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Was bringt Google Wave?

Veröffentlicht in Apple & Co, Internet, Technologie | 17. Januar 2010 | 15:55:32 | Roland Müller

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Google, soviel ist klar, hat die Intention, alles auf dieser Welt, was mit Online-Work- und Lifestyle zu tun hat, mit seinen eigenen Produkten und Dienstleistungen zu belegen. Als jüngste Anstrengung sei hier der Einstieg in den Mobilfunkmarkt genannt, mit dem Google-eigenen „Nexus One“ Handy. Nebst eigenem Android-Betriebssystem. Eine zweifellos spektakuläre Neueinführung und vielleicht die erste wirkliche Herausforderung für das längst etablierte iPhone von Apple. Ein wenig im Schatten dieser Marktoffensive steht eine andere Welle, die der Internetgigant loszutreten versucht: Google Wave. Hiervon soll im Anschluss die Rede sein. Was kann Wave, wozu ist es gut und wozu nicht? Und nicht zuletzt: Für wen bringt es einen Produktivitätszuwachs und für wen nicht?

Collaborative Working – kooperatives Arbeiten in Echtzeit. Das ist es, wozu Google Wave als Werkzeug dienen kann und soll. Eine Folgerung daraus ist: Wave ist kein Spielzeug und schon gar kein Werkzeug für Einzelkämpfer. Es wendet sich ganz klar an Teamworker.

Der Einstieg gestaltet sich vergleichsweise einfach. Während IE User aufgefordert werden, das Google Chrome Plug-in zu installieren, bleiben Firefox- und Safari-Anwender von derlei Ansinnen verschont. Es öffnet sich gleich nach dem Start ein Frame-basiertes Fenster. Im Frame auf der rechten Seite kann man eine Wave starten – ein Textfeld mit den üblichen Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu gibt es die Möglichkeit eine Google Earth Karte einzubinden („add map gadget“) oder eine URL („add gadget by URL“). Hat man die vielfältigen Werkzeuge mal verinnerlicht und beispielsweise ein Projekt auf diese Weise multimedial beschrieben, verlinkt und kartiert, ist der logische abschließende Schritt, das Ergebnis einem Kontakt oder einer Gruppe zur Verfügung zu stellen.

Nach dem finalen Klick auf „Done“ taucht eine Navigationsleiste auf mit den Optionen „Reply“, „Playback“, „Unfollow“, „Spam“, „Read“, „Unread“ und dem obligatorischen „Trash“. Was natürlich und sicher nicht zufällig an Twitter erinnert. oder eigentlich sogar an eine Fusion aus Twitter, YouTube und Flickr, vernetzt mit den etablierten Google-Tools. Eine Kombination, die zugegebenermaßen ihren Reiz hat.

Von den Voraussetzungen her könnte Google Wave das ultimative Brainstorming-Tool sein für Kreative jeder Couleur. Spontane Ideen können in Echtzeit ausgetauscht, kommentiert, verfeinert, weitergereicht werden. Kein Ersatz für ein Mailprogramm, sondern eine spannende Ergänzung.

Vorausgesetzt, man weiß damit umzugehen. Und genau da hakt es noch ein bisserl. Zumindest bei unserem schnellen Quercheck konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass Übersichtlichkeit nicht gerade das ist, was sich einstellt, sobald man mal mit ein paar Mitwavern kooperiert. Strukturierung und Lesbarkeit sind dann gelinde gesagt suboptimal. Was Google aber hoffentlich nach der Betaphase nachbessern wird.

Und dann gibt es noch wie meist bei Google-Produkten einen weiteren Aspekt, den man nicht vergessen sollte: Auch Google Wave ist ein exorbitant leistungsfähiger Datensammler in Googles Diensten. Unter eigener Kontrolle, sprich: auf einem heimischen Server, wäre das ein sehr entwicklungsfähiges Werkzeug für gut vernetzte Onlinearbeiter. Doch unter voller Google-Kontrolle…? Wir werden jedenfalls die weitere Entwicklung von Googles neuer Welle genau und kritisch beobachten.

Unser Online-Lesetipp zur Vertiefung des Themas: TechCrunch

Googles eigene Seite zum Thema: Google wave

Google Wave bei Wikipedia: Google Wave

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Eine Antwort zu “Was bringt Google Wave?”

  1. 17. Januar 2010 um 20:33:22 | Tweets die Cafe Digital» Blogarchiv » Was bringt Google Wave? erwähnt -- Topsy.com sagt:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von MadMaxde, GWaver erwähnt. GWaver sagte: Cafe Digital» Blogarchiv » Was bringt <b>Google Wave</b> http://goo.gl/fb/6mBI […]

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