Kamera
Schokolade

Analoges Leben? Digitales Arbeiten?

Veröffentlicht in >Mission Statement | 01. September 2007 | 11:34:34 | Roland Müller

Wie kommt eine Handvoll unverbesserlicher Journalisten, Fotografen und Mac-Enthusiasten dazu, nach siebeneinhalb Jahren MacGuardians, dem ambivalentesten, am heißesten geliebten, am meisten gehassten und am spektakulärsten zu Grabe getragenen Onlinemagazin der deutschsprachigen Apple Macintosh Community, etwas völlig Neues zu wagen? Und das auch noch nach einer kreativen Schaffenspause von einem dreiviertel Jahr?

Nun, letztere war eine zugegebenermaßen demonstrativ lange Kondolenzphase. Einfach, um Abstand zu gewinnen von Vergangenem und den Kopf frei zu bekommen für etwas Neues. Mit ein wenig weniger Mac und ein wenig mehr Muse. Mit weniger kurzlebigen News und dafür mehr Tiefenschärfe. Und mit einer völlig anderen Ausrichtung:

Lifestyle meets Workstyle.

Doch während wir zwar den digitalen Workstyle pflegen und leben – mit Mac und iPod und iPhone und welche i-er auch immer Apple uns noch ins Nest legen wird – ist unser Lifestyle (sorry, Steve!) eher analog als digital. Wir wollen also den Blick nicht nur auf die Aspekte einer sich beschleunigenden digitalen Welt richten, sondern auch all jenes einfangen, was diesen Effekt ein wenig abzumildern, abzubremsen, eben zu entschleunigen vermag. Wir werden zweimal hinschauen, wo andere nur einen flüchtigen Blick riskieren. Und wir werden dies mit dem gleichen Herzblut tun, dem gleichen Engagement und der gleichen Freiheit von externen Geldquellen, nervigem Werbecontent und gepflegter Hofberichterstattung wie einst im grünen Mai.

Analoges Leben. Digitales Arbeiten.

Das ist Slowfood und Hightech. Gepflegtes Essay fürs Großhirn und polemisches Statement fürs Stammhirn. Was also werden Sie im Café Digital antreffen?

Alles, was Arbeit und Broterwerb mit Hilfe digitaler Technologien schneller, effektiver und befriedigender macht. Und alles, was uns die Zeit, die Kraft und die Energie zurück gewinnen lässt, die wir dabei verlieren. Dies könnte sein: Die Besprechung eines optimalen Workflows der digitalen Schwarzweiß-Fotografie von der Aufnahme bis zum Fine Art Print. Das Interview mit einem nicht ganz unbekannten deutschen Schriftsteller, der entgegen früherer Beteuerungen nun doch zum Mac geswitcht hat. Den wöchentlichen Testbericht einer Tafelschokolade inklusive Bewertungsspiegel. Die schon bei MacGuardians bewährte Livereportage von der alljährlichen Macworld Expo in San Francisco. Die Anleitung zum Do-it-yourself Kaffeerösten inklusive Hardware-Bezugsquellen. Die polemische Abrechnung mit dem Asozialphänomen der Internet-Trolle. Das Hohelied des analogen Musikhörens mit Hilfe sanft glimmender Röhrentechnik. Den neuesten iPod-Hack und die heißesten iPhone-Anwendungen. Den völlig subjektiven, aber ungemein praxisnahen Textbericht professioneller Mac-Software. Und mehr.

Und was werden Sie garantiert nicht vorfinden im Café Digital?

Hofberichterstattung, egal für wen. Meinungsloses Beliebigkeitsgeschwafel unter dem Deckmäntelchen eines vorgeblich objektiven Journalismus. Gesponserte Links. Flatternde Banner. Werbeunterbrechungen. Denn all das, mit Verlaub, gibt es anderswo zur Genüge…

Wer uns auf dem hier skizzierten Weg begleiten mag, ist herzlich eingeladen, dies zu tun. Ab sofort. Im Café Digital. CU!

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iRelive ’08

Veröffentlicht in Apple & Co | 22. August 2007 | 15:10:02 | Dirk Kirchberg

Die Mail überraschte mich. Gestern erst hatte ich bei meinem Händler iWork ’08 und iLife ’08 bestellt. Er meinte, in einer Woche würden die beiden Software-Pakete wohl da sein. Heute Morgen kam die Nachricht, ich könnte meine Bestellung abholen. Tatsache, kein Versehen – beides war heute geliefert worden!

Die Idee kam, als ich die beiden kleinen Verpackungen grinsend in meine Tasche stopfte. Ich würde – wie der glatte Typ in seinem schwarzen Steve-Rolli im Demo-Video – einen Film drehen, wie ich die beiden Programm-Pakete installiere, wie schnell alles jetzt geht, wie einfach man Fotos nach Events sortieren kann und und und.

Ich installierte iLife und begann, in iPhoto meine gesamte Fotodatenbank neu zu sortieren. Knapp 4.000 Bilder – nicht besonders viel. Das würde schnell gehen.

Gedacht. Denn die nächsten Stunden verbrachte ich nicht damit, Fotos zu sortieren. Das ging wie in der Demo tatsächlich recht zügig von der Hand. Nein, ich betrachtete unsere Fotos wieder. So richtig.

Ich war plötzlich wieder an Orten, an denen wir Urlaub gemacht, gefeiert, geträumt, kurz, gelebt hatten. Ich traf Menschen wieder, von denen einige mittlerweile tot sind, und war aufs Neue erstaunt, wie viele Kinder in unserem Freundeskreis in den vergangenen acht Jahren geboren worden sind. Letztlich wunderte und freute ich mich, wie wir uns über die Jahre verändert hatten.

Ich habe letztlich keinen Film vom Auspacken, Installieren und Ausprobieren von iWork ’08 und iLife ’08 gedreht. Ich habe viele der wichtigsten Momente der vergangenen acht Jahre wieder neu erlebt.

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