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FBM 2025 Tag 5: Wölfe, Lämmer und Buchmarktretter

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur, Medien, Unterhaltung | 20. Oktober 2025 | 15:16:15 | Roland Müller

Messe-Sonntag auf der Frankfurter Buchmesse. So langsam schwinden uns die Körner, vor allem in den Beinen und im Rücken. Was man von Klaus-Peter Wolf nicht behaupten kann. Denn der turnt wohlgemut über alle Bühnen, die die Messe bereithält. Sensationelle Energie, der Kollege!

Wir schaffen es irgendwie, bis zum Stand des Hanser Verlags vorzustoßen, quer durch die nun reichlich vollen Gänge. Und tatsächlich, zumindest hier am Stand gibt’s noch Exemplare des diesjährigen Gewinners des Deutschen Buchpreises, „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger. In sehr vielen Buchhandlungen ist das Buch bereits vergriffen, und der Verlag tut sich aufgrund der Druckereienkrise schwer, zeitnah Nachschub herbeizuschaffen. Die Hanser-Website zeigt jedenfalls ein „in Kürze wieder lieferbar“ an. Ein Luxusproblem, irgendwie.

Gleich rechts vom mittleren Eingang zu Halle 3.0 hat ein chinesisches Unternehmen seine Zelte aufgeschlagen und bietet faszinierend detaillierte Bastelsätze für Dioramen an, die man sich ins Bücherregal stellen kann, sollte da noch Platz sein (was in der Regel eher nicht der Fall ist). Fertig zusammengebaut werden diese dreidimensionalen, schummerig LED-beleuchteten Teile tief in die Herzen der Leserinnen und Leser vorstoßen, jede Wette!

Wir lassen die Dioramen hinter uns und picken querbeet noch ein paar empfehlenswerte Lektüren für Euch auf. Eines davon, erschienen beim Imprint Blumenbar der Aufbau Verlage ist „Mauerpogo“ von Sonja M. Schulz, mit der wir uns neulich in Berlin beim Jubiläum der Aufbau Verlage recht lange unterhalten konnten. Ein tiefer Blick in die DDR, sieben Jahre vor dem Mauerfall, in dessen Verlauf wir an die Haut einer Vierzehnjährigen schlüpfen, die kurz vor der anstehenden Jugendweihe den Punk für sich entdeckt.

Rau, rotzig, mit einer Sprache, in die, wie wir wissen, die Autorin sehr viel Arbeit gesteckt hat, bis sie so direkt und authentisch fließen konnte wie in diesem wunderbaren Coming-of-age Roman. Für uns ein ideales Buch für NA- und YA-Fans, die Magie, Drachen und Tropes mal hinter sich lassen möchten. Ein Ausflug in die Welt Gleichaltriger zu einer Zeit, als noch an den real existierenden Sozialismus geglaubt wurde. Unser sehr spezieller 13. Lesetipp!

Und wo wir schon mal am Aufbau Stand herumlungern, müssen wir auch auf „Israel“ von Sabine Adler zu sprechen kommen. Womit wir noch ein Stück näher ans Zeitgeschen rücken. Die renommierte Journalistin stellt mit diesem Buch Fragen an ein Land, das sich seit dem 7. Oktober 2023 in seinen Grundfesten erschüttert sieht.

Im Unterschied zu vielen anderen Schreibenden, die sich dieses Themas annehmen, tritt sie aber einen Schritt zurück und hört Bürgerinnen und Bürgern aus allen Milieus und Lagern Israels zu, die auf ihre Fragen antworten. Vorbildlicher und zunehmend seltener werdender Journalismus ohne Bewertung und Moralisierung und genau deshalb ein wichtiger Beitrag zu einem vernünftigen, vorurteilsfreien Diskurs der Situation im Nahen Osten. Unser 14. Lesetipp!

Vorsicht, jetzt wird’s thematisch sprunghaft! Denn schon stehen wir am Stand von Luchterhand und greifen nach dem aktuellen Saša Stanišić mit dem gewohnt schrägen Titel „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“. Der Hamburger Autor lässt damit die Witwe hinter sich, geht einen Schritt weiter und legt diese Ermutigung vor, wie der verschämte Untertitel verspricht.

