ersten Roman? Kann das gutgehen? Die Rezensentenrunde zweifelt, findet, dass Saviano mit dem ihm ungewohnten Format der Belletristik fremdelt, in Klischees verfällt. Auch oder weil der Liebesgeschichte eine wahre Geschichte zugrunde liegt?

Einigkeit nach erstaunlich kurzer Diskussion herrscht hingegen bei Kais Harrabi, Katrin Schumacher (r.), Kai Sina (l.) und Sandra Kegel bezüglich Judith Herrmanns „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“. Der Titel avisiert die Suche der berühmten Autorin nach der Geschichte ihres bei der SS dienenden und in Polen stationierten Großvaters. Die Raffinesse der Erzählung besteht jedoch darin, vieles Faktische (weil nicht mehr verifizierbar) offenzulassen und den Vorgang der Expedition in die Vergangenheit als solchen zu beleuchten . Ein ungewöhnlicher Ansatz. Lesetipp? Gut möglich.

„Erzähl mir alles“ von Elizabeth Strout führt die Leserinnhen und Leser zurück in das schnarchige Crosby, ein Küstenstädtchen in Maine, also an der US-Ostküste und den bekannten Protagonisten Olive Kitteridge und Lucy Barton. Für die Pulitzer-Preisträgerin bekanntes Terroir, in dem sie eine bewegende Geschichte über Rückkehr, Liebe und Freundschaft ansiedelt. Wunderbar lesbar wie alle Romane der US-Autorin, die meist dann über das Genre hinauswächst, wenn sie das Alltägliche beschreibt, ohne es zu überhöhen. Klingt nach einem Lesetipp.

Dass das Rezensions-Team im Anschluss (oder war’s zu Beginn?) auf der Bühne ein Selfie-Shooting mit Mainzelmann Ded etwas überinszeniert, nun ja, dem Publikum hat’s gefallen.

Podcast live gab’s zu erleben auf dem Forum Offene Gesellschaft. Die beiden Podcaster Torsten Fremer und Prof. Dr. Friedrich von Borries diskutierten im Monopol-Podcast mit dem schönen Titel Fantasiemuskel mit Heike Geißler. Was uns beim Vorbeigehen stoppte, war tatsächlich der Titel „Optimieren verlernen“. Zum einen, weil wir jegliche Form von Selbstoptimierung und das damit verbundene Geschäftsmodell für obsolet halten. Zum anderen, weil wir die Autorin Heike Geißler als kritischen Geist sehr hoch schätzen (auch wenn ihre Homepage sicherheitstechnisch nicht up to date ist).

Der Preis der Leipziger Buchmesse beziehungsweise dessen Verleihung bildet einen der Höhepunkte der vier Messetage. Entsprechend aufwändig gerät die Präsentation der Nominierten, insbesondere im Bereioch Belletristik. Auf der Hauptbühne der Messe stellten sich die diesjährigen vier Kandidatinnen und ein Kandidat mit kurzen Lesungen vor, gefolgt von jeweils einem recht unterhaltsamen Interview. Und auch wenn unser ganz persönlicher Favorit „Die Wut ist ein heller Stern“ von Anja Kampmann gewesen ist, entschied sich die Jury schlussendlich anders …

And the winner is: „Goldstrand“ von Katerina Poladjan! Die natürlich umgehend auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat interviewt wurde. So viel ist klar: Die Auszeichnung wird den Abverkauf des Romans mächtig befeuern. Im Gegensatz dazu werden die vier Mitnominierten deutlich zurückfallen. Die Gesetze des Buchmarkts sind da leider gnadenlos.

Was generell bei unseren Rundgängen auf der Messe auffiel, war die an fast allen Ständen pr¨sente Solidarität mit den Buchhandlungen. Stichwort causa Weimer. Am großformatigsten wohl bei den S. Fischer Verlagen und bei Hanser.

