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MWSF 2008 Livereport (5) – Menschenmassen, Mobilés und eine Thinnovation

Veröffentlicht in Apple & Co | 16. Januar 2008 | 02:56:39 | Roland Müller

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So. Nachdem wir uns ein wenig vom Stress der Keynote erholt haben, geht es weiter im Café-Takt. Nachdem wir aus Moscone West glücklich entkommen sind, haben wir uns zur South Hall begeben – übrigens unter strahlend blauem Himmel! – um zumindest schon mal einen ersten Blick auf den Apple Stand zu werfen und das, was aller Voraussicht nach diese MWSF dominieren wird. Naja, und wie erwartet waren wir da nicht die Einzigen…

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Bereits der Weg von der Lobby die Rolltreppen hinunter zur eigentlichen South Hall ließ uns schwanen, was sich abspielen würde…

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Ein Apple-Messestand, der buchstäblich schwarz ist wie Steves Rolli vor lauter Menschen. Überhaupt macht sich in uns bereits an diesem ersten Messetag der Eindruck breit, dass dies die besucherreichste MWSF der letzten fünf Jahre zu werden scheint. Es ist klar, dass wir unter diesen Umständen ein paar Schwierigkeiten zu erwarten hatten, wenn wir an Apples Heißluftbonbon herankommen wollten.

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Wir schlugen also erst einmal einen Haken und warfen einen Blick auf jene Stelle am Stand, wo ein klarer Zweitnutzen des neuen Apple Subnotebooks demonstriert war: Das MacBook air ist das erste MacBook, das geeignet ist, ein ansehnliches Mobilé daraus zu basteln.

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Apples „Thinnovation“ (genialer Slogan übrigens), brilliert aber nicht nur im Mobilé. Auch wenn wir persönlich Kleinigkeiten wie Firewire und ähnliches darin vermissen, muss man doch neidlos anerkennen, dass der erotisch runde Designpurismus des Alubonbons die Messebesucher augenscheinlich fasziniert.

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Und zugegeben, das Teil hat Ausstrahlung, auch wenn die, wie Dirk bereits treffend festgestellt hat, nicht den satten Verkaufspreis zu überstrahlen vermag. Der Anfasseffekt, so steht zu erwarten, wird so manchen Interessenten vielleicht sogar entgegen jeder Vernunft zum Käufer machen.

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Man kann es drehen und wenden wie man will, mitunter ist der Habenwollen-Faktor eben stärker als die reine Ratio.

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So gesehen ist es ein Glück, dass Apples Windbeutel hier erst in zwei Wochen in die Läden kommt. Ich hätte nicht garantieren können, dass wir standhaft bleiben, wenn dies anders gewesen wäre.

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Und so, wie hier an den langen Tischen voller MacBooks air unter den wachsamen Augen einer vielköpfigen Schar von Apple Standpersonal mit den Handschmeichlern herumgespielt wurde, wird es wohl vielen Besuchern ähnlich gehen wie uns.

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Sind wir vielleicht alle nur wie Kinder, die immer das neueste und schönste Spielzeug haben wollen und solange quengeln, bis sie es kriegen? Ist es womöglich das eigentliche Geheimnis des Apple-Erfolgs, dass Cupertino (aka Steve Jobs) als eine der ganz wenigen Global Brands mit genau diesem Effekt virtuos zu spielen weiß?

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Wenn man die unverhohlene Begeisterung der Besucher aus nächster Nähe erlebt, muss man fast zwangsläufig auf solche Gedanken kommen.

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Lassen wir das mal als Arbeitshypothese im Raum stehen. Morgen werden wir uns Apples 1.300-Gramm-Luftballon etwas genauer ansehen und vor allem Steves vollmundige Ankündigung aus der Keynote überprüfen, ob die Tastatur des MacBook air tatsächlich die beste ist, die Apple je gebaut hat. Da könnten gegebenenfalls leise Zweifel angebracht sein.

