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Schokolade

Ein ökorrekter Pulli fürs Äpfelchen

Veröffentlicht in Apple & Co, Gesellschaft | 16. Mai 2010 | 17:22:24 | Roland Müller

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„Elektropulli“ – was für ein Name! Schmunzeln im Redaktionsteam des Cafés und Anlass für einen entspannten Test. Auch wenn die Welt da draußen bereits übervoll ist von harten, weichen und sonstigen Behältnissen zum Schutz von MacBook, iPod oder iPhone, macht uns doch allein der skurrile Name des Newcomers aus Köln neugierig. Schauen wir uns also die rheinischen Elektropullis mal näher an…

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Was uns auf den ersten Blick gefällt, ist das sehr puristische Design der Umverpackungen und die konsequente Verwendung von ehrlichem Karton als Verpackungsmaterial. Endlich einmal kein Overpackaging, kein Alu, keine Kunststoffe. Und als Markenzeichen nur ein ausgestanzter Blitz. Doch, das gefällt uns. Weil es zeitgemäß ist.

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Die Elektropullis selbst, wie könnte es anders sein, führen diesen Anspruch fort. Als Material für die Etuis – denn darum handelt es sich eigentlich – wurde Wollfilz verwendet. Ein, wie man weiß, ausgesprochen „ökorrektes“ Naturprodukt, das sich in grünen Kreisen schon lange größter Beliebtheit erfreut und zunehmend auch Designer anspricht. Wer eines der beliebten Moleskine-Notizbüchern sein eigen nennt, wird auch da schon im Zubehörhandel über farbenfrohe Filzbezüge gestolpert sein, die dem Klassiker ein etwas lebensfroheres Outfit verpassen. Zieht man die Deutsche Industrie Norm 61 205 zu Rate, dann definiert diese Filz als „…ein textiles Flächengebilde, dessen Struktur durch die naturgegebenen Eigenschaften der Verfilzung von Schafwolle und verschiedenen tierischen Haaren unter Einwirkung von Druck und feuchter Wärme entsteht.“ Aha! Ungeachtet dieser bürokratischen Beschreibung sind die ElektroPullis ausgesprochen chic geraten.

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Doch der eigentliche Dreh der ElektroPulli Etuis liegt im Innern. Die Innentasche aus fester, bedruckter Baumwolle. Sie sorgt dafür, dass iPhone, iPod, MacBook und natürlich das neue iPad fest und sicher, bestens isoliert von den Unbilden der Außenwelt verwahrt werden und trotzdem nur einen Handgriff entfernt sind.

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Wie heißt es so schön auf Neudeutsch: „Simplicity sells“! Und darin mag man durchaus die Idee wiederentdecken, die auch Apple selbst auszeichnet…

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Die Zeit der ungewollten Kratzer am iPhone beispielsweise dürfte im ElektroPulli der Vergangenheit angehören.

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Einziger Tribut, den man an den Material- und Handling-Purismus zahlen muss: Man muss sich schon die Mühe machen, das Apple-Tool der Wahl aus dem ElektroPulli zu befreien, wenn man damit arbeiten will. Beim iPhone…

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…wie beim iPod Nano oder den gewichtigeren MacBooks.

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Den ElektroPulli fürs MacBook Air hatten wir ebenfalls im Café, konnten ihn aber nicht am Objekt testen. Mangels MacBook Air, Und für eines der älteren Modelle passt die schlanke Hülle nicht. Aber natürlich gibt die ElektroPullis auch für die aktuellen MacBook Pro 13″, 15″ und 17″ 😉

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Auch hier besticht die akkurate Verarbeitung, die feste Baumwolle der Innentasche und ein kräftiger Klettverschluss. Saubere Arbeit. Da kennen wir (leider) aus dem ferneren Osten Anderes. Allerdings, nachdem wir den ElektroPulli fürs MacBook in Schwarz vorliegen hatten, müssen wir auf einen materialbedingten Nachteil hinweisen…

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Wer wie hier Katzen zuhause beherbergt, wird mit einem schwarzem Elektropulli nicht froh. Denn Wollfilz hat die Eigenschaft, Tierhaare geradezu magisch anzuziehen. Und wie es scheint, hat speziell schwarzer Wollfilz eine ganz besondere Schwäche für weiße Katzenhaare. Wie diese Großaufnahme deutlich macht. Es empfiehlt sich also, den ElektroPulli in den bevorzugten Fellfarben des häuslichen Begleiters zu wählen.

Das ist dann aber auch die einzige Kritik, die wir üben können.

Womit wir aber noch nicht am Ende der Geschichte angekommen sind. Denn die ElektroPulli-Macher haben sich neben dem besonders ökologiefreundlichen Material noch ein paar Gedanken mehr gemacht um die Ökobilanz unserer heiß geliebten Apple-Hardware. Um die es, wie wir wissen, lange Diskussionen gab, die auch nach Apples Bekenntnis zur „green production“ noch nicht verstummt sind. Das Stichwort, das die Erfinder der ElektroPullis in den Ring werfen, heißt „Klimapflaster“.

Worum handelt es sich dabei? Nun, wenn wir es flapsig formulieren, dann ist ein Klimapflaster einerseits ein Pflaster für unser individuelles Ökogewissen und andererseits eine Wiedergutmachung, zumindest aber ein Ausgleich für das durch die Produktion von MacBooks, iPods und iPhones in die Atmosphäre geschossene CO2. Die Mengen sind durchaus nicht unbeträchtlich!

Und was tut nun ElektroPulli dagegen? Ganz einfach: Sie greifen etwas auf, was manche von uns vielleicht von atmosfair oder ClimateFriendly kennen: Sie unterstützen aus den Einnahmen jedes verkauften Etuis Klimaschutzprojekte, die exakt die Menge CO2 einsparen, die iPod, iPhone, iPad oder MacBook bei ihrer Herstellung verursacht haben. Bei iPods und iPhones legen sie noch eine Schippe drauf und berücksichtigen den CO2-Ausstoß, der während der gesamten Lebensdauer des Geräts entsteht. Diese 1 bis 3% der Einnahmen, die in Klimaschutz fließen, mögen auf den ersten Blick nach wenig klingen und mancher mag sie auch als eine Art ökologisches Feigenblatt oder Greenwashing abtun. Aber wenn wir alle nicht zuerst bei uns selbst anfangen mit einer akkuraten Ökobilanzierung, wie wollen wir es dann von der Politik oder den Unternehmen erwarten?

Und damit können wir dann auch unser Fazit dieses ElektroPulli-Tests ziehen: Feines Material! Gutes Produkt! Konsequente und auch ökologisch korrekte Umsetzung!

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