Kamera
Schokolade

Engagement für mehr Substanz

Veröffentlicht in Gesellschaft, Medien, multimedia | 09. Februar 2014 | 15:04:49 | Roland Müller

Substanz_Video

Wenn gestandene Journalisten sich aufmachen, geben den Strom zu schwimmen, dann ist das nicht nur aller Ehren wert, sondern verdient auch handfeste Unterstützung! Deshalb haben wir uns entschlossen, das jenseit aller lousy pennies ambitionierte Projekt von Georg Dahm und Denis Dilba namens “Substanz” zu unterstützen. Nicht nur mit medialer Aufmerksamkeit, sondern ganz konkret mit hartem Cash im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne bei startnext. Was ihnen vorschwebt, erläutern sie in einem Dreieinhalbminuten-Video. Und wer weiß, vielleicht bietet der mutige Ansatz ja über den vergleichsweise herniederliegenden Wissenschaftsjournalismus hierzulande hinaus eine echte Perspektive für neuartige journalistische Geschäftsmodelle ganz generell? Es wäre zu hoffen. Denn eines ist klar: So wie derzeit, mit dem zu Tode Reduzieren von Redaktionen und dem gnadenlosen Ausbeuten freier Journalisten kann es auf Dauer nicht weitergehen. Wir jedenfalls drücken den beiden Entrepreneuren alle Daumen und versuchen unsere Geldbörse weiter offenzuhalten. Über den aktuellen Stand des Projekts kann man sich übrigens hier auf dem laufenden halten…

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30 Jahre Mac und was nun?

Veröffentlicht in Apple & Co, Gadgets, Internet, Mobilität, multimedia, Technologie, Unternehmen | 05. Februar 2014 | 16:02:14 | Roland Müller

Apple_Alttastatur

Rückblende 1984… Apple sorgt mit einem spektakulären TV-Spot für Furore und leitet zugleich die Markteinführung des Apple Macintosh ein. Danach wird die PC-Welt eine andere sein. So weit, so gut, so bekannt. Ich erinnere mich noch sehr gut an das darauf folgende Jahr. Nicht zuletzt deshalb, weil ich damals sehr tief in die Tasche gegriffen und mir per Leasingvertrag einen der ersten Macintosh 512 geleistet habe, den als “Fat Mac” titulierten, mit 512 Kilobyte RAM ausgestatteten unmittelbaren Nachfolger des allerersten Macintosh 128. Ich schätze, mein Exemplar inklusive externem Zweitlaufwerk für die damals innovativen 2 1/4″ Disketten war einer der ersten Macs im Rhein-Main Gebiet. habe ich es je bereut? Nein, gewiss nicht. Im Gegenteil, Ich bin über diese drei Jahrzehnte hinweg des Macs treu geblieben. Auch wenn ich zwischendurch aus rein technischem Interesse allerlei Unsinn getrieben habe – vom kompletten Neuaufbau eines PC bis zum Umbau eines NeXt Cube zum Mac mit G3 Prozessor. Letzteres den wilden Zeiten im Dienst der MacGuardians geschuldet. Und heute? Wie sieht die Apple Welt anno 2014 aus? Nun, ohne Zweifel ist die einstige Renegaten- und Nerd-Marke längst in den Mainstream eingebogen, hat sich vom Computeranbieter zum globalen Unterhaltungselektronikkonzern entwickelt. Nach mehrfachem Gehen und Wiederkommen der treibenden Kraft – möge die Macht mit ihm sein – Steve Jobs, ist kaum noch etwas geblieben von der bedingungslos anwenderzentrierten Genialität und dem Wegbereitertum des charismatischen CEO. Es hat wohl nicht sollen sein. Und so wartet nun die Welt trotz Cupertinos alle Rekorde brechenden Quartalsergebnissen auf ein “one more thing”. Vergebens? Alle Energie verraucht mit Jobs’ viel zu früher “Abberufung”? Eine iWatch – von vielen wohlmeinenden Marktbeobachtern immer noch vorhergesehen – ist bisher nicht vorgestellt worden. Andere sind längst auf diesen eh nur langsam anfahrenden Zug gesprungen. Obwohl, war nicht auch der iPod ehedem keine Neuerfindung der Welt, sondern die puristische Neuinterpretation von vermeintlich marktgängig Bekanntem? Oder verlangen wir vielleicht einfach zuviel von dem hoch liquiden Giganten, zu dem Apple geworden ist? Mag sein. Aber wie so oft stirbt die Hoffnung zuletzt. Die Hoffnung, mit einem neu gedachten Produkt konfrontiert zu werden, das einen völlig neuen Markt aufzumachen in der Lage ist, einen Markt, der zuvor auf keiner Agenda gestanden hat – ein Produkt, das Kompliziertes einfach macht, selbsterklärend und intuitiv bedienbar. Und – das wäre eine subtile Bitte – ohne intransparenten Gebrauch oder Weitergabe jener Daten, die ich ihm aus freien Stücken anvertraue…