Vielleicht können wir aus dem von Kulturstaatsminister Weimer ohne Not losgetretenen Skandal eines lernen: Wir alle müssen in Zukunft „Besser um die Zukunft streiten“. Nicht nur, wenn es um Reizthemen wie die Klimakrise geht, sondern ebenso bei Über- und Durchgriffen – ob mit Intention und Plan oder ohne – in die Freiheit von Kunst und Kultur oder gar unsere Demokratie als solche.

Trotz der wachsenden Erschöpfung nach unserem mehrstündigen Ritt durch die Messehallen wollten wir uns eines nicht entgehen lassen: Die abendliche Lesung von Anne Stern aus ihrem neuen (und ersten) historischen Kriminalroman „Die weiße Nacht“, moderiert von dem von uns sehr geschätzten Bücherblogger und Literaturkritiker Uwe Kalkowski, bekannt unter dem Arbeitspseudonym „Kaffeehaussitzer“. Der Ort der Veranstaltung: Eine Privatwohnung im Dachgeschoss einer Villa im Leipziger Bachviertel. Unser Dank gilt dem Gastgeber Hannes und seiner charmanten Gattin. Die überaus intime Atmosphäre der Veranstaltung harmonierte wunderbar mit der unglaublich dichten und fesselnden Atmosphärew inne Anne Sterns neuem Bestseller. Bestseller? Ja, daran besteht für uns schon jetzt kein Zweifel. Wir haben den Roman bereits zur Hälfte gelesen (Rezension folgt demnächst) und sind mächtig beeindruckt!

So, das war’s für heute. Morgen ist auch noch ein Tag und Gelegenheit für eine kurze Nachlese, Treffen mit alten Bekannten nach dem Motto „Small is beautiful“ und einem abschließenden, angemessen launigen Fazit der diesjährigen Leipziger Buchmesse.

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Tag 5 der FBM 2024: Große Gefühle und alte Helden

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Politik, Unterhaltung | 21. Oktober 2024 | 15:31:57 | Roland Müller

Nachdem heutzutage so ziemlich alles in einer „to go“ Version daherkommt, warum nicht auch Gefühle, große Gefühle sogar? Passenderweise im an eine Werkzeugkiste erinnernden Tragekarton. Schließlich ist gefühlsfokussierte Literatur für Heranwachsende (neudeutsch New Adult) genau das: Werkzeug und Lesezeug zum Bed- und Verarbeiten der eigenen, unterdrückten oder überbordenden (je nachdem) Gefühle und Stimmungen.

Apropos Gefühle: Beim SYNDIKAT, dem Verein der ausgelassen feiernden, schriftstellernden Kriminellen, äh, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur, ging’s mal wieder hoch her. Okay, ich habe gut reden; ich bin ja erst seit kurzem Mitglied. Aber ich will mir gar nicht ausmalen, was auf der nächsten CRIMINALE alles passieren mag.

Sebastian Fitzeks neuestem Wurf, dem „Kalendermädchen“, hat der Verlag eine eigene, aufwändige Installation gewidmet, inklusive Selfiemöglichkeit. Soweit ich gehört habe, gab es tatsächlich Überlebende. Diesmal. Bei seiner Signierstunde im vergangenen Jahr konnte man sich da nicht so sicher sein.

Eigentrlich eine schöne Serie, die sich Hanser Berlin da ausgedacht hat. Allerdings stelle ich mir die Frage, ob die Reihenfolge richtig gewählt ist. Logischer erschiene mir SCHLAFEN, LIEBEN, STREITEN, ALTERN?

Im Display gefällt mir das schon besser. Zumal es für ein längeres Leben spricht, das zudem positiv und hoffnungsvoll endet: Altern, Altern, Altern, Altern, Altern, Schlafen, Lieben, Lieben, Lieben, Streiten, Streiten, Lieben, Schlafen, Lieben, Streiten, Lieben, Streiten, Schlafen, Lieben. Das nenne ich mal altersgerecht!

