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Archiv für die Kategorie ‘Technologie’

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Das Café dankt

Veröffentlicht in Freunde, Gesellschaft, Internet, Kultur, Mobilität, Technologie | 10. April 2008 | 16:56:24 | Dirk Kirchberg

Während ich vor ein paar Tagen noch gegen Twitter gewettert habe, bin ich mittlerweile selbst angefixt und nutze dieses soziale Netzwerk recht regelmäßig. Es ist interessant, was andere so in 140 Zeichen verpacken. Aber vor allen Dingen hat man immer wieder das beruhigende Gefühl, dass man nicht allein vor dem Computer abhängt und seinen Job erledigt.

Denn da sind noch andere, die schuften müssen und trotzdem Zeit finden für einen Kalauer, einen lustigen Kommentar, via TwitPic ein absurdes Foto zu posten. Twitter gibt seine Genialität erst nach einer Zeit preis – zumindest war das bei mir so. Nun bin ich verloren, zum Glück.

Der Nutzerkreis von Twitter wächst gnadenlos schnell. So gibt es tatsächlich Menschen, die mehr als 22.000 so genannte Follower haben und die selbst rund 16.000 anderen followen. Mir kann keiner erzählen, dass das noch einer lesen kann – oder will. Da geht es wohl nur um den virtuell Längsten…

Was mich dieser Tage aber sehr gefreut hat, war ein Lob, das Oliver Gassner über Twitter schickte. Oliver und ich sind uns bisher nicht begegnet, aber ich followe ihm und er mir. Und so geschah es, dass er – nachdem er wohl in meinem Profil gesehen hat, dass ich beim Café dabei bin – folgenden Tweet in die Welt schickte:

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Dazu muss man wissen, dass Oliver derzeit 848 Follower hat. Dieses Lob erreichte also alle seine Follower. Vielleicht lesen jetzt einige dieser Adressaten hier mit. An alle potentiellen Neu-Caféler: Herzlich willkommen! @oliverg Das Café dankt. (Letzteres ist eine Twitter-konforme Antwort)

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rp08.3: Von Aktivisten und Aufträgen

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Medien, Technologie | 05. April 2008 | 13:03:16 | Dirk Kirchberg

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Der dritte Tag einer jeden Konferenz ist für mich immer der Tag, an dem bei mir ein wenig die Luft raus ist. Meist liegt es daran, dass ich trotz selbst verordneter früher Bettruhe meist schlecht geschlafen habe, weil das Kopfkissen zu hart, zu weich oder zu [insert random phrase] war. Ja, ich gebe es zu, ich bin bequem geworden. Ich bin raus aus dem Alter, als der Schlafsaal eines Hostels noch ein großer Spaß war…

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Wie die Publikumspräsenz um 10 Uhr bewies, war ich nicht der Einzige, der lieber noch ein wenig liegen geblieben wäre. Aber es hilft ja nix – die Revolution sind wir. Und wenn wir nicht in die Gänge kommen, fällt die Weltverbesserung eben aus.

Die Optimierung unseres kleinen blauen Planeten stand auch auf dem freitäglichen Programm. Und so berichtete Thenmozhi Soundararajan von Media Justice, wie sie daran arbeitet, unterprivilegierten Menschen die Werkzeuge für eigene Medienproduktionen in die Hände zu legen, damit sie zu ihrer eigenen Stimme finden in diesem Meer der monströsen Medienunternehmen.

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rp08.2: Buzzwords und eingeschlafene Füße

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien, Technologie | 04. April 2008 | 09:34:49 | Dirk Kirchberg

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Während ich am Mittwoch Abend schön artig früh ins Bett gegangen bin, um am Donnerstag fit zu sein, feierte Sascha Lobo eine Twitter-Follower-Party in seiner Wohnung. Als er dann am nächsten Morgen auf dem Panel zum Thema „Mit Blogs Geld verdienen: Reloaded“ erschien, wirkte er ein wenig lethargisch, so, als habe er höchstens zwei Stunden Schlaf bekommen. Der Iro stand trotzdem wie eine eins.

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Mit Robert Basic saß Deutschlands Blogger Nr. 1 mit auf der Bühne. Dieser gab durchgehend das enfant terrible mit einer ziemlich selbstgerechneten Note und motzte über dies und das. Einzige wichtige Info, die ich von diesem Schauspiel mitgenommen habe: Basic verdient mit seinem Blog zwischen 3.000 und 3.500 Euro pro Monat.

Die Diskussion explodierte, nachdem sich Basic und Lobo gegenseitig ihrer Abneigung versichert hatten. Fast-O-Ton Lobo: „Er hasst mich, ich finde seine Einträge ätzend.“ Und schon war Stimmung in der Scheune!

