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War Mozart Kubaner?

Veröffentlicht in Kultur, Musik | 27. Oktober 2022 | 10:24:32 | Roland Müller

Havana Lyceum Orchestra im Foyer des Kurhauses Wiesbaden

Was da am 25. Okober im F.-v.-Thiersch-Saal des Kurhaus Wiesbaden präsentiert wurde, war faszinierend. Als Bonuskonzert für die Mitglieder:innen des Fördervereins des Rheingau Musik Festivals war aus Havanna das Havana Lyceum Orchestra angereist. Unter Leitung von José Antonio Méndez Padrón und begleitet von Sarah Willis, der gefeierten Hornistin der Berliner Philharmoniker. Titel der Abendveranstaltung: Mozart y Mambo. Und in der Tat, der Titel war Programm. Denn wie die jungen Musiker des kubanischen Orchesters an Österreichs Überklassiker herangingen, das war einfach mitreißend. Statt verkopfter Analytik und maximaler Werktreue Leidenschaft, Emotion und Explosivität. Oh ja, das hätte Amadeus gefallen! Erst recht die Eigenkreationen der jungen, kubanischen Musiker:innen, von Cha Cha Cha bis Mambo. Allemal rythmisch ausgefeilt, tanzbar und von unendlicher Spielfreude. Dass Mozart tatsächlich Kubaner hätte sein können, bewies dann spätestens die Bearbeitung von Mozarts Rondo aus dem Hornkonzert KV 447. Entstanden auf besonderen Wunsch von Sarah Willis und bearbeitet von Joshua Davis und Yuniet Lombida. Der australische Posaunist und der kubanische Saxophonist haben damit einen Brückenschlag gewagt, der das Publikum von den Sitzen riss. Auch wenn eine Vielzahl der Zuhörer:innen damit altersbedingt Probleme gehabt haben mochten. Ja, an diesem Abend begann Mozart tatsächlich den Mambo zu tanzen … Wir freuen uns schon darauf, wenn das Havana Lyceum Orchestra 2023 wieder beim Rheingau Musik Festival auftritt. Denn das werden sie, versprochen!

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