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Tag 3 der FBM 2024: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Politik | 18. Oktober 2024 | 20:17:44 | Roland Müller

Heute haben wir uns auf den Auftritt des diesjährigen Ehrengasts Italien gekümmert. Wie üblich fand der im Pavillon statt, in der Etage oberhalb der ARD/ZDF/3sat-Bühne. Wir suchten ganz unvoreingenommen an die Präsentation heranzugehen, obwohl bereits im Vorfeld allerlei kolportiert worden war über politische Vorgaben, Beeinflussungen, Ein- und Ausladungen „unliebsamer“ Autor:innen etc.

„Roots in the Future“ lautete das so gar nicht italienisch klingende Motto, fuur das sich Italien entschieden hatte. Ein Statement, das uns, die wir wegen der italienischen Literatur hierhergekommen waren, ein wenig ratlos zurückließ. „Wurzeln in der Zukunft“ – was wollen uns diese Worte sagen? Würden wir drinnen im Pavillon mehr darüber erfahren?

Wir betreten das italienische Klischee schlechthin, eine stylisch dargebotene Piazza, weiter vorne, zur Bühne hin, bestuhlt; hier, im hinteren Teil mit filigranen Kaffeehaustischchen und entsprechendem Gestühl bestückt, bei gedimmtem Licht und unter einem symbolischen Sternenhimmel. Umringt wird die Piazza von auf einem umlaufenden Podest aufsitzenden Säulenreihen in unterschiedlichen Formen. Dorisch, korinthisch, wie war das noch mal?

Und mitten drin, im Zentrum, ragt dann diese mehr als mannsgroße und damit monumental wirkende Goldhand empor. Irgendwie … merkwürdig? Schräg? Was soll uns das sagen? Bis hierhin und nicht weiter. Erinnerungen an „Goldfinger“ poppen empor. Wir schauen uns erneut um. Wir sind hier auf einer Buchmesse. Also: Wo sind die Bücher in dieser Zurschaustellung italienischer Klischeewelten? Alles sehr klassizistisch, monumental, irgendwie … gestrig? Ein vergangenes Italien, ein untergegangenes Italien.

Der Eindruck verstärkt sich noch, als wir in eine Feier bzw. eine Preisverleihung anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Universität Neapel hineinstolpern, das gerade auf der Bühne abgespult wird. Wie war noch mal das Motto: Roots in the Future? Hm. Wir spazieren ein wenig umher. Immer noch auf der Suche nach Büchern, nach Literatur …

Vielleicht lässt sich etwas finden in den Alkoven, die sich hinter den Säulen der Piazza auftun? In einem davon läuft gerade eine Präsentation …

Es scheint um Comics zu gehen. Immerhin. Wir kommen den bisher fehlenden Büchern etwas näher. Neugierig geworden arbeiten wir die anderen Alkoven ab.

Buchkunst zur Zeit von La Serenissima. Die Opulenz der italienischen Literatur, als die Seerepublik Venedig das Mittelmeer beherrschte. Eindrucksvoll, aber schon ein bisschen her. Wir gehen weiter.

Buchdruck und Schriftgestaltung zu Zeiten von Aldus Pius Manutius, dem berühmten venezianischen Buchdrucker und Verleger aus dem 15. Jahrhundert. Okay. Auch interessant und vage bekannt seit damals Adobe seine Pagemaker Software auf den Markt gebracht hat.

Dann endlich, während wir die Runde abschreiten, öffnet sich ein weiterer Alkoven. Und siehe da …

Hier finden wir sie endlich, italienische Literatur in diversen Regalmetern und ganz in Grün. Nun ja, der eine oder andere Bookstagrammer oder BookToker nennt eine vergleichbare Menge sein eigen. Aufgereiht in Billy Regalen. Ist das wirklich alles, was Italien zu bieten hat? Wo sind die Videoinstallationen seiner vornehmsten Literaten? Wo sind die Präsentationen der großen italienischen Gegenwartsliteratur? Wo ist die Auseinandersetzung mit mit der jüngeren, schwarzhemdigen Vergangenheit, vielleicht sogar mit dem gerade aufkeimenden Postfaschismus?

