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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

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Iran ist nicht gleich Iran

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien, Mobilität, Politik | 15. Juni 2009 | 18:36:05 | Dirk Kirchberg

Ich verfolge sehr gespannt, was sich im Iran abspielt. Hunderttausende Menschen – ein BBC-Reporter sprach gar von mehreren Millionen – gehen auf die Straßen und demonstrieren. Sie wehren sich, auch auf die Gefahr hin, wie hunderte Oppositionelle in den Kellern des Regimes zu verschwinden. Oder getötet zu werden, wie heute bereits gerüchteweise berichtet wurde.

Ob die Wahlen nun manipuliert wurden, bleibt abzuwarten. Ob wir die echten Ergebnisse erfahren werden, bleibt ebenfalls abzuwarten. Dass die Medien eingeschüchtert wurden, ist kein Geheimnis mehr. Und dass die iranische Regierung anscheinend zerrissen ist, ebenfalls nicht.

Natürlich organisieren sich die Gegner Ahmadinedschads auch und vor allem über das Internet. Ich empfehle an dieser Stelle zwei Fotoserien bei The Big Picture. Die erste thematisiert die Wahlen im Iran, die zweite die erneuten Proteste. Die Mussawi-Stencils gibt’s übrigens hier.

Update: Twitter verschiebt Wartungsarbeiten, um Nutzern im Iran weiterhin Kommunikation jenseits der Zensur zu ermöglichen.

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DWGMF: Truly Global Media

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien, Mobilität, Politik, Technologie | 07. Juni 2009 | 20:36:59 | Dirk Kirchberg

Das Deutsche Welle Global Media Forum (#dwgmf) stand in diesem Jahr unter dem Slogan Conflict Prevention in the Multimedia Age und fand im ehemaligen Bundestag in Bonn statt. Da die Konferenzsprache Englisch war, und ich vorwiegend Journalisten aus aller Welt kennengelernt habe, wird dies hier der erste zweisprachige Artikel im Café. Es folgen zahlreiche Fotos, Videointerviews und Links sowie meine pur subjektiven Eindrücke.

The 2009 edition of the Deutsche Welle Global Media Forum (#dwgmf) was titled Conflict Prevention in the Multimedia Age and was located at the former German Bundestag in Bonn. Since the main language at the forum was English and I mostly met journalists from all over the world, this here will be the first bilingual article in the Café. Up next are many photos, video interviews and links plus my purely subjective impressions.

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Wenn Du Terrorist bist, wirst Du abgemahnt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien, Politik, Technologie | 23. Mai 2009 | 11:49:15 | Dirk Kirchberg

Du bist Deutschland – der Slogan dieser Kampagne, die ein positives Deutschland-Gefühl zum Ziel hatte, allerdings von vielen Seiten wegen der flachen Inhalte kritisiert wurde, inspirierte Alexander Lehmann zu einem Titel für seine Diplomarbeit, in der er die derzeitigen Bestrebungen einiger Politiker und Behörden thematisiert, Überwachung und Zensur die Sicherheit in Deutschland zu stärken. Lehmann produzierte einen Film und textete den bekannten Slogan in Du bist Terrorist um – und wurde umgehend von der für Du bist Deutschland verantwortlich zeichnenden Agentur KemperTrautmann angemahnt.

Lehmann soll innerhalb von drei Tagen alle Hinweise auf die Du bist Deutschland-Kampagne entfernen und soll auch die Domain dubistterrorist.de nicht mehr verwenden.

Liebe KemperTrautmänner, warum in aller Welt mahnt Ihr einen kritisch denkenden Menschen ab? Weil er Euren Slogan verändert nutzt? Habt Ihr ein Markenrecht für alle Du bist-Kombinationen? Also auch für Du bist bekloppt, Du bist ein Nixchecker und Du bist nicht besser als Zensursula?!

