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Archiv für die Kategorie ‘Politik’

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Mandela – was bleibt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik | 10. Dezember 2013 | 23:08:03 | Roland Müller

DerVersoehner

Nelson Rolihlahla Mandela, oft liebevoll mit seinem Clannamen Madiba gerufen, ist tot. Und eigentlich fehlen uns die Worte, um zu beschreiben, was dies bedeutet. Man stelle sich das vor: 27 Jahre in einer engen, kahlen Gefängniszelle zu verbringen, dann die Freiheit zu erlangen und nicht der Versuchung zu erliegen, es jenen heimzuzahlen, die einen eingekerkert haben. Hass und himmelschreiende Ungerechtigkeit zu vergelten mit Vergebung und Versöhnung. Man muss schon lange suchen, zurückgehen bis zum Neuen Testament, um eine vergleichbare Persönlichkeit zu entdecken. Selbst der Vergleich mit Mahatma Gandhi hinkt schlussendlich. Obwohl ein Gandhi-Zitat im Kern trifft, wofür Madiba stand: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” Und wahrlich, eine solche Veränderung der Welt, vor allem aber der sie vermeintlich Regierenden, wäre uns allen nur zu wünschen – die in langen Reihen Einzug hielten im Stadion von Soweto, um ihm, dem Versöhner, zu huldigen. Nicht einer unter ihnen, dem man zugestehen könnte, dem langen Schatten des großen Afrikaners auch nur einen Schritt weit nahezukommen. Realpolitik? Eine beliebte Ausrede, um das Menschliche hintenan zu stellen. Und doch… War da nicht für einen Moment – herbeigesungen von einer urafrikanischen Heiterkeit in der gemeinsamen Trauer – eine Ahnung einer Welt zu verspüren, wie sie vielleicht sein könnte? Kein Paradies, aber eine Welt von Respekt, gegenseitiger Wertschätzung und gemeinsamem Handeln. Nächstenliebe, die ach so schwer fällt. Jedem, außer ihm, Tata, dem Vater eines Landes, eines Kontinents und irgendwie dieses ganzen Planeten. Hoffen wir, dass sein Vorbild lange strahlt und selbst sein Tod zu etwas gut ist: nämlich dazu, dass sich Südafrika auf seine Werte besinnt und den Weg weitergeht, den Mandela begonnen und gelebt hat. Und ja, nicht nur Südafrika…

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Zornig bis zuletzt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Politik | 22. November 2013 | 10:54:13 | Roland Müller

Dieter2013

Nein, dies ist kein Nachruf, kann keiner sein. Dieter Hildebrandt hat einen Ruf, der jeden Nachruf überdauern wird, sogar den der FAZ oder den der ZEIT. Vor allem aber solche, die derzeit zu Papier und Web gebracht werden von jenen, die zeitlebens seinen gerechten Zorn hervorriefen. Und davon gibt’s weißgott eine Menge. Was da nicht alles geschwurbelt wird vom “größten deutschen Kabarettisten” bis zum “Gesicht des Scheibenwischer”. Nur den Kabarettisten in ihm zu sehen wird ihm so wenig gerecht wie jedes andere Etikett, das die scheinheilig Wohlmeinenden ihm nun posthum anheften. Nein, Dieter, Nachrufe, das war eh nie dein Ding. Sei davon verschont. Stattdessen sollten wir alle uns eine Scheibe abschneiden vom gerechten Zorn, dem pointierten Bloßstellen politischer Unerträglichkeiten und der sprachlichen Brillanz eines gegen sich selbst und andere unerbittlichen Sisyphos, der unermüdlich und bis zuletzt mit Lust unserer Republik und ihren reagierenden statt regierenden Volksvertretern dorthin getreten hat, wo es weh tat. Ihm darin nachzueifern, wo immer sich die Gelegenheit bietet, ist das Beste, was wir nun für ihn tun können.

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Neulich in der Paulskirche

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik | 12. November 2013 | 16:57:16 | Roland Müller

Reemtsma_Paulskirche

Wieder einmal musste sich jener Tag, der an die Synagogenzerstörungen 1938 in Deutschland erinnert, auf den historisch unkorrekten 10. November verschieben lassen. Nachdem der angestammte Platz im Kalender ja bereits von der deutschen Wiedervereinigung “belegt” ist. Wie auch immer, am Tag nach dem multiplen deutschen Schicksalstag 9. November jedenfalls fanden wir Gelegenheit, ab 17 Uhr in der Paulskirche zugegen zu sein. Drei Ansprachen erwarteten uns. Zwei davon wie erwartet, die dritte brilliant und insofern auch erwartet… mehr… »

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Der 9. November am 8.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Politik | 09. November 2012 | 19:21:14 | Roland Müller

PK_Peter_Feldmann

Sie nennt sich “Gedenkstunde zur Erinnerung an die Wiederkehr der Ereignisse der Pogromnacht 1938″. Und sie findet traditionell statt in der Frankfurter Paulskirche. Und dies am gestrigen 8. November 2012, ab 16 Uhr. Der, wie halbwegs in Zeitgeschichte Bewanderte wissen, nicht der Jahrestag der Pogrome im nationalsozialistischen Deutschland des Jahres 1938 war, sondern der darauf folgende 9. November. Aber der ist ja mittlerweile “belegt” durch die deutsch-deutsche Wiedervereinigung des Jahres 1989, um nicht zu sagen in ihrem langen Schatten seitdem in der Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Und wenn wir hier schon am Kritikastern sind, sei uns auch der Hinweis gestattet, dass der Titel der Veranstaltung schlicht schlechtes und damit missverständliches Deutsch beinhaltet: Die Götter und die Demokratie mögen uns davor bewahren, dass die Ereignisse jener Pogromnacht wiederkehren, sich also erneut vollziehen! Aber genug der Kritik an verschobenem Zeitpunkt und verschrobener Betitelung. Es war, davon konnten wir uns überzeugen, eine wichtige und bewegende Gedenkstunde, eröffnet vom neuen Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmannmehr… »

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Amerikas zweite Chance – ein Kommentar

Veröffentlicht in Gesellschaft, Medien, Politik | 07. November 2012 | 12:20:40 | Roland Müller

ObamaWin2012

Was für eine Wahlnacht! Schlussendlich dann doch noch der von Vielen erhoffte Sieg Barack Obamas über seinen republikanischen Herausforderer. Mit dem Gewinn des traditionell alles entscheidenden Swing States Ohio kam die Wende im dramatischen Kopf-an-Kopf Rennen um die Präsidentschaft der immer noch mächtigsten militärischen und wirtschaftlichen Macht des Planeten. Was sind die Konsequenzen? Darüber haben wir uns ein paar Gedanken gemacht… mehr… »

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