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Nik Software Silver EfexPro – SW-Dunkelkammer ganz ohne Chemie

Veröffentlicht in Apple & Co, Fotografie | 23. November 2008 | 16:37:51 | Gila Müller

Adobe® PhotoShop® ist ohne Zweifel die Bildbearbeitungssoftware schlechthin. Im Prinzip lässt sich damit alles hinbekommen, was die Kombination aus einer digitale Dunkelkammer und einer leistungsfähigen Grafiksoftware ermöglichen kann. Ähnliches gilt für Apples® Aperture®. Wozu also noch aufwändige Filter anschaffen oder gar spezialisierte Grafikprogramme, wenn der Platzhirsch eh schon alles kann. Nun, am Beispiel von Nik Software Silver Efex Pro wollen wir darauf eine Antwort geben…

Silver Efex Pro von Nik Software integriert sich in die Filterstruktur von Adobe® PhotoShop® oder Apple® Aperture® und kann dort nach erfolgreicher Installation unterm FILTER Menü aufgerufen werden. Das zugrunde liegende Foto wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Alles auf einen Blick

Sehr übersichtlich strukturiert finden wir links eine Spalte mit den Standardansichten des in der Fenstermitte groß abgebildeten Fotos. Die Einstellungen Neutral, Underexposure EV-1, Overexposure EV +1, High Structure, Pull Process N -1, Push process N +1, +2 oder +3, High Contrast Red Filter, Orange Filter, Yellow Filter oder Green Filter, Full Spectrum, Full Spectrum Inverse, Dark oder Soft Sepia, Ambrotype, Cyano Type oder Tin Type, Infrared Film Normal oder Soft, Soft Skin, Wet Rocks, Darken Contrast Vignette, Antique Plate I und II, Antique Solarisation, Holga (!) und Pinhole geben so ziemlich das gesamte Repertoire dessen her, was ein erfahrener Dunkelkammer-Freak in der Schwarzweißverarbeitung so drauf hat. Weitere Stile können individuell generiert, abgespeichert oder importiert werden.

Geniale Auswahl und doch nur der Anfang

Doch das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten, die Nik Software auf dem Weg zum hochwertigen, durchaus für Fine Art Prints geeigneten Schwarzweißfoto bietet. Natürlich können Kontrollpunkte gesetzt werden, um den Konstrastumfang optimal wiederzugeben. Schatten und Spitzlichter lassen sich gezielt herausarbeiten, Helligkeit, Kontrast und Struktur mit Schiebereglern prozentgenau einstellen.

Dazu können  weitere, die Kontrastwiedergabe beeinflussende Farbfilter addiert, etliche Stilisierungseffekte hinzugefügt werden und – ein absolutes Highlight für ehemalige Analogfotografen: Es können berühmte, spezifische Filmtypen der Schwarzweißfotografie simuliert werden! Und zwar in einer Qualität, dass selbst den hartleibigsten Digitalkameraverweigerern Angst und Bange werden muss:

18 klassische Schwarzweißfilme vom Kodak ISO 32 Panatomic X über den Klassiker Ilford Delta 3200 Pro lassen sich auswählen. Darunter so unvergessliche Emulsionen wie der Agfa APX Pro 100 oder der unvergessene Kodak Tri-X 400.

Wem das noch nicht genügt, der kann das Filmkorn direkt beeinflussen und detailliert einstellen, von Weich bis Hart und mit Vorgabe der gewünschten Körnung pro Pixel. Dito  die Filmempfindlichkeit  nach Farben von Rot über Gelb, Grün und Cyan bis Blau und Violett. Sprich:  Man kann sich regelrecht seine individuelle Schwarzweißfilm-Emulsion zusammenmixen. Und zudem auch noch eine spezifische Tonkurve festlegen.

Natürlich ist auch eine partielle Anwendung der Funktionen auf Bildteile möglich. malen, radieren, Füllen und Löschen werden in einem Enblendfenster im Photoshop-Original angeboten. Die selektive Steuerung von Tonwert und Kontrast ist damit eine kleinigkeit. Der Weg dazu führt über die Funktion PINSEL unten rechts im Silver EfexPro Fenster.

Aber selbst wer all diese Feinheiten, die in den übersichtlichen Menüs der Spalte rechts vom Hauptbild zusammengefasst sind, nicht ausreizen mag, ist in der Lage mit wenigen Klicks ein sehr individuelles Schwarzweißfoto von künstlerischem Anspruch zu erstellen. Mit dank Lupenfunktion sicherem Blick fürs    Detail. Ganz ohne Chemikalienrühren, Stoppuhrkontrolle, Abwedeln, Nachbelichten und Dunkelkammerrotlicht. Vor allem aber: Schnell, präzise und überaus logisch in der Bedienung.

Vorausgesetzt, man bringt zumindest gewisse Grundkenntnisse    der Schwarzweißfotografie mit und hat vielleicht sogar in früheren   Zeiten schon mal einen Schwarzweißfilm in der Analogkamera  gehabt oder sogar erste Gehversuche in der eigenen Dunkelkammer gemacht.

Generell muss man neidlos anerkennen, dass des Niks Software mit Silver EfexPro gelungen ist, ein bemerkenswert ausgereiftes Produkt auf den Markt zu bringen, dass hohen professionellen Ansprüchen genügt, sich perfekt in Photoshop® oder Aperture® integriert und  zu einem durchaus akzeptablen Preis dessen Möglichkeiten deutlich erweitert  – speziell, wenn man die außerordentliche Convenience berücksichtigt. mit der sich das Programm benutzen lässt! Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen.

Fazit deshalb: Ab sofort wird Nik’s Software Silver EfexPro zur Software-Grundausstattung der eh fotografieverliebten Café Digital Redaktion gehören.

Bezugsquelle: Nik Software Online-Shop
Preis: 199,95 EUR

PS: Das abgebildete Motiv entstand mit einer Nikon D2H im Januar 2008 im San Francisco Maritime Historical Park und zeigt das Heck des 1886 in Glasgow/Schottland vom Stapel gelaufenen Dreimasters Balclutha bewusst historisierend im Stil einer zeitgenössischen Plattenaufnahme…

(Gila Mueller, Illustrator, Software Reviews Café Digital)

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2 Antworten zu “Nik Software Silver EfexPro – SW-Dunkelkammer ganz ohne Chemie”

  1. 26. November 2008 um 20:27:43 | CK TheJunction sagt:

    Photoshop rules. Wann kommt die neue Version raus??

  2. 29. November 2008 um 18:46:37 | Roland sagt:

    Soweit wir wissen, Anfang Dezember. Also vielleicht schon in der kommenden Woche!

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