Auch in diesem letzten Beitrag von der diesjährigen Buchmesse wollen wir Euch noch mit ein paar Lesetipps malträtieren. Zuerst etwas Gewichtigeres: „Die Eisenbahnen Mexikos“ von Gian Marco Griffi.

Eine fulminante, vor schrägen Ideen sprudelnde Abenteuerreise, entstanden während der Corona-Zwangspause, absurd, witzig, sehr gut übersetzt und ein großer Lesespaß gerade in den aktuellen italienischen Zeiten. Lesetipp Nummer 16 (habe ich mich verzählt? Nein? Gut).

Ach ja, wir leben (mal wieder) in einer Zeit, die sich nach Helden sehnt. Genaugenommen nach Heldinnen, aber das ist eine andere Geschichte. Nachdem Frank Schätzing sich (meine Vermutung und natürlich völlig haltlos) von seinem derzeitigen Verlag überreden ließ, sein erfolgreiches Romandebüt „Tod und Teufel“ (1995 erstmals bei Emons verlegt) zu einer Trilogie auszubauen, ist die Cover-Präsenz von „Helden“ auf dieser Messe geradezu übermächtig. Nicht nur in den Regalen und auf der Bühne von ARD/ZDF/3sat …

Sondern auch draußen auf der Agora. Ein Schätzing fast auf Augenhöhe mit dem Kölner Dom, sorry, dem Messeturm. Wir sind ja hier in Frankfurt.

Wo wir nun schon mal wieder draußen herumirrten, schafften wir es gerade noch rechtzeitig, dem Frankfurt Pavillon einen Besuch abzustatten. Zumal das filigrane Riesenei, dass die Architektur da mitten zwischen den Messehallen ausgebrütet hat, ein sehr spannendes Thema anbot:

Das Panel bestand aus vier Menschen, die wir jeden für sich besonders schätzen und teils sogar penetrant auf BookTok folgen. Knut Cordsen und sein Sidekick Miriam Fendt (Entschuldigung, nein, Miriam ist kein Sidekick, sondern eine mehr als adäquate Partnerin) von Literally. Dann @yannik s., der sympathische BookToker, der für den abwesenden Ole Liebl eingesprungen ist (gute Performance!) sowie Dr. Johannes Hilje, einer der bestvernetzten Politik- und Kommunikationsberater der Republik.

Das Thema des BookTok-Panels versprach einige Brisanz, und soviel können wir sagen: Die 50 Minuten Talk hielten, was das Thema versprach. Und wie erwartet lautet die Antwort auf die plakative Frage, unter der die Veranstaltung angekündigt worden war: Jein!

Nachdem sich der recht beliebte Phoenix-Podcast „Denken mit Kinnert und Welzer“ gerade auf der ARD/ZDF/3sat-Bühne materialisierte, legten wir eine kurze Pause ein, um den Erkenntnissen der ewigen Jung-Unternehmerin und -Politikerin Diana Kinnert und dem oft utopisierenden Soziologen Harald Welzer zu lauschen. Alles bisherigen Podcasts des Duos finden sich übrigens hier! Oft hörenswert.

Zurück in Halle 3 wird’s an diesem Sonntagnachmittag zusehens voller. Bei Taschen sowieso, und das nicht nur wegen dem Eyecatcher „Berlin, Berlin“ von Helmut Newton. Einmal mehr ist der Taschen-Stand (was für ein Wort!) einer der bestgestalteten der Messe. Kennt man ja.

Wir schieben uns auf der Suche nach den letzten Lesetipps weiter durch fröhliche Gewühl und danken den Messegöttern für die in diesem Jahr erstmal doppeltbreiten Hauptgänge. So, lieber Herr Boos, hätten wir uns das schon früher gewünscht. Soll mal einer sagen, der Hype um New Adult hätte nicht seine guten Seiten.

