Kamera
Schokolade

Ein Traum für iHypochonder

Veröffentlicht in Apple & Co | 30. Mai 2008 | 09:22:56 | Roland Müller

adam.jpg

Von Zeit zu Zeit stolpern wir hier in der Redaktion über Programme, die weitab vom Mainstream Neuland beschreiten. Der neueste Hit im Café nennt sich Symptom Navigator und wird vom Healthcare-Software-Spezialisten A.D.A.M. angeboten. Und fürwahr, dieser Symptom Navigator erfüllt die feuchten Träume eines jeden Freizeit-Hypochonders à la Harald Schmidt! Ein Grund, mal einen genaueren Blick darauf zu werfen…

A.D.A.M. Symptom Navigator ist eine Web Application für das iPhone in seiner aktuellsten Betriebssystem-Version. Sprich: Exchange ActiveSync und 3rd Party Application Support müssen installiert sein. Ist dies der Fall, dann begibt man sich per iPhone auf die ADAM Mobile Website und lädt die Applikation herunter. Einmal installiert, hat der gesundheitsbewusste iPhoner dann das ultimative, interaktive Selbstdiagnose-Tool in der Tasche und kann seinem Haus- oder Facharzt jederzeit in Angst und Schrecken versetzen.

adam_a.jpg

Zugegebenermaßen ist der Symptoms Navigator von einiger Rafinesse. Zumal seine Bedienungsoberfläche die Möglichkeiten des iPhone trefflich ausschöpft. Auf dem Startscreen wartet ein nackter Adam darauf, dass man ihn antippt, um der Software zu sagen, wo’s wehtut.

adam_b.jpg

Nach der interaktiven Präzisierung der tatsächlichen oder eingebildeten Symptome diagnostiziert das Programm dann, welches Gebrechen oder welche Erkrankung vorliegen könnte und vermittelt jede Menge erbaulicher Fachinformationen zum jeweiligen Krankheitsbild.

adam_c.jpg

Wie gesagt, das ist der Traum eines jeden Hypochonders. Wer allerdings ganz pragmatisch mit derlei umzugehen vermag, erhält mit Symptom Navigator immerhin eine echte Navigationshilfe in Sachen Gesundheit und kann informiert entscheiden, ob das aktuelle Unwohlsein einen Besuch beim Arzt erfordert oder dieser unnötig ist.

adam_d.jpg

In einer Zeit, wo hierzulande medizinische Versorgung längst in einem Zweiklassensystem angekommen ist und jeder Gang zum Arzt Kosten verursacht, kann ein Tool wie dieses durchaus hilfreich sein. Auch wenn es Doktoren geben mag, denen ein zu weitgehend aufgeklärter und vorinformierter Patient ein Greuel sein mag. Zudem weisen natürlich nur die wenigsten von uns iPhonern das nötige Fachwissen auf, um anhand einer solchen softwaregestützten Erstdiagnose wirklich beurteilen zu können, ob der eigene Eindruck der Realität oder der Einbildung entspringt. Aber gleichwohl, der A.D.A.M. Symptom Navigator zeigt auf, was in Zukunft mit dem iPhone alles möglich werden wird. Und: Er basiert auf der zumindest in den USA wohlbekannten Health Encyclopedia von A.D.A.M., die im Klinikbereich eingesetzt wird und ist kostenlos!

Achtung: Die CD-Redaktion empfiehlt ausdrücklich, vor Download und Gebrauch dieses Tools einen Hypochonder-Selbsttest zu machen!

(©Fotos: www.adam.com)

weitere Artikel

« | »

3 Antworten zu “Ein Traum für iHypochonder”

  1. 30. Mai 2008 um 19:49:13 | claude sagt:

    „…jeder Gang zum Arzt Kosten verursacht…“

  2. 30. Mai 2008 um 19:58:00 | claude sagt:

    oh man das ist ja schrecklich. Ganz anders, als beim Anwalt, oder Handwerksmeister oder Auto-Vertragswerkstatt, oder ein Besuch beim Amt. Die machen das alles umsonst.
    Sie „nennen es (ja auch nicht) Arbeit“

    Man bekommt für seinen überschaubaren Beitrag z.B. eine Nierentransplantation.
    Oder 3 Monate Intensivstation mit anschließdender Reha-Maßnahme, wenn ich beim Downhill-montainbike-Fahren mit der Rübe gegen den Baum krache.
    Was sind da 10 Euro ?

    siehe auch

    http://tinyurl.com/5vvwej

    Das ist alles nicht sooooo einfach. Es lebe die Revolut… äh… Gesundheitsreform.

  3. 31. Mai 2008 um 09:10:47 | Roland sagt:

    Hallo Claude,

    habe ich etwa die Ärzteschaft kritisiert? In keinster Weise! Ganz im Gegenteil. Meine Kritik gilt dem gegenwärtigen „reformierten“ Gesundheitssystem, das zunehmend Kassenpatienten auf die absolut notwendigen lebenserhaltenden Maßnahmen reduziert, alles, was darüber hinausgeht, verweigert (Beispiele dieses Gebarens, insbesondere bei der AOK gibt’s zur Genüge) und die Ärzteschaft dazu zwingt, eine Mischkalkulation zu fahren, in der Privatpatienten mehr oder weniger das Einkommen der Praxen sichern!

    mit morgendlichen Grüßen aus dem schwülen Taunus (Roland)

Hinterlasse eine Antwort