Ein wenig enttäuscht spazieren wir zurück auf die Piazza, zwischen die Kaffeetischchen. Soll das alles gewesen sein? Wo ist all die großartige Literatur, die die Kulturnation Italien auszeichnet? So langsam dämmert uns, dass all dies gar keine Inszenierung der Literaturnation Italien ist. Sondern eine Zurschaustellung einer ganz anderen Kultur, einer rückwärts gewandten, vergangener Größe nachtrauernden und ja, auch das, einer politischen Kultur. Eben jener, die gerade südlich der Alpen wieder aufkommt?

Wir wenden uns noch einmal nach vorne, Richtung Bühne …

Dort ist nun die Preisverleihung in vollem Gange. 800 Jahre Universität Neapel. Beeindruckend, gewiss. Aber auch das doch nur ein Blick zurück. Statt dorthin, wo Italiens Wurzeln zu finden sein sollen, in der Zukunft.

Ob die Besucher des Ehrengast-Pavillons ähnlich empfinden? Oder genießen sie einfach die vertraute Piazza-Atmosphäre und denken dabei an ihren eigenen Italienurlaub?

Auf der Piazza sitzen, ein wenig auf dem Smartphone herumscrollen, einen Espresso doppio schlürfen, ist es das, was uns hier verkauft werden soll? Eine grande illusione?

Und während wir so da stehen und überlegen und noch einmal hinüberschauen zur monumentalen goldenen Hand in der Mitte des Raumes, spüren wir, wie ganz eigenartige Assoziationen sich nach oben kämpfen. Diese Hand, erhoben wie zum Gruß, woran erinnert sie uns? An ein anderes Italien?

Nach diesem sicher sehr subjektiven, aber genau so empfundenen wie beschriebenen Eindruck unseres Streifzugs durch den Italien-Pavillon auf der 76. Frankfurter Buchmesse werden wir morgen einen Kontrapunkt dazu setzen: Wir werden uns auf die Suche machen nach lesenswerter, spannender, gern auch herausfordernder italienischer Literatur. Dann gibt’s auch wieder etwas zu verlinken. Denn diese Literatur existiert irgendwo dort draußen. Nur eben leider nicht hier drinnen. Wenn Euch interessiert, was wir finden werden, dann schaut gerne morgen wieder hier rein ins digitale Café. Wir freuen uns auf Euch.

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Tag 2 der FBM 2024: Oh Schreck, der Scheck!

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Unterhaltung | 17. Oktober 2024 | 20:42:56 | Roland Müller

Unser zweiter Tag auf der weltgrößten Büchermesse startet druckfrisch. Buchstäblich. Denn Deutschlands Lieblings-Literaturkritiker Denis Scheck (auch wenn wir persönlich eher Knut Cordsen vorziehen) findet auf der FBM natürlich die perfekte Bühne und eröffnet den Reigen seiner Buchempfehlungen mit … Pixi-Büchern! Allerdings einer ganz besonderen Auflage. Und wie geht’s dann weiter? Schauen wir mal.

Autsch! Mit Frank Schätzing, der Scheck auf Zuruf der passenden Stichworte die Vorzüge der Fortführung „Helden“ seines vor längerer Zeit als sein Debüt erschienenen Mittelalter-Romans „Tod und Teufel“ anpreist. Durchaus so beredsam und verkaufsstark, wie er das nun mal vermag. Und natürlich verbirgt sich in seinem neuen, massiv beworbenen Bestseller (?) alles: die Erfindung des Kapitalismus, der Geldwirtschaft, sogar der Brexit, eigentlich der ganzen Moderne, wie wir sie heute kennen. Hm. Bisher haben wir Schätzing eher geschätzt für seine profund recherchierten Nahzukunft-Romane. Dass er nun ein Revival historischer Romane anstrebt, irritiert uns ein wenig. Vielleicht eine Anregung seines Verlags?

Wir beschließen, ein wenig Auszeit von Scheck zu nehmen und stattdessen der Kulturzeit unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Zumal auf gleicher Bühne Yuval Noah Harari zu „Nexus“ Stellung nimmt, wohltemperiert moderiert von Thea Dorn. Was in Sachen Erkenntnisreichtum eine wahre Wonne war, der wir gerne noch sehr viel länger zugehört hätten. Leider standen dem andere Termine im Wege.