Mit „Favorita“ von Michelle Steinbeck (Schweizerin und weder verwandt noch verschwägert mit dem großen John Steinbeck) treffen wir auf ein würdiges Werk. Würdigungen und Interviews gibt’s da draußen schon genug. Die hier, diese oder diese. Wir sparen uns das also.

Und ja, Ihr vermutet richtig. Dieser Roman ist ein echter Pageturner und unser Lesetipp Nummer 17.

Ideal für zwischendurch, weil in handliche Kapitelchen gegliedert und trotzdem profund literarisch fällt uns am Stand der Aufbau Verlage „111 Action Szenen der Weltliteratur“ in die lesehungrigen Finger (geht das?). Als Nr. 477 der wunderbaren Anderen Bibliothek, die erst seit kurzer Zeit zu Aufbau gehört, lernen wir hier eine große Zahl renommierter Literaten von einer ganz anderen Seite kennen. Spannend: Aus mancher der geschilderten, ihnen zugestoßenen Begebenheiten/Actionszenen hätte man durchaus auch schriftstellerisch Honig saugen können. Lesetipp Nummer 18, perfekt für zwischendurch.

Natürlich kann es eingedenk unseres Alters nicht ausbleiben, dass wir uns auch in „Honey“ verliebt haben, Victor Lodatos Hymne auf eine alte Dame von bemerkenswerter … ja was? Lebenslust, Weisheit, Resilienz? Alls das und noch viel mehr. Wunderbar zu lesen. Ergo: Lesetipp Nummer 19!

Zurück bei Klett Cotta – mittlerweile qält uns der Durst, kein Wunder bei der trockenen Luft in den Messehallen – wären wir natürlich begeistert, zu „Trinken wie ein Dichter“. Am besten alle 99 Drinks.

Und am liebsten mit den Verursachern der Rezepturen. Wirklich schade, dass das leider nekrophile Züge annehmen würde. Denn die Toten trinken nicht mehr.

Nicht wirklich erstaunlich ist die Trinkfreude der im Buch versammelten Literaten. Es soll auch heutzutage noch Autor:innen geben, die … aber lassen wird das und genießen einfach diesen 20. Lesertipp.

Apropos: Die Platzierung des Bändchens in der Reihe unmittelbar über „Eine kurze Geschichte der Trunkenheit“ von Mark Forsyth hat was. Wirklich!

Einigermaßen geschafft von einem erneut langen Messetag machen wir uns final auf in Richtung Halle 1.2 – dumm nur, dass wir dazu an Bärbel Schäfers Bücher Talk vorbei müssen. Die sich redlich müht, einen gewissen alten Herrn im Zaum zuhalten, der sich seit Jahrzehnten in den gleichen patriachalen Posen gefällt. Müßig, zur Person Thomas Gottschalk noch weitere Worte zu verlieren. Und auch keine Links zu Person oder Verlag. Wir haben ihn vor ewigen Jahren mal auf einer Agenturfeier erlebt. Eine prägende Erfahrung bis heute. Dummerweise besteht heutzutage die Gefahr, dass seine Statements Wasser auf die Mühlen gewisser blauer Kreise sind. Also schnell weg hier!

Halle 1.2 am Sonntag. Endlich prall gefüllt. Das Mekka und Medina der New Adult Szene. Der Ort, an dem die dunkelsten Dark Romantasy Träume wahr werden. Wieso sind wir eigentlich hier? Na klar, wegen einem Buch …

Nämlich diesem hier: „Eine Zeit in Orangen“ von Carolin Lüdemann. History Romance, angenehm slow burning, zu finden am Stand des Selfpublishing Verbands. Und online auf den bekannten Portalen. Ein spannendes Set-up, interessante und unerwartet klischeeferne Protagonist:innen und eine exzellent recherchierter Unterbau einer Geschichte, bei der es um Düfte geht und ihre oft unerklärlich unwiderstehliche Anziehungskraft. Unser finaler 21. Lesetipp des diesjährigen FBM-Round-ups. Puh! Apropos Düfte, was ist das …?

