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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

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Kampf verloren – alles gewonnen

Veröffentlicht in Apple & Co, Internet, Medien, Mobilität | 23. November 2008 | 14:36:07 | Dirk Kirchberg

Es hat lange gedauert, der Kampf war hart, die Gegner eisern, bis zuletzt. Doch irgendwann bricht jeder Widerstand, egal, wie stark der Geist auch sein mag. Mein Widerstand brach am vergangenen Donnerstag Abend gegen 18.30 Uhr. Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Kampf es nicht wert war. Ich hätte mich früher geschlagen geben sollen.

Ja, es stimmt, nachdem ich über Monate immer und immer wieder verbal auf das rosarote Magentamonster einschlug, habe ich mir nun doch ein iPhone samt Vertrag bei T-Mobile zugelegt. Und was soll ich sagen? Es ist genial. Aber das wisst Ihr iPhone-Besitzer ja längst aus eigener Erfahrung.

Seit einem Jahr gibt es das Smartphone von Apple nun schon in Deutschland, seit Juli diesen Jahres rollt das 3G das Feld der Smartphones unaufhaltsam von hinten auf. Und auch mich hat diese Lawine erfasst und mitgenommen. Und ich bin dankbar dafür, denn kein anderes technisches Gerät – nicht mein erster Computer, meine Powerbooks, mein aktuelles 2006er MacBook – wird meine Medien- und Internetnutzung so nachhaltig beeinflussen und verändern wie das iPhone.

Es ist hier zwar erst seit zweieinhalb Tagen im Einsatz, aber schon jetzt hat sich mein Computernutzungsverhalten verändert. Morgens mache ich nicht als erstes den Mac an, denn alles, was morgens wichtig ist – Mails, News, Twitter – erledige ich mit dem iPhone in fünf Minuten am Frühstückstisch. Meine Frau muss nicht dreimal rufen, bis ich mich endlich vom Rechner trenne und Kaffee koche. Das mache ich jetzt nebenbei, während ich Mails beantworte, meinen Kalender aktualisiere und meine ToDo-Liste bearbeite.

Das Beste am iPhone: Es gibt mir das Gefühl, immer online zu sein. Das Internet ist für mich schon seit Jahren nicht mehr nur ein Sahnehäubchen auf der täglichen Kommunikation. Ich arbeite und lebe online. Ein Beispiel: Am Samstag waren meine Frau und ich auf dem Wochenmarkt. Wir parkten im Halteverbot, besorgten schnell ein Suppenhuhn und andere Dinge fürs Wochenende. Während meine Frau noch Obst kaufte, eilte ich zurück zum Auto, um der Gefahr des Abschleppens zu entgehen.

Und während ich im Wagen wartete, beantwortete ich ein paar neue Mails, las ein wenig in der New York Times und bestellte die CD "Stadtaffe" von Peter Fox (Übrigens sehr empfehlenswert!). Normalerweise hätten mich diese Warteminuten im Halteverbot wahnsinnig gemacht. Aber nun war ich entspannt, blieb auf der Höhe des Geschehens und hatte en passant einige weitere Tagesaufgaben erledigt. Zu Hause blieb der Mac weiterhin aus, das iPhone lag auf dem Küchentisch, piepte hin und wieder, ich kochte und erledigte nebenbei weitere Mails, twitterte ein wenig und war digital und analog zugleich.

Das iPhone ist noch einen guten Weg davon entfernt, auch nur annähernd perfekt zu sein. Ich sage nur Flash, Copy & Paste, Akkulaufzeit, Datentransfer, MMS, Bluetooth fürs Synchronisieren und als Netzwerkoption, usw. usf. Aber dennoch ist es das beste Telefon bzw. der mobilste Computer, das / den ich jemals hatte. Und bisher ist mit T-Mobile auch alles bestens gelaufen. Nur die Umstellung auf den Journalistentarif haben sie noch nicht hinbekommen. Ansonsten: alles gut. Und ich habe mir meinen Weihnachtswunsch schon erfüllt.

An dieser Stelle möchte ich herzlich Frau A. aus dem T-Punkt auf der Lister Meile grüßen. Wenn alle so einen Service wie Sie böten, Frau A., dann ist es um Deutschland bestens bestellt.

