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Archiv für die Kategorie ‘Kultur’

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Frankfurter Buchmesse 2013 (3): Quo vadis und jetzt erst recht

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Medien | 12. Oktober 2013 | 17:29:59 | Roland Müller

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Das Geschäftsmodell Buch ist noch lange nicht am Ende. Wohl aber macht sich in Print- und Pressekreisen so etwas wie eine milde Panik breit, ob womöglich das Geschäftsmodell des stationären Buchhandels seinem Verfallsdatum entgegen sieht. Dass die FAZ-Macher da im Zuge von NSA-Abhörskandal und prekären Arbeitsverhältnissen beim führenden Online-Kaufhaus ein Feindbild ausgemacht haben, ohne das Kind wirklich beim Namen zu nennen, mag nur am Rande verwundern. Trotz aller Rahmenveranstaltungen auf dieser 45. Frankfurter Buchmesse zu Verlag 3.0, Strategien zum integrierten Content-Management, Agiles Publizieren und das E-Book der Zukunft erleben wir erst den Anfang eines Endes, das am Schluss doch zur unendlichen Geschichte werden mag. Wir werden sehen. Und stürzen uns nun erneut in den Rummel ums gedruckte Wort…

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Frankfurter Buchmesse 2013 (2): Bem Vindo Ao Brasil!

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Medien | 11. Oktober 2013 | 16:14:02 | Roland Müller

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Kein Carneval. Kein Samba. Kein Futebol. Stattdessen Luiz Ruffato und Ana Paula Maia, Joào Paulo Cuenca, Patricia Melo und Paulo Scott, Andréa del Fuego und Chico Buarque, Daniel Galera und Bernardo Carvalho. Das zeitgenössische Brasilien präsentiert sich hier in Frankfurt in erfrischender Weise klischeefrei und mit rund siebzig seiner aktuellen AutorInnen. Darunter eine erfreulich große Zahl junger, neuer Schriftsteller. Zeit, die neuen, jungen Stimmen (stimmt, Paulo Scott ist eher Alte Garde) zu Wort kommen zu lassen – sie und ihr oft brutal ungeschminktes Bild des heutigen Brasilien…

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Frankfurter Buchmesse 2013 (1): Willkommen, Bienvenue, Welcome…

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Medien | 09. Oktober 2013 | 22:28:38 | Roland Müller

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Heute hat die 45. Frankfurter Buchmesse ihre Tore geöffnet. Das Cabaret der literarischen Eitelkeiten hat die Welt in die Mainmetropole eingeladen und wir sind wieder mit von der Partie. Heute und in den kommenden Tagen werden wir von Trends und Hypes, von Autoren und Verlagen, von Lesenswertem und Vernachlässigbarem berichten. Und hinterfragen, wie es um das ein wenig in die Jahre gekommene Geschäftsmodell Buch bestellt ist. Eine Frage, die sich auf dieser Buchmesse mehr und intensiver stellt als auf jeder vorangegangenen…

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In memoriam Marcel Reich-Ranicki

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Medien | 30. September 2013 | 15:24:06 | Roland Müller

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Eigentlich ist alles längst gesagt worden zum Tod des unbestritten bedeutendsten Literaturkritikers deutscher Sprache. Eigentlich. Auch seine teils dramatische Vita darf man getrost als bekannt voraussetzen. Seine Gestik, sein Nachdruck, seine Verve, seine Leidenschaft für die Literatur – weniger die Literaten – hat sich zweifellos in die Retina unserer Generation eingebrannt. Nicht zuletzt dank seiner mittlerweile legendären TV-Auftritte beim Literarischen Quartett. Doch kann sich unsereiner, die wir „die Gnade der späten Geburt“ genießen, wirklich vorstellen, wie heiß die Liebe zur deutschsprachigen Literatur in diesem Mann gelodert haben muss, wenn er sich davon getrieben über die brutalen persönlichen Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Barbarei hinwegzusetzen vermochte? Nein, für uns kann das mangels eigener Anschauung nur Theorie bleiben, vor der wir verstummen. Sprachlos. Sprachlos auch vor der Wortgewalt, der oft brillanten Zuspitzung, mit der R-R das in seiner Wahrnehmung Verrisswürdige verriss, ohne Zögern und ohne Gnade. Insbesondere dann, wenn es ihn langweilte. Was eines seiner wesentlichen Kriterien für die literarische Qualität war, wenn denn alle sonstigen Formalien erfüllt waren. Genau so war er aber auch willens, das nach seinen Maßstäben Außergewöhnliche zu loben und zu preisen, ja mit Zähnen und Klauen zu verteidigen, wenn der Rest der Kritikerwelt ansetzte, es im Detail zu relativieren und im Sowohl als auch zu versinken. R-R wird uns in Erinnerung bleiben als der vielleicht letzte Apologet des radikalen Urteils, der geplanten Dissonanz, der nie eine Auseinandersetzung scheute, sie oft sogar genoss und dabei gerade so viel Eitelkeit aufbrachte, wie notwendig ist, um in der bildgeilen Welt belangloser Abendunterhaltung einen Fixpunkt zu setzen. Zeit, sich das allererste Literarische Quartett noch einmal im Bewegtbild anzuschauen und – falls nicht schon geschehen, R-Rs Autobiographie noch einmal in die Hand zu nehmen. Marcel Reich-Ranicki wird uns, er wird mir fehlen.

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Vom Mussfahrer zum Genussfahrer

Veröffentlicht in Genuss, Kultur, Mobilität, Technologie | 06. September 2013 | 13:40:09 | Roland Müller

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Es mag für Außenstehende schwer zu verstehen sein, speziell für jene, die im Vorfeld der IAA mal wieder hinter den neuesten Neuwagen herhecheln, aber ich bin bekennender Oldiefahrer. Und das hat viele, sehr unterschiedliche Gründe. Angefangen bei dem immer massiver zu Tage tretenden Trend, sich autofahrerische Entscheidungen vom Bordcomputer abhnehmen zu lassen. Was irgendwo symptomatisch ist für eine Gesellschaft, die Datenerhebung und Bevormundung zum – natürlich! – Schutz ihrer Bürger so schamlos vorantreibt wie die unsrige. Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, der mich zunehmend Partei ergreifen lässt für das alltägliche Bewegen alter Automobile: der schiere Genuss! Kann sich jemand, der es noch nicht selbst erlebt hat vorstellen, wie es sich anfühlt, beispielsweise am dünnen Bakelitlenkrad eines 35 Jahre alten klassischen Jaguar XJ6 Serie 2 zu sitzen, vor sich die Smith-Instrumente im walnussholzfurnierten Armaturenbrett, noch weiter voraus der Blick über die lange, lasziv geschwungene Motorhaube, im Ohr der dumpf brabbelnde Reihensechszylinder, der aus politisch unkorrekten 4,2 Litern Hubraum entspannten Vorwärtsdrang entwickelt. Entschleunigung in ihrer schönsten Form – und mit endlosen Alternativen von Alfa Romeo bis Zagato. Ja, ich gebe es zu, oftmals setze ich mich am Ende eines harten Arbeitstages hinters Volant und drehe eine kleine Runde durch den Taunus, mal 25, mal 50 Kilometer lang, einfach um Abstand vom Alltag zu gewinnen. Es funktioniert! Und nachhaltig ist es zudem. Denn wenn man bedenkt, dass allein die Herstellung eines Neuwagens das Energieäquivalent von 150.000 Fahrkilometern eben dieses Wagens verschlingt, kann kaum etwas so „grün“ sein wie ein gepflegter Oldtimer, der mit Verstand bewegt wird…

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