Kamera
Schokolade

Kommt da was am 15. Juni?

Veröffentlicht in Fotografie | 27. Mai 2009 | 21:27:52 | Roland Müller

Auch wenn sich vielleicht kaum noch jemand erinnert, aber es gab einmal eine Zeit – in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein – da hatte Olympus einen brillanten Einfall: Nach der Olympus Pen (1959) wagte der Optikkonzern mit der Erfindung der pentaprismalosen Olympus Pen F und FT (1963 bzw. 1966) im sogenannten Halbformat die Markteinführung eines der – wie sich zeigen sollte – erfolgreichsten Spiegelreflexkamerasysteme seiner Zeit. Mit 20 außergewöhnlich guten Objektiven und jedem nur denkbaren Systemzubehör. Nun, der langen Vorrede kurzer Sinn; Mitte Juni jährt sich der Zeitpunkt der Erfindung der Olympus Pen zum fünfzigsten Mal. Damit könnte man es nun nostalgisch bewenden lassen, wenn nicht allerlei Gerüchte und Handfesteres durchs Web flattern würde…

Denn seit ein paar Tagen ist es Olympus selbst, das die Gerüchteküche anheizt. Mit diesem Teaser-Spot zum 50. Pen-Jubiläum. Und allerlei mehr oder weniger eindeutigen Andeutungen, dass zum Jubiläum am 15. oder 16. Juni eine völlig neue digitale Systemkamera mit Wechselobjektiven im kürzlich etablierten Four Thirds Format auf den Markt kommen soll. Als Konkurrent zur überaus erfolgreichen Panasonic Lumix G1. Noch kompakter. Angelehnt an den legendären Ahnen. Und vermutlich unter dem Namen Olympus Pen micro G.

Der Prototyp (Foto siehe oben, © Olympus) deutet darauf hin, dass dies mehr als nur ein Gerücht ist. Das Timing scheint logisch. Und ganz ehrlich, wer sich wie wir immer mit SLR-Kalibern wie einer Nikon D2X nebst Objektiven abschleppt, wird als ergänzung eine superkompakte, handliche Taschenkamera mit ebensolchen Wechselobjektiven zu schätzen wissen, die Abbildungsleistungen auf dem Level guter Einstiegs-SLRs bietet, aber mit Optik nur rund ein Pfund wiegt. Eine Art digitale Leica für Arme, wenn man ein bisserl snobistisch sein mag…

Ohne zuviel zu versprechen: Wir werden hier im Café die Ersten sein, die dann zugreifen! Schließlich liegen hier noch ein paar feine alte Olympus Pen F Objektive herum, für die es bereits einen Adapter zum Micro Four Thirds Bajonett gibt…

Tags: , , ,

weitere Artikel

« | »

11 Antworten zu “Kommt da was am 15. Juni?”

  1. 30. Mai 2009 um 08:49:42 | Rudolfo4 sagt:

    Hallo,
    sehr schön, auch ein paar Olympus-Fans…..
    Ich halte es lieber mit den OM-Teilen, aber hier gibt es auch etwas über die PenF-Familie: http://www.olypedia.de/Kategorie:PEN_F_System
    Gruß vom Niederrhein
    Rudolfo4

  2. 02. Juni 2009 um 08:19:51 | Oli T. sagt:

    Die Berliner haben wieder mal Glück:

    http://www.1854.eu/2009/06/olympus_goes_retro_with_micro.html

  3. 02. Juni 2009 um 08:27:12 | Roland sagt:

    Danke Oli, für den Link! Da scheint sich tatsächlich etwas zusammenzubrauen. Wir haben uns sicherheitshalber schon mal einen der noch ausgesprochen raren Adapter für Micro 4/3 auf die alten Olympus Pen Objektive besorgt… Hier liegen noch 25/3,5 – 40/1,4, – 100/3,5 – 50-90/3,5 Optiken herum, eine schärfer und kontsratsreicher als die andere ;-))

  4. 03. Juni 2009 um 06:31:15 | tobias sagt:

    …um ein wenig den verklärenden Blick zur Seite zu schieben: Das Halbformat hatte so seine Probleme. Die Handhabung mit Formaten unter KB ist nicht so unproblematisch. Gerade der unvermeidbarer Staub nervte gewaltig. Zudem bekommt man kaum vernünftige Abzüge im Grossformat hin. Feinkörniger Film war angesagt (ich richte hier mal einen erfürchtigen Blick Richtung AP-Himmel :-)). Wenn man Farbe wollte, fingen dann die eigentlichen Probleme an.

