Kamera
Schokolade

Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft’

« Ältere Artikel |

Engagement für mehr Substanz

Veröffentlicht in Gesellschaft, Medien, multimedia | 09. Februar 2014 | 15:04:49 | Roland Müller

Substanz_Video

Wenn gestandene Journalisten sich aufmachen, geben den Strom zu schwimmen, dann ist das nicht nur aller Ehren wert, sondern verdient auch handfeste Unterstützung! Deshalb haben wir uns entschlossen, das jenseit aller lousy pennies ambitionierte Projekt von Georg Dahm und Denis Dilba namens “Substanz” zu unterstützen. Nicht nur mit medialer Aufmerksamkeit, sondern ganz konkret mit hartem Cash im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne bei startnext. Was ihnen vorschwebt, erläutern sie in einem Dreieinhalbminuten-Video. Und wer weiß, vielleicht bietet der mutige Ansatz ja über den vergleichsweise herniederliegenden Wissenschaftsjournalismus hierzulande hinaus eine echte Perspektive für neuartige journalistische Geschäftsmodelle ganz generell? Es wäre zu hoffen. Denn eines ist klar: So wie derzeit, mit dem zu Tode Reduzieren von Redaktionen und dem gnadenlosen Ausbeuten freier Journalisten kann es auf Dauer nicht weitergehen. Wir jedenfalls drücken den beiden Entrepreneuren alle Daumen und versuchen unsere Geldbörse weiter offenzuhalten. Über den aktuellen Stand des Projekts kann man sich übrigens hier auf dem laufenden halten…

Keine Kommentare »

Mandela – was bleibt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik | 10. Dezember 2013 | 23:08:03 | Roland Müller

DerVersoehner

Nelson Rolihlahla Mandela, oft liebevoll mit seinem Clannamen Madiba gerufen, ist tot. Und eigentlich fehlen uns die Worte, um zu beschreiben, was dies bedeutet. Man stelle sich das vor: 27 Jahre in einer engen, kahlen Gefängniszelle zu verbringen, dann die Freiheit zu erlangen und nicht der Versuchung zu erliegen, es jenen heimzuzahlen, die einen eingekerkert haben. Hass und himmelschreiende Ungerechtigkeit zu vergelten mit Vergebung und Versöhnung. Man muss schon lange suchen, zurückgehen bis zum Neuen Testament, um eine vergleichbare Persönlichkeit zu entdecken. Selbst der Vergleich mit Mahatma Gandhi hinkt schlussendlich. Obwohl ein Gandhi-Zitat im Kern trifft, wofür Madiba stand: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” Und wahrlich, eine solche Veränderung der Welt, vor allem aber der sie vermeintlich Regierenden, wäre uns allen nur zu wünschen – die in langen Reihen Einzug hielten im Stadion von Soweto, um ihm, dem Versöhner, zu huldigen. Nicht einer unter ihnen, dem man zugestehen könnte, dem langen Schatten des großen Afrikaners auch nur einen Schritt weit nahezukommen. Realpolitik? Eine beliebte Ausrede, um das Menschliche hintenan zu stellen. Und doch… War da nicht für einen Moment – herbeigesungen von einer urafrikanischen Heiterkeit in der gemeinsamen Trauer – eine Ahnung einer Welt zu verspüren, wie sie vielleicht sein könnte? Kein Paradies, aber eine Welt von Respekt, gegenseitiger Wertschätzung und gemeinsamem Handeln. Nächstenliebe, die ach so schwer fällt. Jedem, außer ihm, Tata, dem Vater eines Landes, eines Kontinents und irgendwie dieses ganzen Planeten. Hoffen wir, dass sein Vorbild lange strahlt und selbst sein Tod zu etwas gut ist: nämlich dazu, dass sich Südafrika auf seine Werte besinnt und den Weg weitergeht, den Mandela begonnen und gelebt hat. Und ja, nicht nur Südafrika…

Keine Kommentare »

Zornig bis zuletzt

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Politik | 22. November 2013 | 10:54:13 | Roland Müller

Dieter2013

Nein, dies ist kein Nachruf, kann keiner sein. Dieter Hildebrandt hat einen Ruf, der jeden Nachruf überdauern wird, sogar den der FAZ oder den der ZEIT. Vor allem aber solche, die derzeit zu Papier und Web gebracht werden von jenen, die zeitlebens seinen gerechten Zorn hervorriefen. Und davon gibt’s weißgott eine Menge. Was da nicht alles geschwurbelt wird vom “größten deutschen Kabarettisten” bis zum “Gesicht des Scheibenwischer”. Nur den Kabarettisten in ihm zu sehen wird ihm so wenig gerecht wie jedes andere Etikett, das die scheinheilig Wohlmeinenden ihm nun posthum anheften. Nein, Dieter, Nachrufe, das war eh nie dein Ding. Sei davon verschont. Stattdessen sollten wir alle uns eine Scheibe abschneiden vom gerechten Zorn, dem pointierten Bloßstellen politischer Unerträglichkeiten und der sprachlichen Brillanz eines gegen sich selbst und andere unerbittlichen Sisyphos, der unermüdlich und bis zuletzt mit Lust unserer Republik und ihren reagierenden statt regierenden Volksvertretern dorthin getreten hat, wo es weh tat. Ihm darin nachzueifern, wo immer sich die Gelegenheit bietet, ist das Beste, was wir nun für ihn tun können.

Keine Kommentare »

Neulich in der Paulskirche

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik | 12. November 2013 | 16:57:16 | Roland Müller

Reemtsma_Paulskirche

Wieder einmal musste sich jener Tag, der an die Synagogenzerstörungen 1938 in Deutschland erinnert, auf den historisch unkorrekten 10. November verschieben lassen. Nachdem der angestammte Platz im Kalender ja bereits von der deutschen Wiedervereinigung “belegt” ist. Wie auch immer, am Tag nach dem multiplen deutschen Schicksalstag 9. November jedenfalls fanden wir Gelegenheit, ab 17 Uhr in der Paulskirche zugegen zu sein. Drei Ansprachen erwarteten uns. Zwei davon wie erwartet, die dritte brilliant und insofern auch erwartet… mehr… »

Keine Kommentare »

Frankfurter Buchmesse 2013 (4): Digitales und Analoges

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Literatur, Medien | 13. Oktober 2013 | 21:22:05 | Roland Müller

Aufmacher4

Zwei Prozent weniger Besucher als bei der sehr erfolgreichen letztjährigen Frankfurter Buchmesse, dafür aber viele zufriedene Gesichter bei Verlagen und Autoren. Das Buchgeschäft brummt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die überwiegende Mehrzahl der Verleger sich besonnen hat, E-Books als selbstverständliche zusätzliche Darreichungsart für mobile Leser in ihr Geschäftsmodell zu integrieren.Daneben und darüber hinaus etablieren sich aber auch immer mehr Book-on-demand Anbieter zur Befriedigung der persönlichen Eitelkeit jener Autoren, die aufgrund ihres sehr speziellen gewählten Themas, einer geringen allgemeinen Vermarktungsfähigkeit oder nicht ganz ausreichender textlicher Qualität im herkömmlichen Verlagswesen keine Heimat finden…

mehr… »

Keine Kommentare »