Wir hatten uns nämlich fest vorgenommen, heute mit einer großen Runde Lesetipps aufzuwarten. Deshalb stürzten wir uns zurück in Halle 3 und arbeiteten uns von Verlagsstand zu Verlagsstand. Lasen hier, lasen da. Hier übrigens nicht, weil uns derzeit einfach nicht nach dem hundertvierundfünfzigsten Regionalkrimi war. Dafür wurden wir ein paar Meter weiter fündig …

Bei Piper stolperten wir nämlich über ein gelbes U-Boot. Der Isländer Jón Kalman Stefánsson legt mit „Mein gelbes U-Boot“ einen so schrägen wie weitschweifigen Bildungsroman vor, der uns beim ersten Anlesen bereits fasziniert hat. Vielleicht zeichnet die Isländer ja tatsächlich eine tief in ihrer DNA wurzelnde Erzähltradition aus, der wir uns nur schwer zu entziehen vermögen? Jedenfalls ist das unser erster Lesetipp!

Überhaupt Piper. Auch Zeinab Badawis „Eine afrikanische Geschichte Afrikas“ fasziniert uns auf Anhieb! Und das hat nichts damit zu tun, dass ich vor ewigen Zeiten in Mainz unter anderem Afrikanistik studiert habe. Dieses Buch beinhaltet eine längst überfällige Darstellung der jahrtausendealten Geschichte Afrikas aus Sicht und Wissen jener, die es besser wissen als ihre früheren Kolonialherren, deren europazentristisches Weltbild das Krebsgeschwür des Kolonialismus hervorgebracht hat. Badawi rückt vieles in ein für uns völlig neues Licht!

Ein Buch also, dass überfällig war. Und darüber hinaus auch noch fesselnd zu lesen sogar dort, wo vergleichsweise trockene Geschichtsfakten verarbeitet werden. Keine Frage deshalb: unser zweiter Lesetipp!

Vorbei an dem mit Harpe Kerkelingen prall gefüllten Piper-E schlendern wir weiter. Nichts gegen Harpe Kerkeling, er ist einer der wichtigsten Umsatzbringer von Piper und liest sich immer gut weg. Selbst wenn sich kleine Längen ergeben wie in seinem neuesten Buch.

Am dtv-Stand springt uns sofort die James-Baldwin-Wand ins Auge. Weniger wegen der Farben. Sondern weil James Baldwin der vielleicht wichtigste afroamerikanische Schriftsteller neben Toni Morrison ist und immer und jederzeit einen Lesetipp wert.

Bei Harper Collins – also dort, wo wir es eigentlich am wenigsten erwartet hätten – wagen wir einen Vorgriff auf unsere morgige Ehrengast-Reportage. Professor Alberto Grandi räumt in „Mythos Nationalgericht“ mit so ziemlich allem auf, was wir in der italienischen Cucina als Tradition empfunden haben. Grande illusione statt grande traditione? Allerdings! Das schmerzt, liest sich aber äußerst überzeugend und kulinarisch wertvoll.

Und weil an der Küche Italiens eine ganze Menge Gesellschaft und Soziales hängt, können wir diese überaus witzige Abrechnung nur jedem ans Herz legen, der trotzdem die italienische Küche zu schätzen weiß. Buon appetito! Das ist unser dritter Lesetipp!

Ebenfalls bei Harper Collins fällt uns eine weitere Fachlektüre in die Finger. Ebenfalls witzig geschrieben und sehr unterhaltsam. Und das von einem Könner dieser Materie: Scott J. Shapiro. „Von Hackern lernen“ setzt sich profund mit der Basis unserer heutigen digitalen Welt auseinander; und mit ihren dunklen Kehrseiten.

Shapiro schafft es tatsächlich, diesen Ritt durchs Digitale, Hackerdom und Cybercrime so unterhaltsam zu gestalten, dass man das Buch nur schwer wieder beiseite legen kann. Spätestens, wenn der nächste Hackerangriff eine Kommune, eine Universität oder unsere Energieinfrastruktur trifft, werden wir das Buch wieder in die Hand nehmen. Wetten? Lesetipp Nummer vier!