    Schön umschrieben – der Werbetexter versteht hier sein Handwerk – ist hier die Sucherkonstruktion. Verschwiegen wird aber auch hier die Anfälligkeit von Staub. Ein Pentaspiegel mag zwar größer sein; seine Vorzüge bei der Reinigung – gerade bei Wechselobjektivsystemen – mit nur zwei zu reinigen Ebenen sind aber unverkennbar!

    Ob man dann das Standard-Hochbild bei waagerechter Ausrichtung mag, lass ich mal dahingestellt. Mich würde es nerven…

    Resümee? Zu Zeiten, wo Filme nur schwer erschwinglich war, der SW-Vergrösserer sowieso zum Standard-Equipment neben Kaffeemaschine und Zahnbürste gehörte und man zumindest den APX-100 an der Tankstelle bekam – ja, da mag die Pen Ihre Berechtigung gehabt haben. Wenn auch nur wirklich im SW-Sektor, da Dias nur mit viel Frickelei möglich war und die Brillanz durch das sehr kleine Format arg gelitten hatte.

    Übertragen ins heutige Zeitalter hab ich so meine Zweifel an 4/3. Als plakativer Unterschied zwischen „ersthafter“ Bildgestaltung und der Knipserei sei hier das Spiel mit der Schärfe und den dazugehörigen Ebenen genannt. Und da wird die Luft bei four-thirds doch schon recht dünn. Nette Scherben in „hochoffen“ sind rar…

  5. 03. Juni 2009 um 08:51:01 | Roland sagt:

    Danke, Tobias, für das sehr ausführliche und wohl begründete Statement. Um meinen Standpunkt nochmal klarzustellen: Kamerasysteme im Micro Four Thirds Standard werden sicher niemals ein Ersatz sein für Profiwerkzeug von Nikon oder Canon, geschweige denn deren Vollformater. Aber – und das ist der Punkt – als kompakte, leichtgewichtige Ergänzung zum bewährten Schwermetall sollten Lumix G1 und die Neue von Olympus durchaus taugen. Erst recht, wenn man die alten, äußerst hochwertigen Pen-Objektive an eines dieser digitalen Kameragehäuse problemlos adaptieren kann. Gehäuse plus drei exzellente Festbrennweiten kommen dann auf ein Gewicht in der gleichen Größenordnung wie ein nacktes Nikon D3-Gehäuse. Für manchen Einsatz kann das einen entscheidenden Vorteil bedeuten. Dass die original Olympus Pen F oder FT trotz ihres umfangreichen Objektiv- und Zubehörsystems ein Halbformat-Exot war und ist, steht außer Frage. Sie war aber in jedem Fall ein mutiges Stück Optik-Ingenieurkunst…

  6. 05. Juni 2009 um 09:31:59 | Oli T. sagt:

    @tobias: Also das mit dem „Nette Scherben in “hochoffen” sind rar…“ kann ich so nicht stehen lassen. Von unterschiedlichen Seiten wird gerade die exzellente Offenblendentauglichkeit der FT-Objektive gelobt. Ich selbst besitze davon einige und wenn ich die Schärfe über die gesamte Bilddiagonale bei 1.4, 2.0 oder 2.8 – selbst bei den Zooms – mit dem Vergleiche was fotobegeisterte Freunde aus ihren guten Pentax, Canon oder Nikon Optiken herausbekommen so muß ich immer wieder feststellen, dass Olympus hier das beste Preis-/Leistungsverhältnis bietet. An die Leistung eines preiswertes Standardzoom, wie dem Digital Zuiko 14-54er f2.8-3.5 für nicht mal 500 Euro kommt der Wettbewerb erst ab Preisen um das Dreifache ran.

    Nachteilig ist das FT-System lediglich im Punkt Rauschanfälligkeit, da der Sensor eben kleiner ist als bei APS-C und somit den physikalischen Begleiterscheinungen einer hohen Pixeldichte erliegt. Der Vor-/Nachteil des kleineren Sensors wiederum ist aber die erhöhte Tiefenschärfe. Ein auf Blende 4 abgeblendetes FT-Objektiv hat einen größeren Tiefenschärfebereich als ein KB-Objektiv bei Vollformat und gleicher Blende. Die Makrofotografen finden’s besser, einige Portraifotografen schlechter – Geschmacksache eben.