Nach ausführlicher Lektüre schwingen wir uns zu der Behauptung auf, dass Saša Stanišić mit diesem Buch etwas gelungen ist, was wir eigentlich nicht erwartet hatten: ein Lebensratgeber, über den man schallend lachen oder stundenlang grübeln kann!

Gehaltene und ungehaltene Reden, egal was, in jedem Fall aber großes Kino. Deshalb unsere dringende Empfehlung, den Schalter umzulegen und den Stromkreis zu schließen: unser 15. Lesetipp und vielleicht der absurdeste von allen!

Traditionell machen wir ja auf jeder Buchmesse einen Abstecher zum kleinen, feinen und der Nachhaltigkeit verpflichteten Independent-Verlag Kjona. So auch diesmal. Und wenn wir gerade von Lebensratgebern gesprochen haben (die wir normalerweise scheuen wie der Teufel das sprichwörtliche Weihwasser oder der Verbrennerfahrer das E-Mobil), genau das fällt uns auch hier in die Hände.

Emilia Roig, nicht gerade unbekannt in der Szene und erstmals exklusiv verlegt vom Kjona Verlag, legt mit „Lieber Sohn oder So rettest du die Welt“ ein dünnes Bändchen vor. Aber was für eins! Irgendwie schafft sie es, auf hundertundeinpaar Seiten einen Brief an die kommende Generation zu schreiben, der es in sich hat. Fast eine Kurzanleitung zur Rettung unserer Welt.

Selbst nach kurzem Hineinlesen wird uns klar: Mehr als dieses dünne Buch und den zuvor beschriebenen Stromschlag von Saša Stanišić braucht es tatsächlich nicht, um die Welt, um uns alle zu retten. Außer dem Mut, zu lesen und dann auch danach zu handeln! Der dünnste 16. Lesetipp, den wir je abgegeben haben!

Wir mäandrieren weiter, die Füße werden schwerer und uns steht der Sinn nach kriminell guter Unterhaltung der eher zerstreuenden Art. Und natürlich werden wir fündig. Ein fesselnder historischer Kriminalroman im feinsten englischen Stil springt uns ins Auge, ein bisschen lieblos wie auf einem Krabbeltisch neben Dutzenden weiterer Vertreter der Spannungsliteratur platziert. Der im London des Jahres 1901 spielende „Der Tote in der Crown Row“ von Sally Smith, selbst Anwältin mit Temple-District-Erfahrung, erschienen bei Goldmann, macht uns gleichwohl neugierig. Denn an historischen Krimis herrscht derzeit ja nicht unbedingt Mangel.

Aber der hier ist schon speziell. Liegt’s an seiner „Britishness“? Vermutlich. Ein adliger Anwalt ermittelt im historischen Rechtsviertel von London. Ohne Hast erzählt, mit sehr viel feinem britischem Humor ist das ein perfekter und zugleich komplexer Krimi zum Runterkommen nach einem hektischen Messetag (beispielsweise). Und das verdient in jedem Fall einen 17. Lesetipp!

Und weil wir nicht bei Klett-Cotta vorbeigehen können, ohne auch hier in die Regale zu spähen, gebührt diesem Lieblingsverlag vieler (wir zählen uns durchaus dazu) die letzte Empfehlung unseres diesjährigen Messerundgangs. „Schon wieder Katzen!“, mag jetzt jemand stöhnen. Okay. Aber „Die Magnolienkatzen“ von Noriko Morishita erinnern uns unwillkürlich an Durian Sukegawas „Die Katzen von Shinjuku“, das wir im vergangenen Jahr auf unserer Empfehlungsliste hatten.

In einer geradezu schwebenden, leichtfüßigen Erzählweise, wie sie in Japan (und von uns) geschätzt wird, entspinnt sich ein Bild des kätzischen Wesens, wie es bisher noch keiner der langsam zahlreicher werdenden japanischen Romane für Katzenliebhaber entworfen hat. Unaufgeregt und alltagsnah und dabei konsequent den Titel umsetzend, der im japanischen Original sehr viel treffender 猫といっしょにいるだけで („einfach nur mit Katzen zusammensein“) lautet, ist dies unser abschließender 18. Lesetipp – ausschließlich für Katzenliebhaber!

