Kamera
Schokolade

„Go North, young man!“

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur | 13. Januar 2009 | 06:50:32 | Roland Müller

Wenn es denn ein Klischeebild von Kaifornien im Allgemeinen und von der Bay Area im Speziellen gibt, dann ist es groß, lang, eisern, rot gestrichen und das sprichwörtliche Tor nach Kalifornien. Und wer noch nie drübergefahren ist, hat etwas verpasst. Für alle, denen dies noch nicht beschieden war, ist dem obigem Foto ein kurzes, unbearbeitetes Video unterlegt. Verwackelt zwar, mit fürchterlichen Windgeräuschen versehen, direkt aus dem offenen Cabrio mit der Flip Mino aufgenommen… aber nichtdestotrotz urlaubsgefühlverheißend. Jedenfalls für uns Touristen. Für die zahllosen Einwanderer, die legalen wie illegalen indes, verhieß und verheißt es bis heute weit mehr – „Go North, young man!“ beschreibt bis heute die nahezu magische Wirkung der Bay Area auf junge Mexikaner, Asiaten und andere Vertreter zahlloser Ethnien, die hier ihr Glück zu machen versuchen, so oder so. Und von denen ein nicht unbeträchtlicher Teil der kalifornischen wie auch der US-Wirtschaft insgesamt immer noch reichlich gut lebt.

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Nachgedanken und Vorgedanken

Veröffentlicht in Apple & Co | 12. Januar 2009 | 07:01:40 | Roland Müller

Sonntag, 11. Januar 2009, 17 Uhr irgendwas, jedenfalls hier in Mendocino. Zuhause, ein kaltes zumal, vielleicht 6.000 Meilen ostwärts, ist es bereits Montag… Wir haben ein wenig Distanz gefunden zur vorgestern beendeten MWSF09, konnten einiges sacken lassen. Und ziehen in diesem Beitrag so etwas wie ein Fazit…

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MWSF09 – ein historischer Moment

Veröffentlicht in Apple & Co | 10. Januar 2009 | 21:41:47 | Roland Müller

Manchmal gibt es Zufälle im Leben eines Mac-Users und Apple-Addicts, die von prägender Wirkung sind. Und weder vorhersehbar noch planbar. Einer dieser Zufälle war es, der uns bei der nun beendeten Macworld Expo zu genau dem richtigen Zeitpunkt an genau den richtigen Ort geführt hatte. Koinzidenz? Synchronizität? Wie auch immer man diesen Zufall bezeichnen mag, wir werden ihn so schnell nicht vergessen. Aber der Reihe nach…

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MWSF09 – Hoppelhasen, großes Kino und kleine Stände

Veröffentlicht in Apple & Co | 09. Januar 2009 | 22:00:38 | Roland Müller

Der letzte Tag der Show. Und wir können endlich das Geheimnis der bescheuerten Bunnyohren lüften. Außerdem entdecken wir großes Kino für iPod und iPhone, einen völlig neuen 3D-Ansatz und den besonderen Reiz kleinster Messestände. Here we go!

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5 Tropfen roter Traubensaft

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur | 09. Januar 2009 | 11:09:09 | Dirk Kirchberg

Als ich Anfang der neunziger Jahre noch zur Schule ging und nachts noch vorm Fernseher rumhing, begegnete ich einmal einem Mann mit schwarzer Brille, der eine Zigarre rauchend über Dinge sprach, von denen ich damals keine Ahnung hatte. Ich verstand wenig, aber die Art, wie er über die Dinge sprach, leise und reflektiert, fast flüsternd, faszinierte, bannte mich. Die Begegnung begann und endete wie die Begegnung zweier Menschen, die auf der Straße aneinander vorbeilaufen. Sie kommen aufeinander zu, verbringen eine kurze Zeit auf gleicher Höhe, um sich Bruchteile einer Sekunde später wieder zu trennen und um sich wahrscheinlich nie wieder zu sehen.

Doch diesem Mann begegnete ich nochmals, während meines Studiums, und wieder schlugen mich seine Worte, seine Verweise, seine Sprachrätsel in den Bann. Ich studierte seine Werke und Schriften, lernte, versuchte zu verstehen, scheiterte, errang kleine Siege und war mir sicher, dass Sprache das Großartigste ist – wenn man sie zu gebrauchen versteht.

Der Mann, von dem ich hier schreibe, wäre heute 80 Jahre alt geworden: Heiner Müller. Auch heute noch gebe ich mich gern geschlagen, wenn ich seine Texte lese. Er hat mich für die Möglichkeiten von Hypertext begeistert, er war ein Blogger ohne Internet. Er erklärte sich nicht, sondern setzte Wissen und Verständnis für die vielen kleinen Anspielungen und Querverweise voraus, wollte man ihn ansatzweise verstehen.

1995 starb Müller an Krebs. Seine Gespräche mit Alexander Kluge – eines dieser Gespräche hatte ich Anfang der neunziger Jahre nachts im Fernsehen gesehen – sind bei der Cornell Universität abrufbar. Ich empfehle Mein Rendezvous mit dem Tod.

ZAHNFÄULE IN PARIS / Etwas frißt an mir / Ich rauche zu viel / Ich trinke zu viel / Ich sterbe zu langsam

 

aus: Sonder-ZEICHEN 5: Heiner Müller, Alexander Verlag Berlin / Foto via Ruhr-Uni Bochum

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