Und nach ich so lange geätzt und gelästert habe, hier die wohl überfallige Entschuldigung: Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

Da ich schon von verschiedener Seite gefragt wurde, welche Apps ich auf dem iPhone nutze, hier eine vorläufige Favoritenliste: Air Sharing (zeigt Dokumente an, iPhone wird per WLAN als Laufwerk erkannt), allRadio (2000 internationale Radiosendeer), Fahrplan, Flashlight, Geocaching Toolkit, Hotspot (verbindet automatisch mit T-Hotspots), Labyrinth LE (Kugel-Balance-Spiel), NYTimes, RegenRadar, Remember The Milk (ToDo-Liste), Remote (steuert den heimischen Mac fern), Seismic (zeigt die aktuellsten Erdbeben weltweit an), Shazam (Musikerkennung), SimplifyMedia (streamt die heimische Musiksammlung), Solitaire City Lite, UsedBudget (zeigt die aktuelle Tarifauslastung an), WordPress (direkter Zugriff auf das eigene WP-Blog), Twittelator Pro (das mit Abstand beste Programm für Twitter, kann parallel beliebig viele Konten verwalten, lädt Bilder direkt bei Twitpic hoch, Geolocation, etc.). Twinkle und Twitterfon habe ich ausprobiert, aber wieder gelöscht, da sie nicht an Twittelator heranreichen.

Und was nutzt Ihr an Apps? Hinterlasst Eure Tipps in den Kommentaren!

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714 Titelseiten für Mr. President

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Medien, Politik | 06. November 2008 | 11:44:55 | Dirk Kirchberg

Gestern Nacht habe ich noch einem Freund in den USA gemailt, er möge mir doch bitte eine gestrige Ausgabe der New York Times sichern. Aus nostalgischen Gründen hätte ich lieber die papierne Ausgabe als nur einen Screenshot oder ein PDF. Was das über die Zukunft der Zeitung aussagt, wenn man sie aus nostalgischen Gründen kauft, um sie dann für Jahrzehnte im Schrank oder Keller verschwinden zu lassen, sollen andere bewerten. Ich weiß nur, dass ich die rund 10 Zeitungen, die ich am 12. September 2001 gekauft habe, Jahr für Jahr aus dem Schrank hole und darin blättere.

Ich war mir bewusst, das meine Bitte meinen Freund vor Schwierigkeiten stellen wird. Denn wie ich aus Blogs bereits wusste, hatte auch in den USA ein Run auf die Tageszeitungen stattgefunden. Vielerorts waren sie schnell ausverkauft. Da scheint es also noch ein paar Nostalgiker zu geben.

Und während ich mir immer wieder die Frage stellte, ob ich denn wirklich eine Papierausgabe der NYT brauche – denn ich verstehe mich mittlerweile als digital native –, stieß ich via Twitter (Dank an @svensonsan) auf einen Link ins Newseum, das heute 714 Titelseiten von Zeitungen aus aller Welt präsentiert. Alle Seiten kann man sich – leider nur einzeln – als PDF sichern.

Mein Favorit ist die Titelseite der Chicago Sun-Times. Nicht schlecht finde ich auch die Seite des San Francisco Chronicle. Klickt Euch mal durch und schreibt in die Kommentare, welche Titel Euch besonders gut gefallen. Ich finde es erschreckend, dass nur wenige Titel wirklich gut gelungen sind. Bei den meisten findet doch eher business as usual statt.

Grob fahrlässig finde ich, wie gerade die immer wieder auf die Qualität ihres Berufsstandes pochenden Journalisten sich hier die einmalige Chance haben entgehen lassen, einer historischen Wahl ein historisches Cover zu widmen. Aber über die Zukunft von Print können wir ja später noch mal diskutieren…

Folgenden Link habe ich ebenfalls bei @svensonsan gefunden. Gezeigt wird eine – Tja, was ist das? – einzigartige Tagsäule, die die US-Wahl bestens zusammenfasst (für diejenigen, die sich das sichern wollen: sind acht Einzelbilder).

