Kamera
Schokolade

Der Apple II für die 3. Welt

Veröffentlicht in Apple & Co, Technologie | 07. August 2008 | 13:05:32 | Roland Müller

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Ausgerechnet am MIT, Amerikas legendärer Hightech-Schmiede und Elite-Denkfabrik, wird derzeit an der Wiedergeburt eines legendären Urahns der iElektronikmarke aus Cupertino gewerkelt. Derek Lomas, Anuj Nanavati und Jesse Austin-Breneman haben es sich in den Kopf gesetzt, mit einem 12-US$-Budget einen funktionierenden Apple-II-Clone zu entwickeln, der Nicholas Negropontes ambitioniertem 100$-Laptop-Projekt den Rang ablaufen kann bei der Computerisierung der 3. Welt. Durchaus ein Projekt mit einigem Ehrgeiz. Denn die drei Studenten wollen ihre technische Ausgangsbasis, den Apple II, mit einigen neuzeitlichen Komponenten internetfähig machen, ohne das gesetzte Budget zu überziehen.Ein weiteres sechsköpfiges MIT-Team arbeitet derweil an „neuer“ Software, mit der sich der Apple II Modell 2008 via Mobiltelefon ins Internet einwählen kann. Die im Rahmen des International Development Design Summit 2008 entstandene Idee hat spätestens auf den zweiten Blick eine gewisse Faszination, verbindet sie doch einen sehr ganzheitlichen und hoch ethischen Bildungsansatz mit verblüffendem Kostenbewusstsein und kreativer Intelligenz. Dass ausgerechnet der Apple II als Ausgangspunkt des Aufbaus einer funktionierenden, bezahlbaren Computer-unterstützten Bildung in Drittweltländerndienen soll, kommt nicht von ungefähr. Immerhin war dieser 8-bit Rechner eine gute Dekade lang der dominierende Computer im US-Bildungssystem. Ein Erfolg, der an anderem Ort und unter anderen Zwängen durchaus wiederholbar scheint…

(©Foto: computercloset.org)

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Solschenizyn und das neue Russland

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Politik | 05. August 2008 | 17:18:53 | Roland Müller

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Alexander Issajewitsch Solschenizyn, be- und gerühmter russischer Schriftsteller, Dramatiker und Träger des Literatur-Nobelpreises, ist am 3. August 2008 im Alter von 89 wildbewegten Jahren an einem Hirnschlag verstorben. Der studierte Mathematiker und Philosoph, WWII-Veteran und Stalin-Kritiker stand wie kein anderer zeitgenössischer Intellektueller für die Aufarbeitung der Greuel des Sowjetstaates unter Stalin und seinen Nachfolgern. In der Sowjetunion geächtet und nach seiner 1953 endenden Haft im Gulag in die Verbannung geschickt, wurde er, damals bereits krebskrank, 1957 rehabilitiert, damit aber nicht zum Schweigen gebracht. Ganz im Gegenteil nahm er seine sehr persönlichen Erfahrungen zum Anlass, zu beweisen, dass zumindest manchmal die Feder schärfer sein kann als jedes Schwert. Sein literarisches Verarbeiten des dunkelsten Kapitels russischer Geschichte brachte ihm nicht nur nach Erscheinen seines monumentalen „Der Archipel Gulag“ 1974 ein zwanzigjähriges Exil im Westen ein, es fand auch weltweite Anerkennung in Form des Nobelpreises für Literatur, den er 1970 in Abwesenheit verliehen bekam. Zwar war er bis zuletzt unbeugsam im Geist, erntete mit seiner zunehmenden Hinwendung zum orthodoxen Christentum und zu einer stramm russisch-nationalen Gesinnung jedoch immer wieder Kritik. Vielleicht, weil viele seiner einstigen Bewunderer verkannten, dass er bis zuletzt blieb, was er zeitlebens war, ein russischer Patriot mit hohen moralischen Ansprüchen – hoch genug, dass ihre Unerreichbarkeit wohl selbst Heinrich Bölls Grenzen des Verständnisses ein ums andere Mal überschritt. Nichtdestotrotz muss man ihm größten Respekt zollen, hat er doch den Wandel des sowjetischen Repressionsstaates zu einem neuen Russland entscheidend mit eingeleitet. Auch wenn dieses neue Russland unter Putin noch Lichtjahre entfernt sein mag von dem in West und Ost sicher sehr unterschiedlich erhofften Idealbild.