Halbwegs ermattet vom letzten Messetag werfen wir kurz einen Blick zur Bühne von XPLR Media in Bavaria (was für ein nichtssagender Titel), wo sich mit Knut, Miri, Thomas et al drei bis vier Säulen der Buchkritik und des Bloggings gerade sitzend ein Stelldichein geben. Entgegen unserer Erwartung wird dabei nicht Gravierendes verbreitet, eher ein allgemeines Wohlfühl-Statement darüber, wie toll diese Messe ist und überhaupt und so weiter. Also gehen wir weiter …

Denn da ist ja noch die vielbeschworene Halle 1.1! Das Mekka der New Adult und Young Adult Kultur. Und in diesem Jahr auch sinnvollerweise ausschließlich auf die junge Zielgruppe ausgerichtet. Offenbar hat die Messegesellschaft dazugelernt. Klar, dass wir uns das nicht entgehen lassen wollen. Schließlich ist das der Ort, von dem sich Verlage und Buchhandel den Wiederaufschwung erhoffen.

Platzhirsch Lyx hat natürlich einen der größten Stande aufgebaut. Das ist auch nötig, denn das Gedränge am Sonntagvormittag ist erwartbar gewaltig.

Mindestens dasselbe kann man auch rund um den Buchhändler Buchmädchen feststellen. Hier ist der Name Programm. Und wir fragen uns ganz heimlich, woran es liegen mag, dass das Pendant dieser begeisterunsfähigen jungen Leserinnenschaft, die im vergleichbaren Alter befindlichen jungen Männer, für sich noch keine adäquaten Genres entdeckt haben. Verdammt nochmal, Ihr Jungs! Könnt Ihr nicht lesen oder wollt Ihr es nicht? Manchmal könnte man als Autor am männlichen Geschlecht verzweifeln. Aber wem sagen wir das? Indgesamt war dieser Besuch in Halle 1.1 ein sehr hoffnungsvoller und positiver. Das einzig Negative, das uns auffiel: Viele der Merchandise-Artikel waren mit Preisen versehen, die hart an der Grenze zur Abzocke lagen. Das muss nicht sein!

So viel Rumlauferei macht durstig. Passenderweise entdecken wir am Gemeinschaftsstand der österreichischen Verlage ein schlankes, aber überaus interessante Buch, das unseren Zustand gewissermaßen reziprok aufgreift. „Trocken“ von Daniel Wagner. Erschienen bei Kremayr & Scherlau.

Ein sehr lesenswertes Elaborat eines bekennenden Ex-Alkoholikers, der damit feiert, dass er seit mittlerweile fünf Jahren wieder trocken ist. Die Texte darin sind alles andere als trocken. Und oft genug schmerzhaft. Aber auf eine brutale und geradezu verstörende Art und Weise ehrlich. Was einen intensiven Blick hinter die Kulissen des Monsters der Alkoholsucht zulässt.

Zudem ist der Autor Daniel Wagner ein früherer Berufskollege. Und einer von den gar nicht so wenigen, die in der oft unerzählt stressigen Werbebranche irgendwann zur Flasche und dann nicht mehr von ihr loskamen. Respekt, lieber Daniel, dass du wieder schreibst, arbeitest und gedeihst!

Ist es unpassend, nach diesem etwas schwierigen, weil alkoholreichen Thema die Kurve ausgerechnet mit Alkohol zu kriegen? Aber was will man machen? Drei Stunden Standdienst bei den Kolleginnen und Kollegen vom Syndikat gehen nun mal nicht spurlos vorüber. Schon gar nicht, wenn sich irgendwo in den gut gekühlten Tiefen noch ein paar Flaschen Perlendes entdecken lassen. Zumal uns der Kommunikationsvorstand geradezu befohlen hat, alles zu vernichten und zu verschenken, was der Stand hergibt. Einfach, um sich die nach dem abendlichen Abbau (des Standes, nicht der Kondition!) anfallende Schlepperei der Restmengen zum Auto zu ersparen, der Schlawiner! War mir eine Freude, liebe Kolleginnen und Kollegen. Spätestens in Leipzig sehen wir uns wieder. Cheerio!

