FBM 2026 Tag 1: Alles neu und anders?
Veröffentlicht in Kultur, Kunst, Literatur, Unterhaltung | 08. Oktober 2026 | 22:34:19 | Roland Müller

Die neue Leitung der Frankfurter Buchmesse hatte sich ja entschlossen, ein neues Hallenkonzept für die diesjährige Messe umzusetzen. Hat es geklappt? Bringt es etwas? Wir versuchen, das auf einem ersten Rundgang zu klären.

Erst einmal schaut alles ganz normal aus. Relativ wenig Betrieb am Mittwochmorgen. Wir betreten die Messe durch den Haupteingang und stehen schon bald auf der Rolltreppe Richtung Halle 3 bis 12. Weiter vorne rechts geht es zum Pavillon des diesjährigen Ehrengasts Tschechien.

Halle 3.0 bietet einen bunten Mix aus Publikumsverlagen (die teils auf ihren bekannten Standplätzen beharrt hatten und allerlei mittlere und kleine, meist unabhängige Verlage. In Halle 3.1 im Stockwerk darüber, finden sich nun keine deutschen Publikumsverlage mehr, sondern internationale.

Beim ersten Rundegang treffen wir auf alte Bekannte, zum Beispiel den Verbrecher Verlag.

Auch einer unserer erklärten Lieblinge, der mittlerweile genossenschaftlich organisierte Mare Verlag, findet sich ein paarMeter weiter.

Demnächst einen genaueren Augenschein wert ist der kleine Stand der Arno Schmidt Stiftung. Es muss ja nicht gleich um den Zettelkasten gehen.

Noch ein bevorzugter Anlaufpunkt – nicht nur für Freunde der berühmten roten SALTO-Reihe – ist der Klaus Wagenbach Verlag. Mit seinem Programm werden wir uns noch genauer befassen.

Die Frankfurter Verlagsanstalt traut sich etwas: Erstmals bringen die traditionsreichen Frankfurter eine Reihe von sogenannten Pockets heraus, Taschenbücher eben. Auch da lohnt sich ein genauerer Blick.

Ebenfalls in Halle 3.0 zu finden ist einer der führenden und renommiertesten Independents: VQ, Voland & Quist.

Auf der anderen Seite der Halle und damit am „alten“ Platz dominiert Klett-Cotta.

In einem der Parallelgänge zieht wie bereits im vergangenen Jahr ein überdimensionales Buch die Messebesucher zum Stand von Kein & Aber. Diesmal spielt Franziska Gänslers Roman „Orca“ den Köder.

C.H.Beck inszemniert seine verkaufsstarke Freddie-Mercury-Biographie. Unübersehbar und zu typischen Freddie Mercury Posen animierend. Spätestens morgen wird das vermutlich ein Hotspot für Selfie-Fans.

Ebenfalls hier zu finden ist der Stand von PEN Berlin. Mit Vorstand Deniz Yücel bei der Arbeit.

Zum Abschluss unseres Rundgangs durch Halle 3.0 stolpern wir über unser Tages-Highlight. Beim Podium Rheinland-Pfalz präsentieren Laali Lyberth, die Verlegerin des kleinen, aber feinen Inuit Verlags und die Historikerin, Übersetzerin und Kuratorin des Grönländischen Nationalmuseums und -archivs in Nuuk, Ujammiugaq Engell. Hier bei der Verkabelung vor der Lifepräsentation der deutschen Ausgabe des Bestiarium Groenlandicum.

Alles bereit? Dann kann’s losgehen.

Nach der zwanzigminütigen überaus spannenden Präsentation von Ujammiugaq Engell, die mit ihrer strahlenden Fröhlichkeit und Eloquenz die Bühne rockte, ging’s zum Signieren. Anschließend fanden wir noch Zeit, ein wenig mit den beiden Damen zu diskutieren. Für uns das erfreuliche Ende des ersten Messetages.
Und das neue Hallenkonzept? Scheint zu funktionieren. In Halle 4.0 erwarten uns größtenteil Romantasy undnDark Romance Verlage nebst dem dazu gehörenden Merchandise-Artikel. In Halle 5.0 schließlich haben sich die restlichen Publikumsverlage niedergelassen. Eigentlich rechtübersichtlich. Mal sehen, ob sich unser Eindruck morgen bestätigt. CU tomorrow!