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rp08.1: Ankommen und vergessen lernen

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Medien, Technologie | 02. April 2008 | 12:32:35 | Dirk Kirchberg

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Mit Bahn und Bahn bei ich bei der re:publica 08 in Berlin angekommen. Der Lehrter Bahnhof und seine vielen Ebenen sind an sich schon den einen und anderen Blick wert. Darum hat der Architekt Meinhard von Gerkan ja auch hart genug kämpfen müssen. Es hat sich gelohnt, wie ich finde, zumal man als Ankommender gleich mit einer Aussicht auf die Bundespolitik von ihrer schönen Seite belohnt wird: Die gläserne Reichstagskuppel hinter einer monströsen Eingangshallenscheibenwand.

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Vom Lehrter Bahnhof aus bin ich via Friedrichstraße und Oranienburger Tor dann endlich bei der Kalkscheune angekommen, vor der sich bereits eine Stunde vor Beginn eine lange Blogger-Schlange gebildet hatte.

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Ketzer, Kritiker, Vordenker

Veröffentlicht in Gesellschaft, Technologie | 10. März 2008 | 21:03:09 | Roland Müller

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Sein ELIZA war das erste AI-Programm, das ich auf meinem Apple Macintosh 128k installiert hatte. Für einen Moment wehte damals der Glaube an den unaufhaltsamen Aufstieg der Künstlichen Intelligenz durch mein Zimmer. Nicht allzulange. Denn vergleichsweise schnell stellte sich heraus, dass vieles von dem, was da in den siebziger und achtziger Jahren hochgekocht wurde, das war, was man heute als Hype bezeichnen würde. Joseph Weizenbaum hatte dies und vieles andere mehr früh erkannt. Früher als andere. Er, der nach eigener Aussage mehr durch Zufall als Planung zum Vordenker der aufkommenden Computertechnologie wurde, wandte sich als einer der Ersten wieder von ihr ab. Er wurde zum kritischen Mahner, erkannte intuitiv und intellektuell die Gefahr einer Entmündigung durch die Allgegenwart der Computer und ihre immer komplexer werdenden Strukturen. Abhängigkeit von anderen, und sei es von Maschinen, war dem zweitältesten Sohn einer alteingesessenen jüdischen Familie in Berlin, die 1936, also gerade noch rechtzeitig, aus Deutschland in die USA emigrierte, immer ein Greuel. Als ausgebildeter Meteorologe und später Mathematiker war er an der Entwicklung der ersten Computersysteme beteiligt, arbeitete für Bendix Aviation und general Electric, bis ihn schließlich 1963 der Ruf ans MIT ereilte. Hier wurde er zum Mitbegründer der Computerwissenschaft. Weltweit bekannt machten ihn jedoch nicht seine hoch gerühmten wissenschaftlichen Studien, sondern jenes kleine, harmlos erscheinende Programm namens ELIZA, das in Fachkreisen auf den schönen Namen „A Computer Program for the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine“ hörte und mit oft verblüffender Schlagfertigkeit bei den Anwednern den Eindruck erweckte, es mit einer tatsächlichen Maschinenintelligenz zu tun zu haben. Weizenbaum muss dies in höchstem Maße amüsiert haben, wusste doch gerade er um die äußerst rudimentären Dialogfähigkeiten seiner Programmierung. Und doch war es ausgerechnet dieses harmlos erscheinende Programm und sein enormer Erfolg, der ihn schnell und voller Erschrecken erkennen ließ, dass es offenbar ein menschliches Bedürfnis ist, mit Maschinen zu sprechen und ihnen geradezu blindes Vertrauen entgegenzubringen. Diese Wahrnehmung veränderte seinen ganzen Lebensweg. Fortan wurde er zum Mahner in der Wüste. In zahllosen Publikationen formulierte er seine Kritik an einer Computerwissenschaft, die ohne fixe ethische Maßstäbe den Menschen immer weiter entmündigt. Von den USA aus und nach dem Fall der Mauer und seinem Umzug nach Berlin, der Stadt seiner Jugend,  von hier aus zog er gegen den „Imperialismus der instrumentellen Vernunft“ zu Felde, jenem Schlüsselbegriff, den er in seinem vielleicht berühmtesten Werk „Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft“ 1976 etablierte. Ihn zu bekämpfen, daran konnte ihn nicht einmal eine Krebserkrankung hindern. Der er dann doch schlussendlich, am 5. März 2008, zum Opfer fiel – Computerkritiker bis zuletzt, doch niemals das, was ihm seine Kritiker anzudichten versuchten, nämlich technikfeindlich gesonnen zu sein. Was man von ihm lernen kann? Ganz einfach: Dass Technologie ohne eine Ethik ihrer Anwendung eine Gefahr ist für uns alle. Ja, er war ein großer Mann, der Joseph Weizenbaum – einer, der uns fehlen wird.

Übrigens: Der AI-Klassiker ELIZA kann natürlich heutzutage online getestet werden: hier!

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