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27 Minuten für die Hoffnung

Veröffentlicht in Gesellschaft, Medien, Politik | 30. Oktober 2008 | 15:21:45 | Dirk Kirchberg

Barack Obama hat gestern Nacht im amerikanischen Fernsehen ein Feuerwerk abgebrannt, das sicherlich so schnell niemand vergessen wird. In einem 27-minütigen Spot erzählt er von amerikanischen Familien, ihren Sorgen und Problemen – und von seinen Lösungsansätzen. Kein einziges schlechtes Wort über den Noch-Präsidenten Bush, kein Seitenhieb auf seinen republikanischen Kontrahenten McCain.

Obama erzählte aber nicht nur Amerikas Geschichte, sondern natürlich auch seine eigene und die seiner Eltern und Großeltern. Und er verstand es, den amerikanischen Traum wiederzubeleben. Nächste Woche, am 4. November werden wir erfahren, ob die USA wirklich für eine radikale Richtungsänderung bereit sind. Eine Richtungsänderung, die nicht nur die USA brauchen, sondern die gesamte Welt. Sollte Obama gewählt werden, würde ich wieder ein bißchen mehr an das Amerika glauben können, das ich als Teenager so aufregend fand.

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Ein Streifzug durch das kulturell hochrangige ZDF-Programm des heutigen Tages

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Medien | 24. Oktober 2008 | 15:56:00 | Roland Müller

Gleich morgens feiern Luisa und Simon ein rauschendes Fest vor der wunderschönen Kulisse des Gutshauses. Kein Wunder, dass kurz darauf Nora der Atem stockt. Wenn auch lediglich deswegen, weil Annabelle sich mit einem Versprecher verrät. Penny Lanz hat es da schon schwerer. Sie entdeckt beim Joggen eine blutige Aktentasche. Igitt! Aber was ist das schon gegen die ach so schweren Sorgen, die sich Dr. Täschner wenig später um Ramona macht, deren sehnlicher Kinderwunsch so übergroß ist, dass ihre Beziehung zu Nicolas darunter leidet? Dabei sollte sie froh sein. Denn als der kleine Jakob und seine Schwester zig Sendeminuten später als Mutprobe spät in der Nacht den Spielplatz besuchen, geht das auch nicht gut aus. Wenn auch immer noch besser als bei Eventmanager Klaus Theim, der zur besten Sendezeit zuhause seine Frau ermordet vorfindet. Da hat es Lehrer Ulises deutlich besser. Der heiratet mitten im Spätprogramm die junge Martina. Allerdings langweilt sich mit ihr und verschwindet, während im Schatten der Leidenschaft langsam der Sendeschluss heraufdämmert.

Was für ein kulturell befriedigender Tag! Aufgelockert allenfalls von Ben Wettervogel, Flachwasser-Historiker Guido Knoop und immer wieder heute heute heute.

So gesehen (und gleich wieder abgeschaltet) können wir gar nicht anders als Marcel Reich-Ranicki zu seiner Spontanität und Elke Heidenreich zu ihrem losen Mundwerk zu gratulieren. Helfen wird beides nicht. Nicht gegen die medialen Angstbeißer der obersten, öffentlich-rechtlichen Anstaltsleitungen. „Public Service“ kann man eben so oder so verstehen…

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Jahrmarkt der Bücher und der Eitelkeiten – ein Spaziergang über die Frankfurter Buchmesse (2)

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Kunst, Literatur, Medien | 19. Oktober 2008 | 17:04:47 | Roland Müller

Unser Aufmacher deutet es bereits an: Am heutigen letzten Tag der 60. Frankfurter Buchmesse wollen wir ein wenig nach der Inspiration suchen, nach dem großen Leitthema der Messe. Was also, abgesehen vom viel diskutierten und überfälligen Ehrengast Türkei, hat uns inspiriert? Nun, da war doch diesen von praktisch allen Medien hochgespielte und -gespülte Thema eBook, oder? Diese neuen, handlichen Buchlesemaschinchen, mit denen Teile des Buchhandels einerseits Angst, andererseits Hoffnungen verknüpfen. Gut, dachten wir uns, dann machen wir uns doch mal auf die Suche…

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