    Deine Ausführungen zur Staubanfälligkeit des Porro-Prismensuchers kann ich jedoch voll bestätigen. Meine damalige Olympus E-300 war davon nämlich ziemlich geplagt. Der Staub befand sich jedoch nur im Spiegelkasten des Suchers und nicht auf dem Sensor, dank der immer noch am effektivsten von allen arbeitenden Ultraschallreinigung des Sensors (siehe z. B. http://www.digitalkamera.de/Meldung/Wie_effektiv_ist_die_automatische_Sensorreinigung_/4114.aspx)

    Für eine klassische „Rangefinder“-Kamera im MicroFT-Standard sehe ich jedoch sehr wohl einen Bedarf. Nicht umsonst ist die Canon G-Serie so erfolgreich gewesen – relativ großer Sensor und nahezu alle Fähigkeiten einer DSLR – außer den Wechseloptiken. Andere Wettbewerber sind dem Pfad von Canons G-Serie gefolgt und haben teilweise noch extremere Kompaktmodelle mit hoher Objektiv- und Bildqualität herausgebracht (Ricoh GR, Sigma DP1/2 usw.). Ein kompaktes Gehäuse ohne wulstigen SLR-Griff und kleinen kompakten Objektiven kann ähnlich erfolgreich sein, wie z. B. eine Contax G2 oder Leica M8 – zumal wenn sie deutlich preiswerter ist.

    Gruß, Oli

  7. 05. Juni 2009 um 11:22:50 | tobias sagt:

    Unter hochoffen würde ich z.B. das 135/2 bei KB verstehen, da sehe ich doch weit und breit nichts.
    Ich habe nach fast 20 Jahren Canon EF seinerzeit (ab etwa 2004) überlegt, welches System ich zukünftig einsetzen wollte. Letztendlich ist es doch der Schritt zu KB-Digital geworden. Mit „the-glory-three“ (35/85/135) im Zusammenhang einer recht preiswerten EOS 5d sind die Ergebnisse traumhaft.
    Olympus stand auch lange Zeit auf dem Zettel. Interessant wäre die zu erwartende Gewichtsersparnis gewesen. Leider zeigte sich (z.B. beim 150er), dass es nicht im erwarteten Maße leichter wurde. Richtig abgebracht haben mich dann die ersten Bilder auf dpreview, wo die Schärfebereiche in Offen einfach gefühlsmäßig zu gross waren. Unschärfe ist das Kreativmittel.

    Was die G-Serie angeht: Ich habe nach Kauf der G1, G2 und der G7 aufgehört zu glauben, dass Canon irgendwie was brauchbares als Leica-M-Ersatz rausbringt (für eine schmale Mark neben einer D-SLR). Die Sensoren sind zwar größer, im Vergleich zu der D-SLR aber immer noch mickrig. Interessant fände ich es erst wirklich bei eine Halbformat-Sucherkamera.
    Sollte sowas von Olympus kommen könnte ich schwach werden. Allerdings möchte ich dann trotzdem einen Sucher haben der nutzbar ist – leider kann man dieses bei der G-Serie vergessen.

  8. 06. Juni 2009 um 23:48:06 | Oli T. sagt:

    Jetzt gibt’s sogar ein paar erste Bilder von der neuen Pen-mFT:
    http://43rumors.com/

  9. 20. Oktober 2009 um 16:22:03 | Tony sagt:

    Hello,
    ich suche schon seit langem die Olypus PEN-F. also die mit dem eingravierten „F“.
    Leider ohne Erflog.

    Eine Idee wo ich diese herbekommen könnte ?

    Lieben Gruß
    Tony

  10. 20. Oktober 2009 um 16:41:55 | Roland Müller sagt:

    Hm, schick‘ mir mal eine private E-Mail. Ich denke darüber nach eine Pen-F zu verkaufen…

    (Roland)

  11. 21. Oktober 2009 um 00:31:32 | Tony sagt:

    Hi Roland
    habe dir eine Mail über deine Email Adresse auf deiner Website geschickt.

    Und danke für deine Antwort.

    lg
    Tony

Hinterlasse eine Antwort