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Schokolade

rp08.1: Ankommen und vergessen lernen

Veröffentlicht in Gesellschaft, Internet, Kultur, Medien, Technologie | 02. April 2008 | 12:32:35 | Dirk Kirchberg

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Mit Bahn und Bahn bei ich bei der re:publica 08 in Berlin angekommen. Der Lehrter Bahnhof und seine vielen Ebenen sind an sich schon den einen und anderen Blick wert. Darum hat der Architekt Meinhard von Gerkan ja auch hart genug kämpfen müssen. Es hat sich gelohnt, wie ich finde, zumal man als Ankommender gleich mit einer Aussicht auf die Bundespolitik von ihrer schönen Seite belohnt wird: Die gläserne Reichstagskuppel hinter einer monströsen Eingangshallenscheibenwand.

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Vom Lehrter Bahnhof aus bin ich via Friedrichstraße und Oranienburger Tor dann endlich bei der Kalkscheune angekommen, vor der sich bereits eine Stunde vor Beginn eine lange Blogger-Schlange gebildet hatte.

Innen erwartet den internetaffinen Besucher zur rechten Hand die Lounge, in der zwischen den Vorträgen ausgespannt, etwas getrunken und gegessen werden kann. Natürlich kann von hier aus – wie übrigens im gesamten Gebäude – das eigene Blog befüllt werden. Zwei offene WLAN-Netze bieten genug Durchsatz für ruckelfreies Surfen.

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Nach der Begrüßung im Großen Saal im 1. Stock besuchte ich auch gleich die Keynote zum Thema „Nützliches Vergessen: Informationsökologie im digitalen Zeitalter“ von Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger. Es war ein kurzweiliger und denkwürdiger Vortrag, der darauf aufmerksam machte, dass das Vergessen zu unserer Biologie gehört, das Internet dagegen aber alles erinnert und nichts vergisst, was, wie Mayer-Schönberger an Beispielen ausführte, auch zum Verhängnis werden kann.

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Genau solche Vorträge habe ich mir erhofft. Sie regen zum Nachdenken an, regen einen an, zu überprüfen, wie man selbst zu bestimmten Themen steht, und bieten eine Erweiterung des eigenen Horizonts. Allerdings war ich erstaunt / schockiert, wie viele Besucher nebenbei surfen und twittern und chatten und Mails schreiben und und und. Wahrscheinlich folgten sie eher dem Vortrag nebenbei

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Übrigens habe ich eben Gregory und Dania von amazee wiedergetroffen. Wir haben uns schon vorgenommen, als Abwechslung zur ganzen digitalen Debattiererei eine kleine Bootstour auf der Spree zu unternehmen – sollte das Wetter noch besser werden. Derzeit regnet es nämlich in der Hauptstadt…

Wer nicht in Berlin sein kann, der kann dennoch an der re:publica teilhaben: Es gibt Live-Audiostreams und einen Live-Videostream. Nachher geht es weiter mit dem Thema „Die Qualitätsdebatte: Blogs vs Journalismus“. Mit von der Partie sind Stefan Niggemeyer, Mercedes Bunz und Thomas Knüwer. Stay tuned!

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3 Antworten zu “rp08.1: Ankommen und vergessen lernen”

  1. 02. April 2008 um 21:34:05 | Thomas_U sagt:

    hi,

    wird es Transskripte der Vorträge geben?

    Gruss

    Thomas_U

  2. 03. April 2008 um 09:18:33 | Dirk Kirchberg sagt:

    Ich befürchte, nicht. Höchstens wahrscheinlich in den Blogs der Redner. Ansonsten sehe ich eher schwarz…

  3. 05. April 2008 um 13:10:39 | Dirk Kirchberg sagt:

    Hi Thomas,

    wie ich erfahren habe, sollen alle Videos ab nächster Woche online sein. Die Audiostreams sind es schon. Im dritten Teil meiner Berichterstattung habe ich die Links eingebaut.

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