Ah, wier schön. Die Quelle des intensiven Popcorn-Dufts, der um die Stände in Halle 1.2 wabert, nennt sich Nerdbar und kommt kaum nach mit dem Nachschub der Rohstoffe. Schöne Idee!

Eine Viertelstunde später stehen wir wieder draußen im nachmittaglichen Nebel, der beginnt, die Mainmetropole und ihre Wahrzeichen einzuhüllen. Was für ein passendes Schlussbild für diesen unseren letzten Berichtstag. Wie nach jeder Buchmesse bleibt die Zukunft von Autor:innen, Verlagen und Büchern im Nebel. Das einzige, was schon jetzt sicher ist: Im nächsten Jahr heißt der Ehrengast: Philippinen. Und natürlich werden wir alles wieder mit launigen Kommentaren und vielen Lesetipps begleiten.

Sollte Euch unser fünfteiliger Rundgang über die 76. Frankfurter Buchmesse gefallen haben, dann empfehlt uns gerne weiter. Schaut ab und zu mal rein ins digitale Café und freut Euch schon jetzt auf die Leipziger Buchmesse im März 2025. Denn auch von der werden wir wieder berichten. CU!

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Tag 3 der FBM 2024: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Politik | 18. Oktober 2024 | 20:17:44 | Roland Müller

Heute haben wir uns auf den Auftritt des diesjährigen Ehrengasts Italien gekümmert. Wie üblich fand der im Pavillon statt, in der Etage oberhalb der ARD/ZDF/3sat-Bühne. Wir suchten ganz unvoreingenommen an die Präsentation heranzugehen, obwohl bereits im Vorfeld allerlei kolportiert worden war über politische Vorgaben, Beeinflussungen, Ein- und Ausladungen „unliebsamer“ Autor:innen etc.

„Roots in the Future“ lautete das so gar nicht italienisch klingende Motto, fuur das sich Italien entschieden hatte. Ein Statement, das uns, die wir wegen der italienischen Literatur hierhergekommen waren, ein wenig ratlos zurückließ. „Wurzeln in der Zukunft“ – was wollen uns diese Worte sagen? Würden wir drinnen im Pavillon mehr darüber erfahren?

Wir betreten das italienische Klischee schlechthin, eine stylisch dargebotene Piazza, weiter vorne, zur Bühne hin, bestuhlt; hier, im hinteren Teil mit filigranen Kaffeehaustischchen und entsprechendem Gestühl bestückt, bei gedimmtem Licht und unter einem symbolischen Sternenhimmel. Umringt wird die Piazza von auf einem umlaufenden Podest aufsitzenden Säulenreihen in unterschiedlichen Formen. Dorisch, korinthisch, wie war das noch mal?

Und mitten drin, im Zentrum, ragt dann diese mehr als mannsgroße und damit monumental wirkende Goldhand empor. Irgendwie … merkwürdig? Schräg? Was soll uns das sagen? Bis hierhin und nicht weiter. Erinnerungen an „Goldfinger“ poppen empor. Wir schauen uns erneut um. Wir sind hier auf einer Buchmesse. Also: Wo sind die Bücher in dieser Zurschaustellung italienischer Klischeewelten? Alles sehr klassizistisch, monumental, irgendwie … gestrig? Ein vergangenes Italien, ein untergegangenes Italien.

Der Eindruck verstärkt sich noch, als wir in eine Feier bzw. eine Preisverleihung anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Universität Neapel hineinstolpern, das gerade auf der Bühne abgespult wird. Wie war noch mal das Motto: Roots in the Future? Hm. Wir spazieren ein wenig umher. Immer noch auf der Suche nach Büchern, nach Literatur …

Vielleicht lässt sich etwas finden in den Alkoven, die sich hinter den Säulen der Piazza auftun? In einem davon läuft gerade eine Präsentation …

Es scheint um Comics zu gehen. Immerhin. Wir kommen den bisher fehlenden Büchern etwas näher. Neugierig geworden arbeiten wir die anderen Alkoven ab.