Ja, das war’s dann von der Frankfurter Buchmesse 2025. Was bleibt sind Zahlen, die mal wieder den bestehenden Rekord gebrochen haben: In diesem Jahr besuchten 118.000 Fachbesucher*innen und 120.000 Privatbesucher*innen (2024: 115.000 Fachbesucher*innen und 115.000 Privatbesucher*innen) aus 131 Ländern (2024: 153 Länder; 2023: 130 Länder) die Messe – mehr als im Jahr zuvor. 4.350 Aussteller (2024: 4.300) präsentierten sich in den Messehallen. Mit insgesamt 591 Tischen im früh ausgebuchten Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) sowie im Publishers Rights Centre (PRC) waren beide Zentren stark nachgefragt (Vorjahr: 593 Tische). Mit Rechtehändler*innen von insgesamt 357 Agenturen und Verlagen aus 33 Ländern sowie mit 44.900 Eintritten waren die beiden Arbeitszentren für den internationalen Rechtehandel stark frequentiert (Vorjahr: 355 Verlage und Agenturen und 38.000 Eintritte). 7.800 Medienvertreter*innen (Vorjahr: 7.500) registrierten sich, um über die mehr als 3.500 Veranstaltungen an den Fach- und Publikumstagen (2024: 3.300 Events) zu berichten.

Wir freuen uns, dass wir erneut Euer Auge und Ohr auf der größten Buchmesse der Welt sein durften. Es hat Spaß gemacht und Kraft gekostet. Aber wie immer werden wir uns ganz schnell erholen. Und im März nächsten Jahres steht dann die Leipziger Buchmesse an. Bis dann: Lest gute Bücher! (Gila & Roland, Euer Messeteam aus dem digitalen Café)

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Schriftstellerei in Zeiten von KI

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur | 02. August 2025 | 14:52:51 | Roland Müller

OpenAI ChatGPT, Google Gemini, Anthrophic Claude Sonnet, DeepSeek und wie sie alle heißen, die Large Language und Large Reasoning Models, die derzeit das KI-Rennen heißlaufen lassen. Trainiert mit Myriaden urheberrechtlich geschützter Bücher, Bilder, mittlerweile sogar ganzen Chat-Verläufen. Wie lange wird es wohl dauern, bis Amazon, Meta und Co. uns mit Content (formerly known as „Bücher“) zuscheißen werden, die exakt den Inhalt haben, den die Konsumenten sich wünschen und den der Algorithmus ihnen nahelegt? Und das zu Preisen, mit denen kein Verlag dieser Welt zu konkurrieren vermag.

Wird schon nicht passieren, sagt Ihr? Das sei bloß eine dystopische Spinnerei? Nun, schauen wir doch mal genauer hin. Schon heute spült TikToks Bücherblase BookTok Unmengen von mehr oder weniger schnell runtergeschriebener Genreliteratur in die Bestsellerlisten. Ausgerichtet auf die Zielgruppe New-Adult, dargereicht als Romantasy oder Verwandtes. Eine Handvoll davon von sehr anständiger Qualität, legt man die üblichen literarischen Bewertungskriterien an, eine sehr viel größere Menge aber das, was Denis Scheck überspitzt als „Drachenscheiße bleibt Drachenscheiße“ beschreibt. Was vom hohen Thron des Literaturkritik herab berechtigt sein mag, aber natürlich bei der riesigen Leser:innen-Schar heftige Immunreaktionen auslöst.