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Immer noch grübelnd arbeiten wir uns am überfüllten Apple-Demokino vorbei nach draußen und merken dabei…

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Wir sind beileibe nicht die Einzigen, die nach diesem ersten von vier Messetagen ganz schön geschafft sind von den Eindrücken der Keynote und der ersten Runde durch die South Hall. Aber egal, wir werden uns rechtzeitig erholen, um morgen etwas genauer hinzuschauen, was diese 24. Macworld Expo noch zu bieten hat. Bis dahin…

…grüßen Euch aus dem derzeit stabil sonnigen Kalifornien Gila & Roland, das rasende Reporterteam im Dienste des Café Digital Magazins.

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3 Antworten zu “MWSF 2008 Livereport (5) – Menschenmassen, Mobilés und eine Thinnovation”

  1. 16. Januar 2008 um 10:11:40 | flo sagt:

    Wie lässt sich das MBA denn eigentlich öffnen? Es hat ja einen magnetischen Displayverschluss, wie das MB. Der braucht ja schon etwas Widerstand, sonst hebt man dabei eher das gesamte MB an. Wie ist denn das beim MBA? Das sieht man auf den Fotos leider nicht? Ist da ne Aussparung, damit man es „aufhebeln“ kann, oder wie? Arrrh, ich will das schon bei meinem Apple-Händler sehen (wenn auch nicht kaufen, aber sehen, ohja… 🙂

  2. 16. Januar 2008 um 12:32:24 | claude sagt:

    Keynote
    Irgendwie war das für mich als Neumacianer nicht so überzeugend.
    Da gabs schon größere Kracher.
    Ein wenig erinnert mich das MacBookAir an den ersten iMAC, der hatte kein Diskettenlaufwerk mehr. wofür auch?

    Aber der Rest verzettelt sich. Tausend Geräte für verschiedene Maschinen. Plötzlich hat man irgendein eigenes w-lan gerät in der Ecke und weiß nciht mal mehr ob der noch kompatibel ist oder ob da nur der drucker dran hängt, oder ob das teil der mac mini ist, den man am fernseher hatte, oder ein apple TV, das man sowieseo nicht benutzt, weil man immer am IMac fernsieht.

    Der erste Macintosh war eine eierlegende Wollmilchsau.
    Jetzt sind wir in einer Nischen-zersplitterung. Ich weiß nicht ob das die zukunft ist …

  3. 16. Januar 2008 um 16:38:02 | Roland sagt:

    Das mit dem Verschluss werden wir uns heute gerne mal genauer ansehen.

    Was die Markenpolitik von Apple angeht… Nun, die Zeiten der eierlegenden Wollmilchsau sind erstmal vorbei. Als Global Brand und Mainstream-Anbieter besetzt Apple heutzutage keine Nischen mehr, sondern große Marktsegmente: MP3-Player – iPod, Mobiltelefone – iPhone, TV-Settopboxen – Apple TV, Low End Rechner – Mac Mini, Desktoprechner – iMac, Workstations – Mac Pro, Laptops High End – MacBook Pro, Low End – MacBook, Subnotebooks – MacBook Air. Eine ganz normale Diversifizierung also, am ehesten vergleichbar mit jener eines Automobilherstellers. Dass alle Produkte einer gemeinsamen Design- und Usability-Philosophie unterliegen, ist konsequent, vielleicht sogar vorbildlich. Dass eine komplett drahtlose Vernetzung und Interfunktionalität möglichst aller Produkte angestrebt wird, ist mutig. Dass eine Überdiversifizierung Gefahren birgt, sieht man hoffentlich auch bei Apple. Sonst hören wir irgendwann den aus anderen Branchen bekannten Spruch: „Wir kehren zurück zu unserem Kerngeschäft.“ aka Entlassungen…

    Grüße aus dem frühmorgendlichen S.F. (Roland)