Kann es einen größeren Kontrast zu Shapiros Report aus der Welt der Hacker und Nerds geben als Peter Wohllebens neues Buch „Buchenleben“? Wohl kaum. Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir es als fünften Lesetipp präsentieren. Die Art und Weise, wie Wohlleben aus dem Leben und Erleben einer gut 250 Jahre alten Buche erzählt und dies in den historischen Kontext setzt, ist genau das, was wirklich große Erzählkunst auszeichnet: Sie eröffnet uns völlig ungeahnte Perspektiven auf die Welt und das Leben.

Nach so viel Tiefschürfendem erholen wir uns bei einem Eistee am Stand des SYNDIKATs, wo sich an diesem Donnerstagnachmittag Krimiautor:innen und Buchblogger:innen zu einem entspannten Meinungsaustausch getroffen haben. Networking! Man sieht: Morden verbindet 😉

Nach einem Termin mit Dirk Meynecke, dem Literaturagenten und seiner Kollegin Nina Wegscheider von Buchplanung Berlin im LitAg Center in Halle 6.2 (sorry, davon gibt’s keine Fotos!) treffen wir uns zu einem abschließenden Plausch mit Tatiana aka @mimitatis_buecherkiste draußen auf der Agora und ausgerechnet am Currywurststand. Ein krönender Abschluss dieses Messedonnerstags gewissermaßen.

Natürlich ziehen wir auch morgen wieder für Euch durch die heiligen Hallen und Gänge der 76. Frankfurter Buchmesse. Es werden sich garantiert noich eine Menge weiterer Lesetipps ergeben. Versprochen!

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Tag 1 der FBM 2024: Ein Gefühl der Leere

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Politik, Unterhaltung | 16. Oktober 2024 | 21:21:43 | Roland Müller

Natürlich fühlt es sich toll an, einmal auf dem roten Teppich zu stehen. Aber tatsächlich ist das nur ein Aufmerksamkeit schaffender Bildaufmacher für unseren ersten Tag auf der 76. Frankfurter Buchmesse.

Tatsächlich herrschte zumindest auf der Anreise zur Messe einiges Gedränge in der S-Bahn und auf den Rolltreppen. Alles Fachbesucher natürlich nund verspätetes Verlagspersonal. Alles hektisch und meist in die allfälligen Smartphones parlierend. Nun ja, man kennt das.

Immerhin ging es in den Gängen sehr gesittet zu. Noch keine Menschenmassen in Sicht, nur eifrige Rucksackträger:innen und ein Mindestmaß an Presse.

Wie üblich besuchen wir in einem ersten Orientierungslauf Halle 3.0 – bereits hier zeigt sich, dass das Hinzufügen von Halle 1.2 für den zu erwartenden New Adult und Young Adult Rummel gewaltig Druck aus der Messe nehmen wird, indem Platz geschaffen wird für die Besucher. Breite Gänge tun sich auf. Und gleich am Eingang massive Präsenz von Thalia. Nun ja, eingedenk des Umsatzsprungs im aktuellen Buchjahr kein Wunder. Zumal die Buchhandelkette mittlerweile auch als Verleger auftritt.

Wir schlendern weiter, an einem strahlenden Kollegen vorbei – Andreas Eschbach –, der bei Bastei Lübbe überlebensgroß für „Die Abschaffung des Todes“ wirbt.

Wir notieren ganz neue Sitten bei Hoffmann und Campe, die bei dieser Buchmesse ihre Neuerscheinungen auf direktem Wege an den Mann und die Frau bringen wollen.

Bei Droemer Knaur steht wie immer die bekannte Rotunde mit der Parade der Bestsellerautor:innen im Zentrum des Messeauftritts. Details sparen wir uns für einen späteren Besuch auf.

Bei KiWi fällt uns im Vorbeiflanieren zweierlei auf: Einerseits die Überpräsenz von Frank Schätzings neuem Bestseller „Helden“, der sein Altwerk „Tod und Teufel“ zur Trilogie erweitern soll. Der dritte Teil der Mittelalter-Saga steht wohl für nächstes Jahr an? Ein zumindest für uns ungewohnt erscheinender Schritt zurück, bedenkt man die bisherigen Lieblingsthemen des Autors, die meist in einer nahen Zukunft spielten. Andererseits fasziniert uns die Idee, aus Buchrücken eine so aparte Sitzgelegenheit zu bauen – eine Art besitzbares Bücherregal. Durchaus nachbauenswert, wie wir finden.