Das Spannende an dieser Form von Genreliteratur ist, dass sie sehr engen Regeln unterliegt, klar definierte Tropes bedient und damit ohne größere Probleme auch von einem trainierten KI-Modell ausgeworfen werden kann. Das perfekte Einfallstor. Denn wenn LLMs eines können, dann Bekanntes und Bestehendes immer wieder neu kombinieren und zusammenmischen. Statistik rules! Und wer weiß, vielleicht geschieht das ja auch schon längst irgendwo in den Weiten des TikTok-Buch-Universums? Was könnte also passieren? Weitere Geschichten der beschriebenen Art werden in naher Zukunft quasi auf Knopfdruck oder korrekt beschrieben promptengineered erstellt. Maßarbeit nach Konsumentenwunsch. Garniert mit einem Wunschtitel. Genau auf jenes Profil zugeschnitten, das Leserinnen und Leser den Tech-Lords anhand ihrer Datenspur im Netz freiwillig überlassen haben. Wer A gelesen hat, muss auch B lesen. Schöne neue Lesewelt!

So weit, so profitabel. Kompliziert wird es, wenn man die aktuelle politisch-gesellschaftliche Gesinnung der Tech-Milliardäre berücksichtigt. Autoritär, elitär, libertär, oft antidemokratisch, ganz sicher nicht feministisch, divers oder gar queerfreundlich. Es wäre ein Wunder, wenn derlei Gesinnung nicht in die Produktion derartigen Lese-Contents – ich bezeichne ihn aus naheliegenden Gründen nicht als „Bücher“ – einsickern würde. Man müsste es als Ende des Kulturprojekts Literatur verstehen, als Ende des stationären Buchhandels und sicher auch des Gros der Verlage, und das wäre nun wirklich dystopisch.

Übrigens: An der vielgepriesenen KI ist absolut nichts „intelligent“. Sie ist eine statistische Echokammer. Ihre kontinuierliche Benutzung (außer im wissenschaftlichen Kontext) erodiert unsere Fähigkeit zum kritischen Denken und Hinterfragen und zum Treffen von Entscheidungen. Weil wir ein Bequemlichkeits-Tier sind. Convience sells! Bis hin zur totalen Abhängigkeit von diesem neuen Alltags-Instrument. Erst recht, wenn auch die Arbeitgeber auf entsprechende Kompetenzen Wert legen. Schlimmer noch: Mit der Abhängigkeit von KI geht die Abhängigkeit von einer Handvoll Techkonzerne einher, die früher oder später aus der derzeitigen weitgehend freien Verfügbarkeit (die „Anfütterungs-Phase“) zur nächsten Stufe ihres Geschäftsmodells übergehen, dem Abonnements-Modell. Nur ein kleiner monatlicher Obulus und schon hast du weiter Zugriff auf deinen persönlichen KI-Assistenten. Ein paar Euro mehr im Monat und du kannst upgraden auf die Pro-Version. Und so weiter. Wir kennen das. Und ja, natürlich werden wir zahlen!

Ändern wir den Blickwinkel. Betrachten wir den möglichen Siegeszug dieser Form von KI aus der Perspektive der Schreibenden. Wenn ich meine Ideen, Gedanken der KI überlasse, um sie zu „verbessern“ oder zu „überarbeiten“ oder was auch immer, sind es dann noch meine Ideen und Gedanken? Oder sitzt da nun dieser zuckerbergsüß freundliche Co-Autor an meiner Seite oder in meinem Nacken, je nach Standpunkt, der mich ein ums andere Mal verführt, ihn zu involvieren? Nochmal: Convenience sells! Nicht jede Autorin, nicht jeder Autor wird die Resilienz zeigen, dem Sirenengesang zu widerstehen. Was dabei unter die Räder kommen wird, ist all das, was kreatives Schreiben ausmacht: die Mühe, das Ringen, die Qual, die Anstrengung und schließlich die tiefe Befriedigung, „es“ geschafft zu haben und unter ein gelungenes Rohmanuskript das magische Wörtchen ENDE gesetzt zu haben. Sicher, mit Hilfe von KI bringen wir ein Buchprojekt vielleicht auch zum Ende und das in viel kürzerer Zeit. Aber wir fühlen nichts mehr dabei. WIR FÜHLEN NICHTS MEHR DABEI!

Und verdammt nochmal! Um genau dieses Gefühls der Befriedigung willen schreibe ich doch überhaupt nur. Oder wie sehr Ihr das?

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