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Archiv für die Kategorie ‘Literatur’

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Während er weg war

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Literatur, Medien, Technologie, Unterhaltung | 11. August 2009 | 23:01:01 | Dirk Kirchberg

Da hat Jay David ja was losgetreten: In seinem Blog postete er am Sonntag ein Video, in dem er den Moment des Bruchs seiner früheren Beziehung nachzeichnet. Er reiste für zwei Wochen nach Europa, hatte dies seiner Freundin mehrmals mitgeteilt, doch bei dieser war diese Information anscheinend nie richtig eingesickert. So fuhr Jay nach Europa, kam nach zwei Wochen wieder – und fand in und auf seiner In- und Mailbox eine Menge Nachrichten seiner Ex.

Die Frage, die nun in den Kommentaren seines Blogs eifrig diskutiert wird, lautet: Echte Geschichte oder Internetfake? Mir persönlich ist es egal, ob die Story echt oder „falsch“ ist. Da sich Jay David in seinem Blog als Autor bezeichnet, würde ich im Falle eines Fakes von gelungener Internetliteratur sprechen. Denn unterhaltsam, wenn auch ein wenig verstörend, ist seine Geschichte allemal.

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Towel Day 2009: Wo ist Euer Handtuch?

Veröffentlicht in Apple & Co, Freunde, Internet, Kultur, Kunst, Literatur, Technologie | 25. Mai 2009 | 00:45:48 | Dirk Kirchberg

Heute ist der 25. Mai, und damit ist heute der 8. Towel Day in Gedenken an den im Café besonders verehrten Schriftsteller Douglas Adams. Am diesjährigen Handtuchtag möchten wir aber nicht nur DNA gedenken, sondern auch Tobias Landin, im Netz besser bekannt als Kojv. Kojv war viele Jahre lang die treibende Kraft hinter dem Towel Day. Im November 2008 verstarb Landin im Alter von nur 30 Jahren. Er hat verfügt, dass seine Asche an dem für ihn so wichtigen Tag verstreut werden soll.

Wir empfehlen natürlich, die Bücher von Adams auch in Buchform zu erwerben. Wer den Guide aber nun nicht besitzt und am Handtuchtag dennoch ein wenig schmökern möchte, hat online die Gelegenheit dazu. Wir übernehmen allerdings keine Garantie für die sprachliche Qualität.

Das Handtuch, das ich auf dem Foto hochhalte, gibt es exklusiv im Towel Shop. Schickes Teil, sehr hochwertig, wenn auch nicht ganz billig für ein Handtuch. Aber wir wissen ja: »Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann.«

Weitere Infos zum Towel Day finden sich in Rolands letztjährigem Artikel und im MacGuardians-Archiv. Bei Flickr gibt es übrigens eine Towel Day-Gruppe. Und nicht vergessen: Don’t panic!

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Lektüre-Tipp zum 1. Mai

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur | 01. Mai 2009 | 09:23:41 | Roland Müller

Lesen bildet, sagt man. Doch manchmal vermag Lesen auch zu verstören. Oder gar zu zerstören. Liebgewonnene Einsichten aus dem industriegesellschaftlichen Alltag beispielsweise und dem, was sich warum darin tut und nicht tut. Café-Digital-Lieblingsautor Wolf Lotter hat mit seiner provokanten Frage, was nach dem Industriekapitalismus komme, nicht nur den Nerv der Zeit getroffen, sondern durchaus lustvolll mitten hinein gestochen in ein Wespennest. Erspart man sich bei der Lektüre dieses überaus inspirierenden Buches den Beitrag von Matthias Horx, dann ergibt sich ein kunstvoll verknüpftes Netz teils loser, teils ariadnehaft weiterführender roter Ideenfäden, die aufzeigen, dass wir mitten in einem dramatischen und schmerzhaften Veränderungsprozess stecken, an dessen Ende eine neue ökonomische Welt steht: die Ideenwirtschaft Und ja, in diesem Buch wird sie endlich greifbar und definierbar. Deshalb ist dies unser Lesetipp der Woche. Wolf Lotter u.a.: Die kreative Revolution; 184 Seiten; erschienen im Murmann Verlag, Hamburg, 2009.

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5 Tropfen roter Traubensaft

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur | 09. Januar 2009 | 11:09:09 | Dirk Kirchberg

Als ich Anfang der neunziger Jahre noch zur Schule ging und nachts noch vorm Fernseher rumhing, begegnete ich einmal einem Mann mit schwarzer Brille, der eine Zigarre rauchend über Dinge sprach, von denen ich damals keine Ahnung hatte. Ich verstand wenig, aber die Art, wie er über die Dinge sprach, leise und reflektiert, fast flüsternd, faszinierte, bannte mich. Die Begegnung begann und endete wie die Begegnung zweier Menschen, die auf der Straße aneinander vorbeilaufen. Sie kommen aufeinander zu, verbringen eine kurze Zeit auf gleicher Höhe, um sich Bruchteile einer Sekunde später wieder zu trennen und um sich wahrscheinlich nie wieder zu sehen.

Doch diesem Mann begegnete ich nochmals, während meines Studiums, und wieder schlugen mich seine Worte, seine Verweise, seine Sprachrätsel in den Bann. Ich studierte seine Werke und Schriften, lernte, versuchte zu verstehen, scheiterte, errang kleine Siege und war mir sicher, dass Sprache das Großartigste ist – wenn man sie zu gebrauchen versteht.

Der Mann, von dem ich hier schreibe, wäre heute 80 Jahre alt geworden: Heiner Müller. Auch heute noch gebe ich mich gern geschlagen, wenn ich seine Texte lese. Er hat mich für die Möglichkeiten von Hypertext begeistert, er war ein Blogger ohne Internet. Er erklärte sich nicht, sondern setzte Wissen und Verständnis für die vielen kleinen Anspielungen und Querverweise voraus, wollte man ihn ansatzweise verstehen.

1995 starb Müller an Krebs. Seine Gespräche mit Alexander Kluge – eines dieser Gespräche hatte ich Anfang der neunziger Jahre nachts im Fernsehen gesehen – sind bei der Cornell Universität abrufbar. Ich empfehle Mein Rendezvous mit dem Tod.

ZAHNFÄULE IN PARIS / Etwas frißt an mir / Ich rauche zu viel / Ich trinke zu viel / Ich sterbe zu langsam

 

aus: Sonder-ZEICHEN 5: Heiner Müller, Alexander Verlag Berlin / Foto via Ruhr-Uni Bochum

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Jahrmarkt der Bücher und der Eitelkeiten – ein Spaziergang über die Frankfurter Buchmesse (2)

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Kunst, Literatur, Medien | 19. Oktober 2008 | 17:04:47 | Roland Müller

Unser Aufmacher deutet es bereits an: Am heutigen letzten Tag der 60. Frankfurter Buchmesse wollen wir ein wenig nach der Inspiration suchen, nach dem großen Leitthema der Messe. Was also, abgesehen vom viel diskutierten und überfälligen Ehrengast Türkei, hat uns inspiriert? Nun, da war doch diesen von praktisch allen Medien hochgespielte und -gespülte Thema eBook, oder? Diese neuen, handlichen Buchlesemaschinchen, mit denen Teile des Buchhandels einerseits Angst, andererseits Hoffnungen verknüpfen. Gut, dachten wir uns, dann machen wir uns doch mal auf die Suche…

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