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Archiv für die Kategorie ‘Kultur’

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Es ist was im Busch

Veröffentlicht in Apple & Co, Internet, Kultur, Medien | 05. Januar 2008 | 14:46:50 | Roland Müller

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Nachdem sich die Anfragen häufen und auch hier im CaféDigital schon deswegen angeklopft wurde, gestatte ich mir heute den dezenten Hinweis, dass wir nach Kräften daran arbeiten, rechtzeitig zur Macworld Conference & Expo 2008 das MacGuardians-Archiv online zu stellen. Zugänglich für jedermann, der in sieben Jahren und mehr als 4.000 Beiträgen sowie 70.000 Kommentaren stöbern, suchen und recherchieren mag, um sich ein Bild von der Entwicklung von Apple, Mac und Co. zu machen. Das exakte Freischaltdatum steht noch nicht fest, da wir uns derzeit noch in der Betaphase befinden. Es wird jedoch rechtzeitig hier und an anderen Orten angekündigt und natürlich in der Seitenleiste des CaféDigital Magazins verlinkt. Also: stay tuned!

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Genießt die Zeit!

Veröffentlicht in Genuss, Gesellschaft, Kultur | 24. Dezember 2007 | 22:36:19 | Roland Müller

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Die Nackten und der Tote

Veröffentlicht in Kultur | 19. November 2007 | 20:04:48 | Dirk Kirchberg

Ist neun Tage her. Da ist er gestorben. Nach 84 Jahren Leben. War Schriftsteller, war im Krieg, zwar nur als Koch, aber eben im Krieg. Schrieb ein Buch über seine und die Erfahrungen anderer, mit 25. Über die Sinnlosigkeit, die Gewalt, die Gleichgültigkeit, die Routine. Nicht über das Große Ganze dahinter, sondern über das Detail im Alltäglichen. Das Buch gilt als eines der besten seiner Gattung. Er gewann den Pulitzer, mit 45.

Es geht um Norman Mailer. Zeitungen und Sendungen copypasteten, was Agenturen oder Feuilletons schnell gegoogelt, gewikipeditiert oder aus dem Kindler abgeschrieben hatten. Wenn nicht wirklich mal ein Redakteur tatsächlich etwas zu ihm zu sagen und/oder von ihm gelesen hatte.

Er war ein Kämpfer, er war laut, er hatte eine Meinung – auch wenn sie manchmal total daneben war. Er vertrat seinen Standpunkt, gern auch mit Fäusten. Den  Faustkampf liebte er, erlebte den Rumble in the Jungle. War wirklich Teil von etwas. Da kommt bei mir Neid auf. Ich wollte früher auch mal in den Krieg, als Fotograf, um was »Echtes« zu erleben. Was auch immer das damals sein sollte. Ein gepflegter Boxkampf zwischen zwei echten Kämpfern würde mir heute manchmal schon reichen.Will sich ja keiner mehr die Finger schmutzig machen – oder gar schwitzen. Schweiß war sicher ein großer Teil von Mailers Leben. Schließlich ist Schreiben wie Leben eine Anstrengung. Nichts gibt’s umsonst. Um das Gute muss man kämpfen. Und durchhalten.

Er war nicht stromlinienförmig. Er hat (nicht nur…) ein gutes Buch geschrieben. Mehr als die meisten von uns je zustande bringen werden. Er schrieb neben Truman und Hunter und Tom. Gründete eine Zeitung. Und er hat seinen ganzen Schreibkram inklusive Bücher an eine Uni für mehrere Millionen verkauft. Das werden wir nicht mehr können. Weil wir nur noch per Mail kommunizieren. Geht vermutlich alles verloren. Wahrscheinlich auch gut so. Und er wurde nicht müde, zu streiten. Unsere Streitkultur dagegen ist leider völlig verkümmert. Wenn’s geht, bitte pc. Wie langweilig.

Und nun? Ich werde in meinem Bücherregal sein Buch raussuchen, ein paar Seiten erneut lesen und  es dann neben meine Hemingway-Bücher stellen. Das hätte ihm sicher gefallen. Hemingway wusste auch, dass man kämpfen muss – und zuallererst durchhalten. Nur wäre Papa bestimmt nie in einer Sitcom aufgetreten. Das hat Mailer ihm voraus. Er sah cool dabei aus, sagte wenig und war trotzdem – oder gerade deswegen? –geistreich. Ist selten geworden…

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Das Aus für Aust

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Medien | 16. November 2007 | 13:17:32 | Roland Müller

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Sie werden rarer in der immer kommerzielleren deutschen Medienlandschaft, aber es gibt sie noch, die sogenannten Alpha-Journalisten. Stefan Aust, 13 Jahre lang Augstein-geadelter, designierter Chefredakteur des Spiegel, zählt unbestritten dazu. Seit gestern ist in seinem Fall – wobei Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist – in der Vergangenheitsform zu berichten. Denn unter großem Mediengetöse hat ihm die traditionell die Spiegelgeschicke mitbestimmende Mitarbeiter KG einvernehmlich das Vertrauen entzogen. Dass dies ausgerechnet in seiner urlaubsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsplatz geschehen ist, kann man nicht als allerbesten Stil interpretieren. Bei aller sicher berechtigten Kritik an seinem Führungsstil und der von ihm forcierten Umpositionierung des Spiegel im seit Focus wesentlich härter gewordenen Markt der meinungsprägenden politischen Magazine sollten gewisse Spielregeln doch eingehalten werden, finde ich. Sei es, wie es sei, er hat es geschafft, die Auflage des Spiegel über der magischen Einmillionenschwelle zu halten, auch wenn er dazu inhaltliche Kompromisse eingegangen ist. Es wird spannend sein, zu beobachten, wer seine Nachfolge antreten wird und auf wessen Betreiben er oder sie in Austs Fußstapfen treten wird, um die „frischen Ideen“ zu liefern, an denen es den Betreibern seines Abgangs zu mangeln schien. Sollte, wie hier und da kolportiert wird, Mathias Müller von Blumencron, der alerte Chef von Spiegel Online, auf den verwaisten Chefredakteurssessel gehievt werden, wäre dies zumindest etwas Neues. Denn damit würde meines Wissens erstmals ein „Onliner“ die Marschrichtung eines großen, klassischen Printmediums übernehmen. Allerdings einer von einiger Ambivalenz…

(©Foto ausschnittsweise: spiegelgruppe.de)

Nachtrag: Wer sich einen schnellen Überblick auf die Kollegen-Kommentare zum Aust-Abgang verschaffen will, klickt sich durch die hier im Café Digital traditionell ausliegenden Zeitungen, in der alle zu Worte kommen – FAZ, taz, Tagesspiegel, Die Presse, W&V, Netzeitung, Süddeutsche, Financial Times, Frankfurter Rundschau, Der Standard, Hamburger Abendblatt, Berliner Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, NZZ, RP, Welt, Horizont…

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