Überraschend finde ich die Tatsache, dass die Persiflage der Spreeblickler damals ohne Konsequenzen blieb. Vielleicht lag es ja an der Größe des Blogs? Wollte man damals eventuell nicht die deutsche Blogosphäre direkt an der Spitze angreifen? Aber diesmal ist es ja nur ein kleiner Querulant, dem man mal locker den Arsch abmahnen kann?!

Nun, liebe KemperTrautmänner, da habt Ihr Euch ordentlich verrechnet. Im Jahre 2009 ist es egal, wie groß oder klein ein Projekt im Web ist. Das Web ist engmaschiger denn je, daher erfahren wir von solchen Sauereien schneller. Und können schneller und breiter darauf reagieren.

Und damit sind wir am heutigen Tag, dem Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland und des deutschen Grundgesetzes, schon beim Hauptfilm angekommen. Viel Spaß bei Du bist Terrorist!

(gefunden via netzpolitik.org)

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next09: Die next(e) bitte!

Veröffentlicht in Apple & Co, Gesellschaft, Internet, Kultur, Medien, Mobilität, Technologie | 07. Mai 2009 | 00:34:55 | Dirk Kirchberg

Die next09 in Hamburg hat mich überrascht. Nachdem ich letzten Jahr auch schon dabei war, die Konferenz mir damals aber eher wie ein Web-Einführungsseminar für Werbeagenturen vorkam – und ich so genervt war, dass ich die 08er Ausgabe nicht einmal verreißen wollte –, hat mich die next in diesem Jahr überzeugt. Und das lag nicht nicht nur an Jeff Jarvis, mit dem ich ein kleines Interview geführt habe.

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ZensUrsula oder von der Macht des Schwarms

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien, Politik, Technologie | 04. Mai 2009 | 17:31:00 | Dirk Kirchberg

Zugegeben, ich habe ein wenig gebraucht, um den Hashtag #zensursula zu entschlüsseln. Es hilft, wenn man diesen kleinen Racker anders schreibt: ZensUrsula. Natürlich ist damit die gewählte Mutter Deutschlands, Ursula von der Leyen gemeint, ihres Zeichens Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dass in dieser Auflistung der Zusatz Internet fehlt, wird noch von Bedeutung sein.

Unsere Bundes-Uschi ist als Bundes-Mutti also auch für den Schutz von Kindern zuständig. Und deshalb macht sie sich gerade gegen Kinderpornografie stark und will Pädophile jagen. Gut so, sagen wir! Allerdings nicht so, wie sie es vorhat. Denn dass Uschi vom Internet herzlich wenig Ahnung hat, offenbarte sie kürzlich in einem Interview bei radio eins. Denn in diesem Interview erklärte sie alle Internetuser, die in der Lage sind, eine DNS-Sperre zu umgehen, zu potentiellen Pädokriminellen.

Frau Ministerin, Frau von der Leyen, Uschi – glaub doch einfach mal den Experten und Spezialisten, wenn die Dir sagen, dass das, was Du da vorantreibst, nichts als Augenwischerei ist und zudem noch gefährlich ist für demokratische Prinzipien.

Und da das Netz nicht nur aus widerlichen Kinderschändern besteht, rufen wir hiermit dazu auf, dass ein jeder Nutzer sich beim Bundestag online anmelde (eine schmerzvolle Prozedur…) und die ePetition gegen Indizierung und Sperrung von Internetseiten unterzeichne. 50.000 Menschen müssen sich gegen eine solche Zensur aussprechen und unterschreiben, damit die Petition vom Petitionsausschuss des Bundestags behandelt werden muss. Wir verweisen gern auch auf die Videoaktion bei netzpolitik.org, wo sich in kurzen aufgenommenen Statements Netzmenschen gegen die Zensurbestrebungen der deutschen Regierung aussprechen. Das Schablonenbild stammt übrigens aus dem Font Parole, den man hier herunterladen kann.

Einen Gastbeitrag von Jens Scholz (den jeder gern bei Namensnennung kopieren und publizieren darf), der erläutert, warum es bei diesen Maßnahmen eigentlich um Zensur geht, lest Ihr auf der folgenden Seite.

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