Buchkunst zur Zeit von La Serenissima. Die Opulenz der italienischen Literatur, als die Seerepublik Venedig das Mittelmeer beherrschte. Eindrucksvoll, aber schon ein bisschen her. Wir gehen weiter.

Buchdruck und Schriftgestaltung zu Zeiten von Aldus Pius Manutius, dem berühmten venezianischen Buchdrucker und Verleger aus dem 15. Jahrhundert. Okay. Auch interessant und vage bekannt seit damals Adobe seine Pagemaker Software auf den Markt gebracht hat.

Dann endlich, während wir die Runde abschreiten, öffnet sich ein weiterer Alkoven. Und siehe da …

Hier finden wir sie endlich, italienische Literatur in diversen Regalmetern und ganz in Grün. Nun ja, der eine oder andere Bookstagrammer oder BookToker nennt eine vergleichbare Menge sein eigen. Aufgereiht in Billy Regalen. Ist das wirklich alles, was Italien zu bieten hat? Wo sind die Videoinstallationen seiner vornehmsten Literaten? Wo sind die Präsentationen der großen italienischen Gegenwartsliteratur? Wo ist die Auseinandersetzung mit mit der jüngeren, schwarzhemdigen Vergangenheit, vielleicht sogar mit dem gerade aufkeimenden Postfaschismus?

Ein wenig enttäuscht spazieren wir zurück auf die Piazza, zwischen die Kaffeetischchen. Soll das alles gewesen sein? Wo ist all die großartige Literatur, die die Kulturnation Italien auszeichnet? So langsam dämmert uns, dass all dies gar keine Inszenierung der Literaturnation Italien ist. Sondern eine Zurschaustellung einer ganz anderen Kultur, einer rückwärts gewandten, vergangener Größe nachtrauernden und ja, auch das, einer politischen Kultur. Eben jener, die gerade südlich der Alpen wieder aufkommt?

Wir wenden uns noch einmal nach vorne, Richtung Bühne …

Dort ist nun die Preisverleihung in vollem Gange. 800 Jahre Universität Neapel. Beeindruckend, gewiss. Aber auch das doch nur ein Blick zurück. Statt dorthin, wo Italiens Wurzeln zu finden sein sollen, in der Zukunft.

Ob die Besucher des Ehrengast-Pavillons ähnlich empfinden? Oder genießen sie einfach die vertraute Piazza-Atmosphäre und denken dabei an ihren eigenen Italienurlaub?

Auf der Piazza sitzen, ein wenig auf dem Smartphone herumscrollen, einen Espresso doppio schlürfen, ist es das, was uns hier verkauft werden soll? Eine grande illusione?

Und während wir so da stehen und überlegen und noch einmal hinüberschauen zur monumentalen goldenen Hand in der Mitte des Raumes, spüren wir, wie ganz eigenartige Assoziationen sich nach oben kämpfen. Diese Hand, erhoben wie zum Gruß, woran erinnert sie uns? An ein anderes Italien?

Nach diesem sicher sehr subjektiven, aber genau so empfundenen wie beschriebenen Eindruck unseres Streifzugs durch den Italien-Pavillon auf der 76. Frankfurter Buchmesse werden wir morgen einen Kontrapunkt dazu setzen: Wir werden uns auf die Suche machen nach lesenswerter, spannender, gern auch herausfordernder italienischer Literatur. Dann gibt’s auch wieder etwas zu verlinken. Denn diese Literatur existiert irgendwo dort draußen. Nur eben leider nicht hier drinnen. Wenn Euch interessiert, was wir finden werden, dann schaut gerne morgen wieder hier rein ins digitale Café. Wir freuen uns auf Euch.

