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Archiv für die Kategorie ‘Kunst’

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Pflichtlektüre im Café

Veröffentlicht in Genuss, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Medien, Musik, Politik | 27. Februar 2009 | 18:32:40 | Roland Müller

Zugegeben, Mainstream ist etwas anderes. Aber warum sollten wir hier im digitalen Café auch unbedingt Mainstream-Magazine lesen? Es reicht uns völlig aus, dass der Main nur wenige Kilometer von hier entfernt ist… Um aber unseren werten LeserInnen fürs kommende Wochenende ein paar Tipps für angemessene, die Großhirnrinde anregende Lektüre zukommen zu lassen, laden wir hiermit zu einer kleinen Leserunde ein…

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5 Tropfen roter Traubensaft

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Kunst, Literatur | 09. Januar 2009 | 11:09:09 | Dirk Kirchberg

Als ich Anfang der neunziger Jahre noch zur Schule ging und nachts noch vorm Fernseher rumhing, begegnete ich einmal einem Mann mit schwarzer Brille, der eine Zigarre rauchend über Dinge sprach, von denen ich damals keine Ahnung hatte. Ich verstand wenig, aber die Art, wie er über die Dinge sprach, leise und reflektiert, fast flüsternd, faszinierte, bannte mich. Die Begegnung begann und endete wie die Begegnung zweier Menschen, die auf der Straße aneinander vorbeilaufen. Sie kommen aufeinander zu, verbringen eine kurze Zeit auf gleicher Höhe, um sich Bruchteile einer Sekunde später wieder zu trennen und um sich wahrscheinlich nie wieder zu sehen.

Doch diesem Mann begegnete ich nochmals, während meines Studiums, und wieder schlugen mich seine Worte, seine Verweise, seine Sprachrätsel in den Bann. Ich studierte seine Werke und Schriften, lernte, versuchte zu verstehen, scheiterte, errang kleine Siege und war mir sicher, dass Sprache das Großartigste ist – wenn man sie zu gebrauchen versteht.

Der Mann, von dem ich hier schreibe, wäre heute 80 Jahre alt geworden: Heiner Müller. Auch heute noch gebe ich mich gern geschlagen, wenn ich seine Texte lese. Er hat mich für die Möglichkeiten von Hypertext begeistert, er war ein Blogger ohne Internet. Er erklärte sich nicht, sondern setzte Wissen und Verständnis für die vielen kleinen Anspielungen und Querverweise voraus, wollte man ihn ansatzweise verstehen.

1995 starb Müller an Krebs. Seine Gespräche mit Alexander Kluge – eines dieser Gespräche hatte ich Anfang der neunziger Jahre nachts im Fernsehen gesehen – sind bei der Cornell Universität abrufbar. Ich empfehle Mein Rendezvous mit dem Tod.

ZAHNFÄULE IN PARIS / Etwas frißt an mir / Ich rauche zu viel / Ich trinke zu viel / Ich sterbe zu langsam

 

aus: Sonder-ZEICHEN 5: Heiner Müller, Alexander Verlag Berlin / Foto via Ruhr-Uni Bochum

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Terror Generated Content: Call Wolfgang

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Kunst, Technologie | 07. Dezember 2008 | 13:28:40 | Dirk Kirchberg

Der Künstler Johannes Kreidler, der schon den GEMA-Anmeldeterror sehr kreativ ad absurdum führte – er meldete ein 30 Sekunden kurzes Stück mit 70.200 musikalischen Zitaten an, pro Zitat ein Anmeldeformular… –, hat sich erneut ein aktuelles Reizthema vorgenommen. Den Überwachungswahn des Bundeswolfgangs thematisiert Kreidler mit der Installation Call Wolfgang, die aus zwei miteinander telefonierenden Computern besteht. Die Stimmen sind generiert, die Stichwörter, die beim BKA den Pawlowschen Überwachungsreflex auslösen, sind generiert, und das Beste an der Nummer: Die computer-konspirative Unterhaltung läuft über einen Server im Iran!

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Jahrmarkt der Bücher und der Eitelkeiten – ein Spaziergang über die Frankfurter Buchmesse (2)

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Kunst, Literatur, Medien | 19. Oktober 2008 | 17:04:47 | Roland Müller

Unser Aufmacher deutet es bereits an: Am heutigen letzten Tag der 60. Frankfurter Buchmesse wollen wir ein wenig nach der Inspiration suchen, nach dem großen Leitthema der Messe. Was also, abgesehen vom viel diskutierten und überfälligen Ehrengast Türkei, hat uns inspiriert? Nun, da war doch diesen von praktisch allen Medien hochgespielte und -gespülte Thema eBook, oder? Diese neuen, handlichen Buchlesemaschinchen, mit denen Teile des Buchhandels einerseits Angst, andererseits Hoffnungen verknüpfen. Gut, dachten wir uns, dann machen wir uns doch mal auf die Suche…

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Jahrmarkt der Bücher und der Eitelkeiten – ein Spaziergang über die Frankfurter Buchmesse (1)

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Kunst, Literatur, Medien | 18. Oktober 2008 | 14:02:29 | Roland Müller

„Es muss nicht immer Mac sein!“, dachten wir uns und machten uns nach einer guten, heißen Tasse Kaffee auf nach Mainhattan, wo vom 15. bis 19. Oktober 2008 die 60. Frankfurter Buchmesse für das gewohnte Chaos aus Leselust, Verkehrsstau, Prominentenzirkus und Medienrummel sorgt. Speziell heute und morgen, an den beiden Besuchstagen fürs „normale“ Publikum. Unser Rundgang, der am Mittwoch und am gestrigen Freitag stattfand, soll all jenen unserer Leser, die entweder selbst nicht nach Frankfurt reisen können oder aber sich spontan entscheiden, doch noch das Bad in der Menge der Leseratten zu suchen, einen Eindruck  vermitteln. Ganz subjektiv, mit Blick auf die Skurrilitäten am Rande und gewürzt mit ein paar handfesten Café Digital Lesetipps. Machen wir uns also auf den Weg mitten hinein in den Rummel um 400.000 Neuerscheinungen auf der größten Buchmesse der Welt…

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