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Archiv für 23. Oktober 2008

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Analoges im Digitalen: Das Pola ist nicht tot

Veröffentlicht in Fotografie, Gadgets, Internet | 23. Oktober 2008 | 23:46:35 | Dirk Kirchberg

Polaroids gehörten zu meiner Kindheit wie heute Twitter zu meinem digitalen Alltag. Mein Vater hatte eine SX-70, mit der er Immobilien für seine Unterlagen – er selbständiger Versicherungsmakler – fotografierte. Das Auslösegeräusch ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Als die digitale Fotografie die analoge nach und nach verdrängte, verschwand auch die Polaroid-Fotografie. Nur bei Liebhabern wurde und wird sie weiter eifrig betrieben. Im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit – kleiner Gruß an Walter Benjamin – war und ist das Polaroid etwas Besonderes, denn es handelt sich bei jedem Foto um ein Unikat.

Die 600er Filme sind mittlerweile sauteuer, die Kameras gibt’s zu Schnäppchenpreisen im Netz. Ich habe vor Jahren nochmals eine SX-70 mit Autofokus ersteigert, allerdings verstaubt sie auch seit geraumer Zeit im Keller in einem Karton, direkt neben meinen CDs.

Nun ist das Pola zurück, und das zudem digital. Denn nun gibt es – und bisher exklusiv für den Mac! – das kostenlose Poladroid. Die Handhabung ist supersimpel, einfach ein Jpeg auf die kleine Plastikpolaroidknipse ziehen, und schon ertönt der bekannte Auslöser. Das Pola erscheint, das man fleißig schütteln kann, damit die Entwicklung schneller voranschreitet. Das Ergebnis kann man als Jpeg sichern – mit einer Auflösung von 400 dpi. Schön wäre es, wenn der Entwickler eine SX-70 für das Icon als Vorbild nehmen würde. Aber es ist ja auch erst eine Beta.

Der Entwickler denkt auch über eine Pro-Version nach. Da soll es dann andere Bildränder und Effekte geben, und das Programm soll andere Formate, vielleicht sogar PSDs, verarbeiten können. Viel Spaß beim Schütteln!

P.S. Es gibt bei flickr eine eigene Poladroid-Gruppe.

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