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Tag 1 der FBM 2024: Ein Gefühl der Leere

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Politik, Unterhaltung | 16. Oktober 2024 | 21:21:43 | Roland Müller

Natürlich fühlt es sich toll an, einmal auf dem roten Teppich zu stehen. Aber tatsächlich ist das nur ein Aufmerksamkeit schaffender Bildaufmacher für unseren ersten Tag auf der 76. Frankfurter Buchmesse.

Tatsächlich herrschte zumindest auf der Anreise zur Messe einiges Gedränge in der S-Bahn und auf den Rolltreppen. Alles Fachbesucher natürlich nund verspätetes Verlagspersonal. Alles hektisch und meist in die allfälligen Smartphones parlierend. Nun ja, man kennt das.

Immerhin ging es in den Gängen sehr gesittet zu. Noch keine Menschenmassen in Sicht, nur eifrige Rucksackträger:innen und ein Mindestmaß an Presse.

Wie üblich besuchen wir in einem ersten Orientierungslauf Halle 3.0 – bereits hier zeigt sich, dass das Hinzufügen von Halle 1.2 für den zu erwartenden New Adult und Young Adult Rummel gewaltig Druck aus der Messe nehmen wird, indem Platz geschaffen wird für die Besucher. Breite Gänge tun sich auf. Und gleich am Eingang massive Präsenz von Thalia. Nun ja, eingedenk des Umsatzsprungs im aktuellen Buchjahr kein Wunder. Zumal die Buchhandelkette mittlerweile auch als Verleger auftritt.

Wir schlendern weiter, an einem strahlenden Kollegen vorbei – Andreas Eschbach –, der bei Bastei Lübbe überlebensgroß für „Die Abschaffung des Todes“ wirbt.

Wir notieren ganz neue Sitten bei Hoffmann und Campe, die bei dieser Buchmesse ihre Neuerscheinungen auf direktem Wege an den Mann und die Frau bringen wollen.

Bei Droemer Knaur steht wie immer die bekannte Rotunde mit der Parade der Bestsellerautor:innen im Zentrum des Messeauftritts. Details sparen wir uns für einen späteren Besuch auf.

Bei KiWi fällt uns im Vorbeiflanieren zweierlei auf: Einerseits die Überpräsenz von Frank Schätzings neuem Bestseller „Helden“, der sein Altwerk „Tod und Teufel“ zur Trilogie erweitern soll. Der dritte Teil der Mittelalter-Saga steht wohl für nächstes Jahr an? Ein zumindest für uns ungewohnt erscheinender Schritt zurück, bedenkt man die bisherigen Lieblingsthemen des Autors, die meist in einer nahen Zukunft spielten. Andererseits fasziniert uns die Idee, aus Buchrücken eine so aparte Sitzgelegenheit zu bauen – eine Art besitzbares Bücherregal. Durchaus nachbauenswert, wie wir finden.

Wir flattern an der unverkennbaren Ullstein-Eule vorbei und nehmen uns auch hier vor, am nächsten Messetag die Neuerscheinungen genauer in Augenschein zu nehmen.

Anschließend betreten wir vom Obergeschoss aus – Halle 3.1 – die Ballustrade, um frische Luft und einen sonnigen Mittwochmittag zu genießen. Und natürlich, um Euch Daheimgebliebene ein wenig neidisch zu machen. Denn das hier ist allerfeinster goldener Oktober. So weit das Auge über die Agora reicht …

… und reicht …

… und reicht …

… und reicht. So lassen sich sogar die wie immer zahlreichen Raucherinnen und Raucher ertragen, die sich bevorzugt hier draußen versammeln.

Wir beschließen, nach einem kurzen Rundgang über die Agora im Parterre von Halle 4 vorbeizuschauen, wo ARD/ZDF/3sat traditionell ihre Bühne aufgtebaut haben. Und tatsächlich. Hier herrscht bereits reger Sendebetrieb. Wir lauschen eine Weile Jürgen Trittin, der sein neues Werk „Alles muss anders bleiben“ vorstellt, im Gespräch (aka Bücher-Talk) mit Bärbel Schäfer.

