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Archiv für die Kategorie ‘Kultur’

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Der gute Mensch von Hollywood

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur | 28. September 2008 | 13:45:02 | Roland Müller

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Nein, Paul Leonard Newman war gewiss nicht der typische Leinwandheld. Kein artifizielles Produkt der Stars in Serie produzierenden und sie anschließend wieder ausspuckenden Glorifizierungsmaschinerie der Traumfabrik. Dazu war er zu eigensinnig, zu selbstbestimmt und zu wenig egomanisch in seiner Selbstwahrnehmung. Kein Wunder, dass einer wie er, der zeitlebens und wissentlichAbstand hielt zum Glamour seiner Branche, nicht genügend dazugehörte, um bereits in jungen Jahren Oscars abzuräumen. Nur sehr widerstrebend und spät ließ sich der Hollywood-Olymp und insbesondere die Jury der alljährlichen Oscar-Show der cineastischen Eitelkeiten im Rahmen ihrer Nabelschau herab, das prestigeträchtige Metallhascherl an Newman zu vergeben – nach immerhin 9 Nominierungen. Gelegenheit hätte es also über Dekaden reichlich gegeben. Nein, Paul Leonard Newman war etwas in Hollywood unerhört seltens: Er war nicht käuflich..

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Die schleichende Automatisierung des Journalismus

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Medien | 19. September 2008 | 16:57:43 | Roland Müller

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Diese nur auf den ersten Blick erheiternde, von der Süddeutschen Zeitung und vom Tagesspiegel kolportierte Geschichte, hat uns dazu veranlasst, einmal der Frage nachzugehen, wie es denn überhaupt steht um den hochgelobten Qualitätsjournalismus. Ist es vielleicht der Beginn eines Trends, dass in Zukunft wie heute schon bei GoogleNews, Computer die Redakteure wegsparen, selbstständig aus dem Nachrichtenpool Stories generieren und dabei so gar nicht menschliche, manchmal vielleicht sogar unmenschliche Fehler machen?

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Was bleibt? Sieben Jahre nach 9/11

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Medien, Politik | 12. September 2008 | 12:36:56 | Dirk Kirchberg

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Gestern habe die Zeitungen rausgesucht, die ich am 12. September 2001 gekauft habe. Ich wollte etwas archivieren, das ich später mal meinen bisher hypothetischen Kindern sein kann. Als ich damals am Kiosk stand und deutsche wie internationale Zeitungen kaufte, war es mir wichtig, die Printausgaben zu Hause in eine Schachtel legen zu können. Es war mir 2001 anscheinend noch nicht bewusst, wie sehr das Internet unser aller Leben nachhaltig verändern würde.

Ich habe auch mehrere Fotobücher zu 9/11 aus dem Regal geholt, darin geblättert, und sofort war dieses Gefühl in der Magengegend wieder da, dieses Gefühl, dass dieses Datum uns für immer gebrandmarkt hat. Nicht von außen sichtbar, aber in der Seele – wenn es denn sowas gibt.

Der 11. September 2001 wird für unsere Generation das Datum sein, von dem wir immer wissen werden, wo wir waren, als wir von den Anschlägen erfuhren. So wie für unsere Eltern vielleicht die Mondlandung oder die Ermordung von JFK prägend war, so ist es für uns 9/11.

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Richard Dawkins lacht dem Teufel ins Gesicht

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur | 27. August 2008 | 13:17:17 | Dirk Kirchberg

Dass wir hier im Café bisher noch nicht über Richard Dawkins diskutiert haben, ist ein Versäumnis, das wir schnellstens beheben müssen. Nur kurz vorab: Richard Dawkins ist Zoologe und Biologe und leidenschaftlicher Atheist. Er reist durch die Welt, diskutiert mit religiösen Menschen und versucht der Welt zu erklären, dass es keinen einzigen stichhaltigen Beweis für die Existenz eines Gottes gibt und damit auch keinen Grund, an einen zu glauben.

Damit macht sich Dawkins natürlich zur Zielscheibe von Konservativen bis zu Radikalen. Aber anstatt sich verängstigt zu verstecken, schlägt er zurück – verbal. In diesem kleinen Video liest er Leserpost von, sagen wir mal, Kritikern vor. Sehr lustig!

gefunden bei Spreeblick

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Solschenizyn und das neue Russland

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Politik | 05. August 2008 | 17:18:53 | Roland Müller

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Alexander Issajewitsch Solschenizyn, be- und gerühmter russischer Schriftsteller, Dramatiker und Träger des Literatur-Nobelpreises, ist am 3. August 2008 im Alter von 89 wildbewegten Jahren an einem Hirnschlag verstorben. Der studierte Mathematiker und Philosoph, WWII-Veteran und Stalin-Kritiker stand wie kein anderer zeitgenössischer Intellektueller für die Aufarbeitung der Greuel des Sowjetstaates unter Stalin und seinen Nachfolgern. In der Sowjetunion geächtet und nach seiner 1953 endenden Haft im Gulag in die Verbannung geschickt, wurde er, damals bereits krebskrank, 1957 rehabilitiert, damit aber nicht zum Schweigen gebracht. Ganz im Gegenteil nahm er seine sehr persönlichen Erfahrungen zum Anlass, zu beweisen, dass zumindest manchmal die Feder schärfer sein kann als jedes Schwert. Sein literarisches Verarbeiten des dunkelsten Kapitels russischer Geschichte brachte ihm nicht nur nach Erscheinen seines monumentalen „Der Archipel Gulag“ 1974 ein zwanzigjähriges Exil im Westen ein, es fand auch weltweite Anerkennung in Form des Nobelpreises für Literatur, den er 1970 in Abwesenheit verliehen bekam. Zwar war er bis zuletzt unbeugsam im Geist, erntete mit seiner zunehmenden Hinwendung zum orthodoxen Christentum und zu einer stramm russisch-nationalen Gesinnung jedoch immer wieder Kritik. Vielleicht, weil viele seiner einstigen Bewunderer verkannten, dass er bis zuletzt blieb, was er zeitlebens war, ein russischer Patriot mit hohen moralischen Ansprüchen – hoch genug, dass ihre Unerreichbarkeit wohl selbst Heinrich Bölls Grenzen des Verständnisses ein ums andere Mal überschritt. Nichtdestotrotz muss man ihm größten Respekt zollen, hat er doch den Wandel des sowjetischen Repressionsstaates zu einem neuen Russland entscheidend mit eingeleitet. Auch wenn dieses neue Russland unter Putin noch Lichtjahre entfernt sein mag von dem in West und Ost sicher sehr unterschiedlich erhofften Idealbild.

Morgen, am 6. August 2008, werden seine sterblichen Überreste auf dem Moskauer Donskoi-Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

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