Morgen, am 6. August 2008, werden seine sterblichen Überreste auf dem Moskauer Donskoi-Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

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Der Beweis: Steve ist topfit!

Veröffentlicht in Apple & Co | 30. Juli 2008 | 17:14:57 | Roland Müller

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Da sparen wir uns doch jetzt einfach mal viele Worte und ziehen einfach den Hut vor einer vielleicht frivolen, aber gleichwohl sehr kreativen Antwort auf die Spekulationen bezüglich Steve Jobs‘ Gesundheitszustand…

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Die Live-Berichterstattung, die muss weg!

Veröffentlicht in Medien, Politik | 27. Juli 2008 | 11:09:11 | Dirk Kirchberg

obamaberlin.jpgAls bekannt wurde, dass Obama in Berlin eine Rede halten würde, spielte ich kurzzeitig mit dem Gedanken, in die Hauptstadt zu fahren, um live dabei zu sein. Dann erinnerte ich mich daran, dass ich mich auch schon auf der kleinen WM-Fanmeile in Hannover nicht sehr wohl gefühlt und damals nach handgestoppten zwei Minuten die Flucht ergriffen hatte. So entschloss ich mich, Obamas Rede live im Fernsehen zu verfolgen.

Ich zappte durch die berichtenden Sender, bis ich durch Zufall im ZDF hörte, dass man die Rede im Zweikanalton übertragen würde. Großartig! So musste ich wenigstens nicht die lästigen Dolmetscher ertragen, die die sprachlichen Feinheiten sicher aufgrund der knappen Reaktionszeit würden abschmirgeln müssen. Ich schaltete den Ton, verfolgte nur die Bilder, und als Obama wippenden Schrittes und von Ohr bis Ohr freundlich lächelnd vor der Siegessäule dem Rednerpult entgegenwippte, stellte ich den Ton wieder an und sofort auf die englische Audiospur.

Nach der Rede, die ich übrigens ganz hervorragend fand – weil er mir all das sagte, was ich gern höre –, machte ich den Fernseher aus. Eine weise Entscheidung, wie ich heute bei der Lektüre der FAS feststellte. Denn Peer Schader hat einen wunderbaren Artikel über die peinliche Leistungsverweigerung des deutschen Fernsehens im Falle Live dabei: Obama in Berlin geschrieben. Wer die Rede erst- oder nochmals verfolgen will, klicke hier.

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Randy Pausch ist tot

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien | 26. Juli 2008 | 15:47:46 | Dirk Kirchberg

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Randy Pausch ist am gestrigen Freitag gestorben. Ihr erinnert Euch vielleicht: Pausch, Carnegie–Mellon–Professor, litt unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs, ließ aber nichts unversucht, um über diese Krankheit aufzuklären und die Forschungsarbeit zu unterstützen. Er gab sich nicht der Illusion hin, er könne den Tod besiegen. Aber er wollte sich nicht geschlagen geben, Aufmerksamkeit zu erreichen und möglichst viel Geld für den Kampf gegen Krebs sammeln. Und er wollte den Menschen – vornehmlich seinen eigenen drei Kindern – einen Weg aufzeigen, wie sie ihr Leben gehaltvoller leben könnten.

Sein Schlüssel zum Glück: Träume haben und an diese glauben. Wir im Café möchten auf diesem Wege unser Beileid bekunden und dazu beitragen, dass Pauschs Vermächtnis – seine Ermutigung zu einem im wahrsten Sinne des Wortes traumhaften Leben – weitergereicht wird. Hier unser damaliges Portrait von Randy Pausch, der mutig viele Hindernisse überwunden hat, aber sich dem finalen geschlagen geben musste.

Wie sagte Epikur? »Der Tod geht mich eigentlich nichts an, denn wenn er ist, bin ich nicht mehr, und so lange ich bin, ist er nicht.« Randy Pausch ist leider nicht mehr. Aber seine Gedanken sind – und bleiben.

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