Nichts gegen Jürgen Trittin – seine Einblicke in die Befindlichkeiten der Gesellschaft sind tatsächlich lesenswert –, aber noch spannender fanden wir das Interview von WDR Cosmo Moderatorin Claudia D’Avino mit der hierzulande immer noch viel zu wenig bekannten italienischen Bestsellerautorin Susanna Tamaro. Ihr neuestes Buch „Der Wind weht, wohin er will“ hat das Zeug dazu, unser erster Lesetipp dieser FBM zu werden. Wir werden morgen mal am Stand ihres deutschen Verlegers hineinlesen.

Da die Mittags-, sprich: Lunch-Zeit naht, begeben wir uns zum Ausgang, winken den erschreckend schlaffen Flaggen mit dem roten Buchmesse-Logo zu (vermutlich kommt morgen mehr Wind auf) und machen uns auf den Weg zu unserem Lieblings-Japaner ganz hier in der Nähe.

Wir durchqueren der gepflegten Friedrich-Ebert-Anlage und amüsieren uns über ein wenig felide Kunst auf einer Sitzbank im Grünstreifen.

Kurz darauf nehmen wir unsere sicherheitshalber reservierten Plätze im Ramen Jun Westend in der Wilhelm-Hauff-Straße ein, um eine der wirklich vorzüglichen japanischen Nudelsuppen zu schlürfen. Die perfekte Mittagsnahrung an einem anstrengenden Messetag. Sehr empfehlenswert!

Nach einer kurzen Verdauungspause geht’s wieder zurück zur Buchmesse, wo wir uns erstmals in die neue Halle 1.2 wagen, über die an den kommenden Tagen der Sturm der NA und YA Fans hereinbrechen wird. Dank breiter Auslauf- und Relax-Zonen und Meet and Greet Flächen weitaus gefahrloser als vergangenes Jahr in Halle 3.0! Hier treffen wir dann auch liebe Freunde. Die Drei vom BVjA, dem Bundesverband der jungen Autorinnen und Autoren. Links übrigens die rührige Ute Bareiss, Weltenbummler-Autorin. Und rechts die liebe Kollegin Karin Seemayer, die nicht weit von uns zu Hause ist. Ach ja, und in der Mitte natürlich Tobias Kiwitt, der Vorstandssprecher.

Nachdem die 8.000 Quadratmeter der Halle 1.2 derzeit noch wenig zu bieten haben, verziehen wir uns erneut zur Literaturbühne von ARD/ZDF/3sat, um noch ein wenig der BUCHZEIT zu lauschen, moderiert vom sehr geschätzten Gerd Scobel Von den vier präsentierten und mit kurzen Videotrailern angespielten Romanen von Richard Powers („Das große Spiel“), Iida Turpeinen („Das Wesen des Lebens“), Nora Bossong (Reichskanzlerplatz“) und Chetna Maroo „Western Lane“)interessiert uns eigentlich jeder. Obwohl da die vier Präsenteure Barbara Vinken (Universität München), Sandra Kegel (FAZ) und Katrin Schumacher (MDR) sowie Gerd Scobel selbst nicht immer gleicher Meinung waren.

Den Abschluss dieses ersten Messetages bildete für uns ein erster Besuch des Stands der Aufbau Verlage, Berlin, wo man sich während der abendlichen Happy Hour natürlich ganz besonders über den unvermuteten Gewinn einer Literaturnobelpreisträgerin freute: Aufbau ist der deutsche Herausgeber der Werke von Han Kang, deren neuestes Buch Anfang Dezember bei Aufbau erscheinen wird. Titel: „Unmöglicher Abschied“. Vorbestellungen sind bereits möglich!

So, das war’s für heute. Gila und ich hoffen, dass Euch dieser erste, unorganisierte Rundgang Spaß gemacht hat und freuen uns darauf, wenn Ihr uns auch morgen wieder begleitet. Bis dann!

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