Wir flattern an der unverkennbaren Ullstein-Eule vorbei und nehmen uns auch hier vor, am nächsten Messetag die Neuerscheinungen genauer in Augenschein zu nehmen.

Anschließend betreten wir vom Obergeschoss aus – Halle 3.1 – die Ballustrade, um frische Luft und einen sonnigen Mittwochmittag zu genießen. Und natürlich, um Euch Daheimgebliebene ein wenig neidisch zu machen. Denn das hier ist allerfeinster goldener Oktober. So weit das Auge über die Agora reicht …

… und reicht …

… und reicht …

… und reicht. So lassen sich sogar die wie immer zahlreichen Raucherinnen und Raucher ertragen, die sich bevorzugt hier draußen versammeln.

Wir beschließen, nach einem kurzen Rundgang über die Agora im Parterre von Halle 4 vorbeizuschauen, wo ARD/ZDF/3sat traditionell ihre Bühne aufgtebaut haben. Und tatsächlich. Hier herrscht bereits reger Sendebetrieb. Wir lauschen eine Weile Jürgen Trittin, der sein neues Werk „Alles muss anders bleiben“ vorstellt, im Gespräch (aka Bücher-Talk) mit Bärbel Schäfer.

Nichts gegen Jürgen Trittin – seine Einblicke in die Befindlichkeiten der Gesellschaft sind tatsächlich lesenswert –, aber noch spannender fanden wir das Interview von WDR Cosmo Moderatorin Claudia D’Avino mit der hierzulande immer noch viel zu wenig bekannten italienischen Bestsellerautorin Susanna Tamaro. Ihr neuestes Buch „Der Wind weht, wohin er will“ hat das Zeug dazu, unser erster Lesetipp dieser FBM zu werden. Wir werden morgen mal am Stand ihres deutschen Verlegers hineinlesen.

Da die Mittags-, sprich: Lunch-Zeit naht, begeben wir uns zum Ausgang, winken den erschreckend schlaffen Flaggen mit dem roten Buchmesse-Logo zu (vermutlich kommt morgen mehr Wind auf) und machen uns auf den Weg zu unserem Lieblings-Japaner ganz hier in der Nähe.

Wir durchqueren der gepflegten Friedrich-Ebert-Anlage und amüsieren uns über ein wenig felide Kunst auf einer Sitzbank im Grünstreifen.

Kurz darauf nehmen wir unsere sicherheitshalber reservierten Plätze im Ramen Jun Westend in der Wilhelm-Hauff-Straße ein, um eine der wirklich vorzüglichen japanischen Nudelsuppen zu schlürfen. Die perfekte Mittagsnahrung an einem anstrengenden Messetag. Sehr empfehlenswert!

Nach einer kurzen Verdauungspause geht’s wieder zurück zur Buchmesse, wo wir uns erstmals in die neue Halle 1.2 wagen, über die an den kommenden Tagen der Sturm der NA und YA Fans hereinbrechen wird. Dank breiter Auslauf- und Relax-Zonen und Meet and Greet Flächen weitaus gefahrloser als vergangenes Jahr in Halle 3.0! Hier treffen wir dann auch liebe Freunde. Die Drei vom BVjA, dem Bundesverband der jungen Autorinnen und Autoren. Links übrigens die rührige Ute Bareiss, Weltenbummler-Autorin. Und rechts die liebe Kollegin Karin Seemayer, die nicht weit von uns zu Hause ist. Ach ja, und in der Mitte natürlich Tobias Kiwitt, der Vorstandssprecher.

Nachdem die 8.000 Quadratmeter der Halle 1.2 derzeit noch wenig zu bieten haben, verziehen wir uns erneut zur Literaturbühne von ARD/ZDF/3sat, um noch ein wenig der BUCHZEIT zu lauschen, moderiert vom sehr geschätzten Gerd Scobel Von den vier präsentierten und mit kurzen Videotrailern angespielten Romanen von Richard Powers („Das große Spiel“), Iida Turpeinen („Das Wesen des Lebens“), Nora Bossong (Reichskanzlerplatz“) und Chetna Maroo „Western Lane“)interessiert uns eigentlich jeder. Obwohl da die vier Präsenteure Barbara Vinken (Universität München), Sandra Kegel (FAZ) und Katrin Schumacher (MDR) sowie Gerd Scobel selbst nicht immer gleicher Meinung waren.