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2014

Veröffentlicht in Apple & Co | 31. Dezember 2013 | 20:46:09 | Roland Müller

Neujahr2014

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Mandela – was bleibt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik | 10. Dezember 2013 | 23:08:03 | Roland Müller

DerVersoehner

Nelson Rolihlahla Mandela, oft liebevoll mit seinem Clannamen Madiba gerufen, ist tot. Und eigentlich fehlen uns die Worte, um zu beschreiben, was dies bedeutet. Man stelle sich das vor: 27 Jahre in einer engen, kahlen Gefängniszelle zu verbringen, dann die Freiheit zu erlangen und nicht der Versuchung zu erliegen, es jenen heimzuzahlen, die einen eingekerkert haben. Hass und himmelschreiende Ungerechtigkeit zu vergelten mit Vergebung und Versöhnung. Man muss schon lange suchen, zurückgehen bis zum Neuen Testament, um eine vergleichbare Persönlichkeit zu entdecken. Selbst der Vergleich mit Mahatma Gandhi hinkt schlussendlich. Obwohl ein Gandhi-Zitat im Kern trifft, wofür Madiba stand: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” Und wahrlich, eine solche Veränderung der Welt, vor allem aber der sie vermeintlich Regierenden, wäre uns allen nur zu wünschen – die in langen Reihen Einzug hielten im Stadion von Soweto, um ihm, dem Versöhner, zu huldigen. Nicht einer unter ihnen, dem man zugestehen könnte, dem langen Schatten des großen Afrikaners auch nur einen Schritt weit nahezukommen. Realpolitik? Eine beliebte Ausrede, um das Menschliche hintenan zu stellen. Und doch… War da nicht für einen Moment – herbeigesungen von einer urafrikanischen Heiterkeit in der gemeinsamen Trauer – eine Ahnung einer Welt zu verspüren, wie sie vielleicht sein könnte? Kein Paradies, aber eine Welt von Respekt, gegenseitiger Wertschätzung und gemeinsamem Handeln. Nächstenliebe, die ach so schwer fällt. Jedem, außer ihm, Tata, dem Vater eines Landes, eines Kontinents und irgendwie dieses ganzen Planeten. Hoffen wir, dass sein Vorbild lange strahlt und selbst sein Tod zu etwas gut ist: nämlich dazu, dass sich Südafrika auf seine Werte besinnt und den Weg weitergeht, den Mandela begonnen und gelebt hat. Und ja, nicht nur Südafrika…

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Zornig bis zuletzt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Politik | 22. November 2013 | 10:54:13 | Roland Müller

Dieter2013

Nein, dies ist kein Nachruf, kann keiner sein. Dieter Hildebrandt hat einen Ruf, der jeden Nachruf überdauern wird, sogar den der FAZ oder den der ZEIT. Vor allem aber solche, die derzeit zu Papier und Web gebracht werden von jenen, die zeitlebens seinen gerechten Zorn hervorriefen. Und davon gibt’s weißgott eine Menge. Was da nicht alles geschwurbelt wird vom “größten deutschen Kabarettisten” bis zum “Gesicht des Scheibenwischer”. Nur den Kabarettisten in ihm zu sehen wird ihm so wenig gerecht wie jedes andere Etikett, das die scheinheilig Wohlmeinenden ihm nun posthum anheften. Nein, Dieter, Nachrufe, das war eh nie dein Ding. Sei davon verschont. Stattdessen sollten wir alle uns eine Scheibe abschneiden vom gerechten Zorn, dem pointierten Bloßstellen politischer Unerträglichkeiten und der sprachlichen Brillanz eines gegen sich selbst und andere unerbittlichen Sisyphos, der unermüdlich und bis zuletzt mit Lust unserer Republik und ihren reagierenden statt regierenden Volksvertretern dorthin getreten hat, wo es weh tat. Ihm darin nachzueifern, wo immer sich die Gelegenheit bietet, ist das Beste, was wir nun für ihn tun können.

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