Wenn Roland mit einem Gedicht die Finanzkrise kommentiert, dann mache ich das mit einem Foto, dem Schnappschuss des Tages.



Wenn Roland mit einem Gedicht die Finanzkrise kommentiert, dann mache ich das mit einem Foto, dem Schnappschuss des Tages.

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Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
Unsere Frage lautet: Wer hat dieses hübsche Gedicht geschrieben? Und wann? Dem ersten, der die richtige Antwort gibt, winkt als Gewinn 1 Euro und eine Tafel feinster belgischer Dolfin Schokolade…
Wir haben hier im Café ja schon ein paar lose Serien wie die ultimativen Schokoladen- und Kaffeetests, die Restaurantempfehlungen etc. Heute kommt eine neue Kategorie hinzu, die bisher gefehlt hat. Das Café-Team ist ja dafür bekannt, gern und viel zu fotografieren. Aber nicht immer reicht es für eine ganze Geschichte, manchmal entdeckt man unterwegs ein Motiv, das es einzufangen gilt. Und da die Suche nach guten und ungewöhnlichen Motiven ja auch etwas mit Jagdinstinkt zu tun hat, nennen wir die Kategorie Schnappschuss.
Der Begriff Schnappschuss wurde vom englischen Jäger Sir Henry Hawker geprägt, der 1808 in seinem Tagebuch notierte, dass er fast jeden Vogel, den er an diesem Tage erlegt hatte, per Schnappschuss getroffen hätte. Gemeint ist also schnelles Schießen aus der Hüfte, ohne das Ziel vorher groß anzuvisieren.
In dieser losen Serie werden wir fortan Bilder präsentieren, die wir im Vorbeigehen entdeckt haben und die wir nicht weiter erklären werden. Wir nutzen für die Bilder das Equipment, das wir gerade dabei haben, sei es Handy, Billigratsche, Camcorder oder die gute Spiegelreflex. Nun aber geht’s los mit dem ersten Foto:

Gleich morgens feiern Luisa und Simon ein rauschendes Fest vor der wunderschönen Kulisse des Gutshauses. Kein Wunder, dass kurz darauf Nora der Atem stockt. Wenn auch lediglich deswegen, weil Annabelle sich mit einem Versprecher verrät. Penny Lanz hat es da schon schwerer.
Sie entdeckt beim Joggen eine blutige Aktentasche. Igitt! Aber was ist das schon gegen die ach so schweren Sorgen, die sich Dr. Täschner wenig später um Ramona macht, deren sehnlicher Kinderwunsch so übergroß ist, dass ihre Beziehung zu Nicolas darunter leidet? Dabei sollte sie froh sein. Denn als der kleine Jakob und seine Schwester zig Sendeminuten später als Mutprobe spät in der Nacht den Spielplatz besuchen, geht das auch nicht gut aus. Wenn auch immer noch besser als bei Eventmanager Klaus Theim, der zur besten Sendezeit zuhause seine Frau ermordet vorfindet. Da hat es Lehrer Ulises deutlich besser. Der heiratet mitten im Spätprogramm die junge Martina. Allerdings langweilt sich mit ihr und verschwindet, während im Schatten der Leidenschaft langsam der Sendeschluss heraufdämmert.
Was für ein kulturell befriedigender Tag! Aufgelockert allenfalls von Ben Wettervogel, Flachwasser-Historiker Guido Knoop und immer wieder heute heute heute.
So gesehen (und gleich wieder abgeschaltet) können wir gar nicht anders als Marcel Reich-Ranicki zu seiner Spontanität und Elke Heidenreich zu ihrem losen Mundwerk zu gratulieren. Helfen wird beides nicht. Nicht gegen die medialen Angstbeißer der obersten, öffentlich-rechtlichen Anstaltsleitungen. „Public Service“ kann man eben so oder so verstehen…
Polaroids gehörten zu meiner Kindheit wie heute Twitter zu meinem digitalen Alltag. Mein Vater hatte eine SX-70, mit der er Immobilien für seine Unterlagen – er selbständiger Versicherungsmakler – fotografierte. Das Auslösegeräusch ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Als die digitale Fotografie die analoge nach und nach verdrängte, verschwand auch die Polaroid-Fotografie. Nur bei Liebhabern wurde und wird sie weiter eifrig betrieben. Im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit – kleiner Gruß an Walter Benjamin – war und ist das Polaroid etwas Besonderes, denn es handelt sich bei jedem Foto um ein Unikat.
Die 600er Filme sind mittlerweile sauteuer, die Kameras gibt’s zu Schnäppchenpreisen im Netz. Ich habe vor Jahren nochmals eine SX-70 mit Autofokus ersteigert, allerdings verstaubt sie auch seit geraumer Zeit im Keller in einem Karton, direkt neben meinen CDs.
Nun ist das Pola zurück, und das zudem digital. Denn nun gibt es – und bisher exklusiv für den Mac! – das kostenlose Poladroid. Die Handhabung ist supersimpel, einfach ein Jpeg auf die kleine Plastikpolaroidknipse ziehen, und schon ertönt der bekannte Auslöser. Das Pola erscheint, das man fleißig schütteln kann, damit die Entwicklung schneller voranschreitet. Das Ergebnis kann man als Jpeg sichern – mit einer Auflösung von 400 dpi. Schön wäre es, wenn der Entwickler eine SX-70 für das Icon als Vorbild nehmen würde. Aber es ist ja auch erst eine Beta.
Der Entwickler denkt auch über eine Pro-Version nach. Da soll es dann andere Bildränder und Effekte geben, und das Programm soll andere Formate, vielleicht sogar PSDs, verarbeiten können. Viel Spaß beim Schütteln!
P.S. Es gibt bei flickr eine eigene Poladroid-Gruppe.
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