Den Abschluss dieses ersten Messetages bildete für uns ein erster Besuch des Stands der Aufbau Verlage, Berlin, wo man sich während der abendlichen Happy Hour natürlich ganz besonders über den unvermuteten Gewinn einer Literaturnobelpreisträgerin freute: Aufbau ist der deutsche Herausgeber der Werke von Han Kang, deren neuestes Buch Anfang Dezember bei Aufbau erscheinen wird. Titel: „Unmöglicher Abschied“. Vorbestellungen sind bereits möglich!

So, das war’s für heute. Gila und ich hoffen, dass Euch dieser erste, unorganisierte Rundgang Spaß gemacht hat und freuen uns darauf, wenn Ihr uns auch morgen wieder begleitet. Bis dann!

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Eröffnungs-Pressekonferenz der FBM 2024

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, multimedia, Technologie, Unterhaltung | 15. Oktober 2024 | 15:45:16 | Roland Müller

Heute ist der Startschuss gefallen. Mit der Pressekonferenz um 11 Uhr im Frankfurt Pavillon auf der Agora des Frankfurter Messegeländes beginnt die 76 Frankfurter Buchmesse offiziell. Sie widmet sich den aktuellen Themen der internationalen Publishing-Branche ebenso wie den gesellschaftspolitischen Fragen der Zeit. Zugleich baut sie ihr Angebot für Begegnungen zwischen Lesenden und Schreibenden weiter aus – in diesem Jahr mit besonderem Augenmerk auf die wachsende Lust an Literatur in der jungen Leser*innengeneration.

Darauf ist Buchmesse-Direktor Juergen Boos besonders stolz: „Die Frankfurter Buchmesse ist immer im Wandel. Wir greifen neue Entwicklungen des Marktes auf und machen sie in Frankfurt sichtbar. Deshalb bieten wir in diesem Jahr den Verlagen und dem Publikum das New Adult Areal an. Was dort geschieht, hat eher den Charakter einer Convention als den einer klassischen Messe. Es geht um ein von Fans getriebenes Event rund ums Signieren, Selfies mit Autor*innen und Stars aus besonderen Genres. Dieser Leselust, diesem Fandom bieten wir mit der neuen Halle 1.2 die gebührend große Bühne.“

Ein bisschen mehr Leipziger Buchmesse-Vibes also für Frankfurt? Warum nicht. Wir sind jedenfalls gespannt, was die diesjährige Frankfurter Buchmesse zu bieten hat. Außer wunden Füßen, drängelnden Menschenmassen und stickiger Luft. Der Ehrengast Italien wird sicher ein wenig Sonne an den Herbsthimmel über Frankfurt zaubern. Und wir werden uns wieder treiben lassen und mehr oder weniger erratisch durch die Hallen streifen, um als Euer Auge und Ohr Neuigkeiten, Neuerscheinungen, Messeflurfunk und die ganz normalen Skurrilitäten dieses größten Verlags- und Bücherkarnevals der Welt zu entdecken. Stay tuned! Morgen geht’s los!

(Quelle Foto: Screenshot aus dem Livestream)

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Der Countdown läuft …

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien | 17. September 2024 | 15:08:05 | Roland Müller

Am 16. Oktober, also in rund einem Monat ab heute, öffnet die Frankfurter Buchmesse 2024 ihre Pforten. Wie (fast) alle Jahre wieder seit 2008 werden Gila und ich tagesaktuell aus den heiligen Hallen berichten. Über Neuerscheinungen und Altbekanntes, über Autorinnen und Autoren, über Verlage und Editionen, über Trends und Lesemoden. Diesmal in Personalunion als mehr oder weniger rasende Reporter mit Presse-Akkreditierung für das digitale Café und als Thriller-Autoren auf der Vertragsliste der Aufbau Verlage, Berlin. Das wird knapp eine Woche lang doppelten Stress bedeuten, hektische Termine, anstrengende (nun ja!) Happy Hours und viele, viele Entdeckungen und Lesetipps.

In diesem Sinne: Ja, es lohnt sich wieder für Euch, dabeizusein. Insofern: Stay tuned!

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